Gemeinde St. Gertrudis geht in Zeiten der Corona-Krise neue Wege
Glauben funktioniert auch digital

Horstmar -

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie gehen auch Gemeinden neue Wege. Steht sonst der persönliche Kontakt im Vordergrund, um Glauben zu leben und zu vermitteln, funktioniert das derzeit auch über digitale Kanäle. Und das mit einer größeren Reichweite, wie Pfarrdechant Johannes Büll von der katholischen Pfarrei Horstmar und Leer St. Gertrudis festgestellt hat.

Freitag, 27.03.2020, 23:36 Uhr aktualisiert: 30.03.2020, 17:25 Uhr
In der Kirche St. Gertrudis finden derzeit Gottesdienste ohne Gemeindemitglieder statt, die aber im Netz von vielen mitverfolgt werden.
In der Kirche St. Gertrudis finden derzeit Gottesdienste ohne Gemeindemitglieder statt, die aber im Netz von vielen mitverfolgt werden. Foto: kok

Auch in Zeiten der Corona-Krise will Kirche für ihre Gläubigen präsent sein – und geht deshalb neue Wege. Gottesdienst digital. „Das funktioniert besser, als wir geglaubt haben“, berichtet Pfarrdechant Johannes Büll von der katholischen Pfarrei Horstmar und Leer St. Gertrudis. „Wir erreichen Menschen, die wir sonst nicht erreicht haben“, hat Büll angesichts der Klickzahlen für die Online-Gottesdienste festgestellt. Offensichtlich hätten mehr Personen den Auftritt im Internet verfolgt als sonst sonntags in die Kirche kommen.

Rückmeldungen

Büll weiß, dass einige ältere Menschen aus der Gemeinde sich von Kindern oder Enkeln technisch auf den neuesten Stand haben bringen lassen, um sich nun über das Internet zu informieren zu können und eben auch online den Gottesdienst zu verfolgen. „Sonntagsgottesdienste im Fernsehen gibt es ja schon länger, nun aber auch Messen und Andachten aus der vertrauten Kirche verfolgen zu können, das ist neu und kommt gut an“, freut sich der Pfarrdechant. Das habe er zahlreichen Rückmeldungen entnehmen können. Dabei nutzen die Gemeindemitglieder auch die Internetseiten der Kirche für zusätzliche Informationen.

Aber auch jüngere Menschen, die nicht immer den direkten Weg in die Kirche fänden, nutzen den digitalen Weg, um Kontakt zu knüpfen, hat Büll festgestellt. „Ich bin überzeugt, dass wir diese Angebote auch nach der Corona-Krise weiter pflegen und voranbringen müssen.“

Viele Wege

Es gebe viele Wege mit den Gläubigen in Kontakt zu treten, es müsse nicht immer der persönliche Kontakt sein. „Gott und eben auch die Kirche sind auf vielen Wegen für die Menschen da“, sagt Büll. Und jetzt würden neue Wege gegangen. Dazu gehören dann ebenfalls E-Mails, Whatsapp und das Internet. Der Pfarrdechant kann sich zudem gut vorstellen, dass digitale Kommunikation unter anderem mit den Firmlingen eine zunehmende Bedeutung finden könne.

Gesicht verändern

Jetzt in Zeiten des Kontaktverbotes und der massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben habe sich das kirchliche Leben sehr verändert, berichtet Büll weiter. „Taufen und Hochzeiten sind abgesagt worden.“ Das seien Feste, die gerne mit vielen Gäste gefeiert würden, da könne er verstehen, dass den Menschen jetzt nicht nach großen Feiern zumute ist. Beerdigungen fänden derzeit nur noch in kleinem Kreis mit höchsten 20 Personen statt. Der Gottesdienst werde dann in der Regel unter freiem Himmel abgehalten.

Büll ist überzeugt, dass Kirche ihr Gesicht nach dieser Corona-Pandemie verändern wird, auch wenn für ihn der persönliche Kontakt und als Gemeinde vor Ort ganz nah bei den Menschen zu sein, immer im Vordergrund stehen wird.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7346465?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686831%2F
Nachrichten-Ticker