Bewegender Besuch in der Villa ten Hompel
Erschütternder Teil der Heimatgeschichte

Horstmar -

Sicherlich, die Geschichte des Holocoust ist schon von vielen Seiten beleuchtet worden und jeder Deutsche kennt sie – trotzdem berührte es die Gruppe des Horstmarer Heimatvereins aufs Neue, die verschiedenen Aspekte des organisierten Verbrechens in der Villa ten Hompel erklärt zu bekommen.

Donnerstag, 28.11.2019, 19:00 Uhr
Die Horstmarer Heimatfreunde sahen sich in der Villa ten Hompel in Münster um. Die Führung übernahm Tim Leenen.
Die Horstmarer Heimatfreunde sahen sich in der Villa ten Hompel in Münster um. Die Führung übernahm Tim Leenen.

Die Führung durch das schmucke Haus aus den 1920er Jahren des Industriellen Ten Hompel und später Sitz der Ordnungspolizei im nationalsozialistischen Deutschland, heute ein Gedenk- und Geschichtsort, übernahm Tim Leenen. Neben seinem Beruf als Lehrer arbeitet er regelmäßig in der Villa und sieht es als seine Aufgabe an, aufzuzeigen, wie systematisch die Verwaltungsstrukturen des Staates bei der Vernichtung verschiedener Bevölkerungsgruppen mitgewirkt haben.

Erst als die Villa ten Hompel Anfang der 90er Jahre zu einem Hotel umgebaut werden sollte, begann die Forschung sich mit der Geschichte des Hauses auseinanderzusetzen und die Strukturen zu beleuchten, die halfen, eine Vernichtungsmaschinerie in Gang zu setzen, deren Brutalität und Erbarmungslosigkeit man kaum in Worte fassen kann.

Eine Teilnehmerin an der Führung, die sich seit vielen Jahren mit der Thematik auseinandersetzt, erkannte auf den ausgestellten Fotos einige Horstmarer Juden, die in der Mehrzahl aus dem Münsterland nach Riga transportiert worden sind. Ohne die Mithilfe von Behörden – auch in Horstmar – so ist zu vermuten, wären diese Verbrechen nicht möglich gewesen.

Zuletzt war die Villa der Ort, an dem Entnazifizierung und die Wiedergutmachung betrieben wurde. Auf erschütternde Weise sprach in einem Video im letzten Raum der Villa ein betroffener Jude von der Unmöglichkeit, die begangenen Verbrechen wieder gut zu machen.

Die Führung endete mit dem Appell von Tim Leenen an die Besucher, Ausgrenzung und Verunglimpfung zu erkennen und dem entgegen zu treten.

Der Heimatverein weist in dieser Pressemitteilung darauf hin, dass die sehenswerte Ausstellung auch individuell besucht werden kann – ein erschütternder Teil der Heimatgeschichte ist hier am authentischen Ort aufgearbeitet.

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