„Musik aktiv“ und Gemeinde streiten um Nutzung von Speicher und Schulkeller
Misstöne beim Musikunterricht

Laer -

Ein Streit ist zwischen „Musik aktiv“ und der Laerer Gemeindeverwaltung entstanden. So würde Thomas Blanke, der die private Musikschule im Ewaldidorf leitet, gerne wieder Räume im Alten Speicher und im Grundschulkeller nutzen. Doch das lehnt die Gemeinde als Hausherr der Räumlichkeiten zurzeit ab. Streitfrage ist, ob die Gemeinde dem Musikschulbetreiber die Zusage gegeben hat oder nicht.

Freitag, 15.05.2020, 18:10 Uhr aktualisiert: 17.05.2020, 12:42 Uhr
Klavierunterricht, hier ein Archivfoto, ist seit Neuestem wieder erlaubt. Gemeinde und „Musik aktiv“ streiten darüber, ob er auch wieder in den Räumen der Gemeinde stattfinden darf.
Klavierunterricht, hier ein Archivfoto, ist seit Neuestem wieder erlaubt. Gemeinde und „Musik aktiv“ streiten darüber, ob er auch wieder in den Räumen der Gemeinde stattfinden darf. Foto: Skovdal & Skovdal

Es steht Aussage gegen Aussage. Zeugen für das Gespräch gibt es keine. Dafür aber jetzt Ärger um die Nutzung der Probenräume in der Laerer Grundschule und im Alten Speicher am Rathaus. Auf der einen Seite Thomas Blanke, der im Ewaldidorf seit Jahren die Musikschule „Musik aktiv“ betreibt und für den Unterricht unter anderem den Schulkeller und den Speicher nutzt. Auf der anderen Seite der Hausherr, also die Gemeindeverwaltung.

Streitfrage: Hat die Gemeinde dem Musikschulbetreiber die Zusage gegeben, dass er nach der Lockerung der Corona-Verordnungen wieder Schule und Speicher für Einzelunterricht nutzen darf? Oder nicht? Fakt ist, dass am Donnerstag vor einer Woche zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Speicher den Klavierunterricht von „Musik aktiv“ untersagten. „Dabei habe ich vorher mit der Gemeinde gesprochen. Der Mitarbeiter hat mir dabei die Erlaubnis gegeben, dass wir unsere Stunden in den Räumen wieder abhalten können.“ Sonst hätte er „nie und nimmer losgelegt“, beteuert Thomas Blanke.

Stefan Wesker, der im Augenblick im Rathaus den Bürgermeister vertritt, widerspricht heftig. „Herr Blanke hat von uns keine Zusage bekommen.“ Das habe sein Kollege in einem schriftlichen Vermerk niedergelegt. Für die Schule gelte nach wie vor ein Betretungsverbot. Davon sei zum Beispiel auch das Blasorchester betroffen, das sonst ebenfalls im Schulkeller probe. Als Grund nennt Wesker, dass die privaten Nutzer noch nicht in das Hygienekonzept, das von der Schule erstellt worden sei, eingearbeitet seien. „Jetzt geht es erst einmal darum, Klasse für Klasse und auch den Offenen Ganztag zu integrieren“, so Wesker. Wer könne ihm garantieren, dass Musikschüler oder -lehrer nicht doch den Keller verlassen und die Schulräume betreten würden? Ausdrücklich ausgenommen und mit einer Sondergenehmigung ausgestattet sei das DRK, das die Schule ebenfalls unter strengen Auflagen für die Blutspende nutzen dürfe.

Thomas Blanke hält das Vorgehen der Gemeinde für ungerecht und für eine Benachteiligung der privaten Nutzer. „Natürlich halten wir uns schon in eigenem Interesse an die Richtlinien.“ In Borghorst, wo Blanke ebenfalls unterrichtet, klappe das auch tadellos.

Was für Blanke dem Ganzen noch die Krone aufsetzt: „Das Kulturforum darf im Speicher Musikunterricht geben. Wir aber nicht.“

Stefan Wesker bestätigt das. „Wir wollen aber auch hier einen Schritt nach dem nächsten gehen. Darum werden wir erst einmal schauen, wie das mit dem Kulturforum klappt, ehe wir weitere Nutzer in den Speicher lassen.“ Schließlich müsste zum Beispiel zwischen den Stunden immer wieder gereinigt werden. „Wer soll das übernehmen?“

Für Thomas Blanke sind das vorgeschobene Gründe. „Das Kulturforum unterrichtet oben, wir unten.“ Bei gutem Willen sei das alles handelbar. „Wenn man nur will.“ Eine Einigung ist unter diesen Vorzeichen nicht in Sicht. Stefan Wesker hält dagegen: „Wir arbeiten die Vorgaben der Landesregierung sauber nacheinander ab.“

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