Burgmannstadt und Gemeinde Laer setzen auf Besonnenheit und Vernunft ihrer Bürger
Erster Corona-Fall in Horstmar

Horstmar/Laer -

Nun hat auch die Stadt Horstmar ihren ersten Corona-Fall. Dabei handelt es sich um eine 50-jährige Frau, die in Ägypten Urlaub gemacht hat und mit Krankheitssymptomen zurückgekehrt ist. Wie der Kreis Steinfurt am Donnerstag bestätigt hat, wurde die Betroffene positiv getestet. Zur Besonnenheit und Rücksichtnahme rufen Bürgermeister Robert Wenking und der Allgemeine Stellvertreter des Laerer Bürgermeisters, Maik ter Beek, auf. Die Vereine und Verbände haben sie in einem Schreiben gebeten, im März und April möglichst auf alle Veranstaltungen zu verzichten.

Donnerstag, 12.03.2020, 18:52 Uhr aktualisiert: 13.03.2020, 16:54 Uhr
Auch im Ordnungsamt der Gemeindeverwaltung Laer stehen die Telefone wegen des Coronavirus und seinen Auswirkungen derzeit nicht still.
Auch im Ordnungsamt der Gemeindeverwaltung Laer stehen die Telefone wegen des Coronavirus und seinen Auswirkungen derzeit nicht still.

In der Stadt Horstmar gibt es den ersten Corona-Fall. Dabei handelt es sich um eine 50-jährige Frau, die in Ägypten Urlaub gemacht hat und mit Krankheitssymptomen zurückgekehrt ist. Wie der Kreis Steinfurt gestern auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte, wurde die Betroffene positiv getestet.

Gefasst und besonnen reagierte Bürgermeister Robert Wenking am Donnerstag auf diese Nachricht. Dass sei zu erwarten gewesen, meinte er im Gespräch. Um so wichtiger sei es jetzt, dass sich alle an die Vorsichtsmaßnahmen hielten, die die Bürgermeister sowie der Landrat des Kreises beschlossen hätten. Sie haben entschieden, alle gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Veranstaltungen, die von den Kommunen organisiert werden, abzusagen. Die Vereine und Verbände vor Ort haben die Verantwortlichen gebeten, ebenso zu verfahren und alle nicht unbedingt notwendigen Versammlungen, Termine oder Treffen, die in ihren Verantwortungsbereiches fielen, für März und April auszusetzen.

„Wir müssen versuchen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, zu verlangsamen oder bestenfalls zur verhindern und die Infektionsketten zu unterbinden“, betonte der Bürgermeister. Schließlich sei man im Ernstfall auf eine medizinische, teilweise auch stationäre und intensivmedizinische Versorgung angewiesen und müsse die nur begrenzt vorhandenen Kapazitäten sowie das strapazierte Personal schonen.

„Alles, was wir jetzt vorschlagen, dient der Prävention und dem Schutz der Risikogruppen“, verdeutlichte Wenking, dem es ganz wichtig ist, dass alle mit Besonnenheit und Vernunft reagieren, sodass keine Panik aufkommt oder diese sich zumindest in Grenzen hält.

Ähnlich sehen es die Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung Laer, die ebenfalls auf die Einsicht und Rücksichtnahme ihrer Bürger setzen. „Alles, was nicht wichtig ist, sollte jetzt vermieden werden“, betonte Laers Ordnungsamtsleiter, Matthias-Holger Reher, bei dem das Telefon zurzeit nicht still steht, da es viele Fragen zum Coronavirus und seiner Ausbreitung gibt. 22 Laerer Schüler, die mit dem Gymnasium Arnoldinum in der Ski-Ferienfreizeit in Südtirol gewesen seien, befänden sich noch in Quarantäne. Das gelte auch für einen Jungen, der ein Gymnasium in Münster besucht.

Als mögliche Verdachtsfälle gelten auch zwölf Schüler aus Horstmar, die ebenfalls mit in Südtirol waren.

Die ersten Nachrichten darüber haben am vergangenen Wochenende die Verantwortlichen des St.-Gertrudis-Hauses aufgeschreckt und in eine höhere Alarmbereitschaft versetzt. „Wir haben alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt“, erklärt Heimleiter Bernd Wessel. Davon ist beispielsweise auch die Veranstaltungsreihe „Hinter den Kulissen“ betroffen, deren zweite Staffel am Mittwochnachmittag mit der Kfd-Vorsitzenden Karin Mollenhauer im Interview in der Altenwohnheim-Cafeteria starten sollte. „Wir holen das nach“, kündigt der Gastgeber an, der momentan aber den Kontakt nach außen möglichst eng begrenzen möchte. Das gelte auch für Besucher und Gruppen sowie Dienstleiter, die sonst noch ins Haus kämen.

In Absprache mit Pfarrdechant Johannes Büll habe man auch entschieden, die Gottesdienste, die sonst samstags und montags in der hauseigenen Kapelle stattfänden, abzusagen, weil diese auch von Nicht-Bewohnern besucht würden. Die internen Messen und Veranstaltungen würden jedoch weiterhin stattfinden, so der Heimleiter.

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