Fundbüro der Stadt Horstmar arbeitet mehr im Verborgenen
Schützenfest erhöht die Quote

Horstmar -

Schlüssel, Fahrräder und Handys – das sind die „Schätze“, die im Fundbüro der Stadt Horstmar schlummern, um das sich Georg Becks kümmert. Vor allem nach Schützenfesten, stellt Becks fest, erhöht sich die Anzahl bestimmter „Fundsachen“.

Mittwoch, 13.05.2020, 13:42 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 17:02 Uhr
Im Keller der Stadtverwaltung werden die Fundräder gesammelt
Im Keller der Stadtverwaltung werden die Fundräder gesammelt

Es gibt ein Amt in der Stadtverwaltung Horstmars, das wenig im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht. Dennoch kann es für einige von Nutzen sein, nämlich dann, wenn der Verlierer beim Fundbüro seine verlorenen Sachen zurück erhält. Dem Fachbereich Ordnende und Soziale Dienste unter der Leitung von Georg Becks ist diese Aufgabe im Fundamt zugeordnet. Caroline Ahmann und Petra Fier im Bürgerbüro sind ihm dabei behilflich. Sie nehmen die entsprechenden Fundanzeigen auf. Dabei halten sie die Fundsache, den Fundort und die Fundzeit sowie die Personalien des Finders fest.

Einmal im Vierteljahr geht das Fundbüro an die Öffentlichkeit. Dann wird in den amtlichen Bekanntmachungskästen in Horstmar und Leer ein Aushang mit den gefundenen Sachen präsentiert. Im Zeitraum von Januar bis März waren das ein Schüssel mit Schlüsselring, Bargeld, ein Auto- mit Haustürschlüssel sowie ein Herrenfahrrad.

Im Sommer ist die Anzahl der gefundenen Leezen größer, wenn nach Veranstaltungen, wie beispielsweise Schützenfesten, dort stehende Fahrräder „ausgeliehen“ und dann am Zielort weggestellt werden.

Die Stadt ist zur Ermittlung des Eigentümers innerhalb einer Frist von sechs-Monaten verpflichtet. Dem kommt das Fundbüro mit der regelmäßigen Veröffentlichung der gefundenen Dinge auch nach.

Interessant ist die Liste der Funde aus der Vergangenheit. „Am häufigsten werden Schlüssel, Fahrräder und Handys als Fundsachen gemeldet“, weiß Georg Becks. Doch auch Tiere werden gemeldet. Hunde und Katzen gehören regelmäßig dazu, Kanarienvögel und Wellensittiche komplettieren die Liste. „Wir hatten sogar einmal ein Pferd als Fundsache“, erinnert sich Petra Fier. Der höchste gefundene und gemeldete Geldbetrag lag bei 650 Euro.

Die Tätigkeit im Fundbüro vollzieht sich nicht im luftleeren Raum. Exakte Bestimmungen dazu enthält das Bürgerliche Gesetzbuch. Danach ist der Finder dazu verpflichtet, den Fund dem Empfangsberechtigten anzuzeigen und abzuliefern. Kennt er diesen nicht, hat er bei einem Wert von mehr als zehn Euro den Fund anzuzeigen und abzuliefern. Darüber hinaus hat der Finder die Möglichkeit, den Fund bei sich aufzubewahren.

Das Fundbüro ist laut Gesetz verpflichtet, Fundsachen mindestens vier Wochen bis längstens sechs Monate lang aufzubewahren. Im Keller der Stadtverwaltung stehen zahlreiche Fahrräder, die auf ihren Besitzer warten. Meldet sich der Verlierer innerhalb von sechs Monaten nicht, so hat der Finder Anspruch auf den gefundenen Gegenstand. Macht er davon keinen Gebrauch, wird die Stadt selbst Eigentümerin der Sachen. „Wir könnten sie versteigern“, erklärt Georg Becks. Von dieser Möglichkeit mache man aber keinen Gebrauch.

Gefundene Fahrräder werden bevorzugt sozialen Einrichtungen wie beispielsweise dem Sozialladen „KomMode“ zur Verfügung gestellt. Will der Finder einen Geldbetrag nicht übernehmen, landet er im Säckel der Stadt. Das sei bisher aber nicht der Fall gewesen, erklären die Bediensteten des Fundbüros.

Der Finder hat Anspruch auf einen Finderlohn. Dieser bemisst sich nach dem Wert des gefunden Gegenstands. Hat dieser einen Wert von bis 500 Euro, erhält der Finder fünf Prozent. Ist der Gegenstand mehr wert, oder handelt es sich bei dem gefundenen Gegenstand um ein Tier, bekommt er drei Prozent. „Nur zum Teil bestehen die Finder auf dem gesetzlich vereinbarten Finderlohn“, sagt Petra Fier.

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