Gemeinde hat eigene Verkehrsmessungen an neuralgischen Punkten durchgeführt
Auf der Darfelder Straße wird gerast

Laer -

Auf der Darfelder Straße wird signifikant zu schnell gefahren. Das hat eine Messung der Gemeindeverwaltung ergeben. Diese verfügt über ein neues, modernes Messgerät namens „ViaCount II“, das auch die Unterscheidung der Fahrzeugtypen ermöglicht. Erste Ergebnisse wurden in einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses vorgestellt, der sich mit den neuralgischen Punkten in Laer und Holthausen befasste.

Montag, 07.10.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 16:46 Uhr

Die Übertretung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit im Straßenverkehr ist nicht nur ein Ärgernis, sondern eine echte Gefahr für alle. Motorisierte Temposünder gefährden insbesondere Fußgänger und Radler. Doch, wo genau befinden sich die neuralgischen Punkte in Laer und Holthausen, an denen zu schnell gefahren wird? Wie gravierend sind die Übertretungen und wie viele Verstöße gibt es überhaupt? Diesen Grundsatzfragen will die Gemeinde Laer mittels exakter Verkehrsmessungen auf den Grund gehen.

Erste Ergebnisse der mehrwöchigen Kontrollen wurden in einer Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr, Klima-und Landschaftsschutz unter dem Vorsitz von Elke Schuchtmann-Fehmer vorgestellt.

„Wir haben ein neues, modernes Messgerät namens ‚ViaCount II‘, welches die Unterscheidung der Fahrzeugtypen ermöglicht. Außerdem misst das Gerät beidseitig, so dass die Geschwindigkeit der ankommenden und abfahrenden Fahrzeuge ermittelt werden kann“, erläuterte Klimaschutzmanager Daniel Matlik.

Das Gerät unterscheide nach Pkw, Zweirad, Transporter, Lkw und Lastzug. Zeitpunkt und Geschwindigkeit würden in einem minutiösen Protokoll erfasst. Dessen Auswertung erlaube sowohl Angaben über einzelne Fahrzeuge als auch einen Mittelwert aller Messungen. Das erleichtere die Feststellung des tatsächlichen Gefahrenpotenzials und die Planung von Gegenmaßnahmen. Die Verkehrsmessungen haben teils die Befürchtungen bestätigt, teils Überraschungen erbracht.

Im Bereich Darfelder Straße/Höhe Sägewerk – dort ist das Tempo auf 30 Stundenkilometer begrenzt – wird signifikant zu schnell gefahren. 40 Prozent aller Fahrzeuge lagen über Tempo 50, der traurige Rekord betrugt 107 Stundenkilometer. „Hier besteht das größte Problem in Laer“, stellte Matlik fest. Abhilfe könnten verstärkte Verkehrskontrollen und Radarmessungen in Absprache mit der Polizei bringen. Bauliche Maßnahmen seien schwer umsetzbar, da es sich um eine Landstraße handele.

Im Bereich Esch/Steinkuhle (30 Stundenkilometer) fahren durchschnittlich 45 Prozent aller Fahrzeuge zu schnell. „Die Übertretungen sind gravierend und das Problem mit Markierungen oder Schwellen nicht lösbar. Hier sind massive Einbauten in die Straße notwendig“, so Bauamtsleiter Stefan Wesker. Dies sei allerdings sehr kostspielig und müsse zunächst bei der Aufstellung des Gemeindehaushaltes beraten werden. „Wir müssen vor allem die Kreuzungspunkte entschärfen und dafür ein neues Planungskonzept in Absprache mit den Anliegern erarbeiten“, betonte Wesker.

Auf der Borghorster Straße (50 Stundenkilometer) zwischen der Ampel an der Kreuzung Münsterdamm und dem Kreisverkehr fahren rund die Hälfte der Fahrzeuge deutlich zu schnell. Um diesen „Brennpunkt“ zu entschärfen, wäre laut Fachausschuss ein beidseitiger, farbiger Fahrrad-Schutzstreifen denkbar. Dieser würde die Fahrbahn für die Autos stark einschränken.

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