Münsterland-Mystery-Thriller „Eises Kälte“ und Film-Team ziehen Besucher in ihren Bann
Mit Herzblut und unentgeltlich

Horstmar -

Die Reaktion des Horstmarer Publikums sprach für sich: Während der Vorführung des Films „Eises Kälte“, der primär im Altenberger Eiskeller spielt, herrschte gespannte Stille im Saal der ehemaligen Gaststätte „Zur alten Post“, danach brandete Applaus auf. Zuvor hatte es eine Gesprächsrunde des Film-Teams, das über die aufwendigen Dreharbeiten berichtete und Fragen der Besucher zum Mystery-Thriller aus dem Münsterland beantwortete, gegeben.

Dienstag, 15.10.2019, 09:36 Uhr aktualisiert: 15.10.2019, 17:06 Uhr
Hubertus Brunstering (l.), Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins „HorstmarErleben“, im Interview mit Mitgliedern des Filmteams. Auch Martin Vieth aus Horstmar (r.) hatte eine Rolle in „Eises Kälte“. 
Hubertus Brunstering (l.), Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins „HorstmarErleben“, im Interview mit Mitgliedern des Filmteams. Auch Martin Vieth aus Horstmar (r.) hatte eine Rolle in „Eises Kälte“.  Foto: rgs

Einen anspruchsvollen Spielfilm mit einem winzigen Budget von 20 000 Euro realisieren – ist das möglich? Ja, mit einem kreativen Regisseur und einer engagierten Crew, die gemeinsam ihrer Vision folgen. So entstand „Eises Kälte“, der Mystery-Thriller aus dem Münsterland, der im vergangenen Jahr erfolgreich Premiere feierte und Preise auf internationalen Festivals einheimste. Nun schlug die spannungsgeladene Handlung auch die Horstmarer Filmfans in ihren Bann. Voll besetzt war der große Saal der ehemaligen Gaststätte „Zur alten Post“ während des Kinoabends, zu dem der Stadtmarketingverein „HorstmarErleben“ am Wochenende eingeladen hatte.

In einer Gesprächsrunde vor Beginn berichteten Mitglieder des Film-Teams über die aufwendigen Dreharbeiten und beantworteten Fragen der Zuschauer. Regisseur Roland Busch konnte krankheitsbedingt leider nicht am Gespräch teilnehmen. „Dieser Film ist mit viel Herzblut entstanden, sonst wäre das alles gar nicht machbar gewesen“, so Petra Zander, verantwortlich für das Produktionsdesign und Sprechtrainerin. Zweieinhalb Jahre Arbeit investierten Regisseur und Crew in „Eises Kälte“. Es gab 44 Drehtage an verschiedenen Orten.

Hauptschauplatz ist der historische Eiskeller in Altenberge, ein europaweit einmaliges Denkmal der Industriegeschichte – und ein Ort mit gespenstischem Flair, der die Fantasie beflügelt. Gedreht wurde auch in einer alten Brauerei in Jever. Die professionellen Spezialeffekte entstanden in einer Halle in Wettringen. Dort wurde eine 50 Meter lange „Blue Screen“ aufgebaut, auf die mittels Computer die historische Altenberger Silhouette projiziert wurde. Neben den eigentlichen Dreharbeiten verschlangen Filmschnitt und die Bearbeitung der Spezialeffekte eine Menge Zeit und Geld. Doch es hat sich gelohnt: Roland Busch lässt das Altenberge von 1860 virtuell wieder auferstehen.

Die Handlung von „Eises Kälte“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des Nordwalder Autors Klaus Kormann. Roland Busch, der aus Altenberge stammt und in Nordwalde lebt, war von der surrealen Story und dem Schauplatz Eiskeller nach eigener Aussage sofort fasziniert. Als Regisseur zahlreicher Musicals, Musikshows und Theaterstücke sowie eines Spielfilms verfügte er über genügend künstlerische Erfahrung und Kontakte, um ein Großprojekt wie „Eises Kälte“ umzusetzen. Für das Drehbuch holte er Klaus Uhlenbrock aus Borghorst ins Boot, der selbst schon zahlreiche Krimis verfasst hat. Die Filmcrew, insgesamt 300 Mitwirkende, bestand aus einer Mischung aus Profis und Laien. „Alle haben unentgeltlich gearbeitet, aus Liebe zum Film und zum Münsterland“, fasste Kameramann Hardy Tetzlaff die Motivation des Teams zusammen.

Und dann folgten die Zuschauer Kommissarin Karen Leymann, brillant gespielt von Louise Lejeune aus Havixbeck, in die düsteren Tiefen des Eiskellers. Dort wird eine Leiche gefunden, erstochen und altertümlich gekleidet. Laut kriminaltechnischer Untersuchung ist der Mann seit 140 Jahren tot, aber sein Blut noch nicht geronnen. Wie kann das sein? Die junge Kommissarin will das Rätsel lösen und gerät buchstäblich in den Sog der Geschichte. Sie erlebt eine aufreibende Zeitreise und wird Zeugin von Ereignissen, die sich zwischen 1860 und 1880 ereignet haben, aber bis heute nachwirken.

Die Reaktion des Horstmarer Publikums sprach für sich: Während der Filmvorführung herrschte gespannte Stille im Saal, danach brandete Applaus auf.

Wer nun neugierig geworden ist und ebenfalls auf Zeitreise im Eiskeller gehen möchte, sollte die im November erscheinende DVD zu „Eises Kälte“ erwerben – der ideale Film zur Winterzeit, eingekuschelt auf dem Sofa.

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