Grundschulen in Laer, Horstmar und Leer unterrichten Klassen in kleinen Gruppen
„Das war schon aufregend“

Horstmar/Laer -

Die Werner-Rolevinck-Schule in Laer und die Astrid-Lindgren-Schule mit den Schulstandorten in Horstmar und Leer haben ihren Betrieb wieder aufgenommen. Die Klassen wurden jeweils in zwei Gruppen aufgeteilt, die tageweise im Wechsel kommen. Da der Bedarf an der Notbetreuung in den Grundschulen beider Kommunen zugenommen hat, können diese noch keinen „Offenen Ganztag“ anbieten.

Dienstag, 12.05.2020, 18:33 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 13:42 Uhr
Weil die Klassen in Gruppen aufgeteilt worden sind, können die Schüler den gebotenen Abstand halten. Das Bild zeigt den Unterricht in einer zweiten Klasse in der Werner-Rolevinck-Schule in Laer.
Weil die Klassen in Gruppen aufgeteilt worden sind, können die Schüler den gebotenen Abstand halten. Das Bild zeigt den Unterricht in einer zweiten Klasse in der Werner-Rolevinck-Schule in Laer.

Sie sehnen sich nach Normalität. Doch der gewohnte Schulalltag lässt vermutlich noch lange auf sich warten. Das gilt nicht nur für Familien, sondern auch für die Lehrerschaft, die das Coronavirus vor harte Herausforderungen stellt. Das bestätigt jedenfalls die Kommissarische Leiterin der Astrid-Lindgren-Schule, Claudia Geldermann, auf die Frage dieser Zeitung, wie der Schulbeginn in Horstmar und Leer bisher gelaufen ist. Nach dem Betriebsstart am Donnerstag und Freitag, in dem die ersten Schüler nach der langen Corona-Pause wieder angetreten sind, folgten am Montag das erste und das dritte Schuljahr. Allerdings nur in kleinen Gruppen, um die Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können.

„Das war schon aufregend“, berichtet Claudia Geldermann. Die Mädchen und Jungen seien morgens an beiden Schulstandorten jeweils auf dem Pausenhof empfangen worden. Dort mussten sie sich an verschiedenen Markierungen aufstellen und wurden einzeln vom Lehrpersonal abgeholt und in ihre Klassenräume geführt.

„Der Unterricht findet nur im Altbau statt“, erklärt die Kommissarische Leiterin. So fänden an der Westseite des Schulstandortes in Horstmar momentan Sanierungsarbeiten statt. Während die Bedingungen für den Schulstart in NRW klar gewesen seien, hätten die Vorgaben für die weiteren Tage recht wage geklungen. So hätte sie am Freitagmittag noch nicht gewusst, wie es in dieser Woche weitergehe. Schließlich habe sie dann ein Modell vorgelegt, das bewilligt worden sei. Dieses weiche vom System ab, das die Landesregierung favorisiert hätte. Diese wollte, dass jeden Tag eine andere Jahrgangsstufe in die Schule kommt.

„Wir wollten aber, dass die Gruppen möglichst von ihren Klassenlehrern in ihren Räumen unterrichtet werden“, betont Geldermann. Auch an der Werner-Rolevinck-Schule im benachbarten Laer wurden die Klassen in Gruppen geteilt. Die kommen tageweise im Wechsel. „Wir haben einen Plan erstellt, der bis zu den Sommerferien reicht“, erklärt die Kommissarische Schulleiterin, Sylvia Beyer. Die Eltern hätten entsprechende Übersichten erhalten, die ihnen Sicherheit geben sollten, zu wissen, wann ihre Kinder unterrichtet werden. Allerdings sei das Personal dezimiert. So kämen nicht alle der Kollegen in die Schule, da einige von ihnen wegen ihres Alters oder aufgrund von Vorerkrankungen zu den Risikogruppen gehörten. Die Betroffenen arbeiteten aber von zuhause zu, so Sylvia Beyer.

„Wir haben versucht, die Schüler emotional aufzufangen und haben ihnen noch mal kindgerecht die Hygieneregeln erklärt“, berichtet die Pädagogin, die froh ist, dass die Laerer Grundschule zuvor zufällig an einem Hygiene-Projekt beteiligt gewesen sei, was vieles erleichtert habe.

Für die Schüler im Ewaldi­dorf gibt es morgens ein Zeitfenster. So dürfen sie zwischen 7.40 und 8 Uhr in die Schule kommen. Zum Glück ist das Gelände sehr groß, so dass verschiedene Eingänge genutzt werden können. Im Gebäude wurde ein Leitsystem installiert, dass den Kleinen Orientierung geben soll. Ein Ampelmännchen regelt, dass sie den nötigen Abstand wahren.

Während es in der Werner-Rolevinck-Schule nur eine Empfehlung gibt, Masken zu tragen, ist das in der Astrid-Lindgen-Schule auf dem gesamten Schulgelände und im Schulbus Pflicht. Nur in den Klassenräumen geht es ohne.

Stark zugenommen hat in beiden Kommunen inzwischen der Bedarf an der Notbetreuung. 22 Mädchen und Jungen nehmen diese in Horstmar und Leer wahr. „Am Anfang war es nur ein Kind, doch nach den Osterferien haben viele Eltern diesen Service beantragt“, beschreibt Claudia Geldermann die Entwicklung. Ähnlich ist es in Laer. Dort werden über 20 Kinder in drei Notgruppen betreut. Da dieses Angebot viel Personal und Kapazitäten fordert, können die Grundschulen in beiden Kommunen zur Zeit keinen offenen Ganztagsbetrieb anbieten.

Insgesamt zählt die Astrid-Lindgren-Schule 215 Kinder. 74 von ihnen werden in Leer und 141 in Horstmar unterrichtet. Durch die Zweipoligkeit würde alles gut entzerrt und die Klassen seien recht klein, sieht die Kommissarische Leiterin viele Vorteile in den zwei Standorten.

Die Werner-Rolevinck-Schule in Laer zählt insgesamt 275 Kinder, die sich auf 13 Klassen verteilen.

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