Schützenfest der Bruderschaft St. Katharina
Gedenken auch ohne eine Kranzniederlegung

horstmar -

Kein Schützenfest wegen Corona, keine Kranzniederlegung, kein offizielles Gedenken – trotzdem werden die Schützen der Bruderschaft St. Katharina ihre Ehemaligen nicht vergessen.

Donnerstag, 28.05.2020, 17:05 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 15:26 Uhr
Die Königspaare aus dem Jahr 2019 müssen noch ein Jahr warten,
Die Königspaare aus dem Jahr 2019 müssen noch ein Jahr warten, Foto: Böddeling

Denkt man an die Jahre zurück, in denen die Freude an Schützenfesten absolut zweitrangig war, denkt man auch zugleich an die dunkelsten Momente der deutschen Geschichte. Im Jahre 1947 wurde zuletzt ein Schützenfest der Kathrinen abgesagt. Zuvor herrschten Personen in Deutschland, welche großes Leid über unsere demokratische Welt gebracht haben.

Mit Beginn des Jahres 1948 war klar, dass die Bruderschaft St. Katharina wieder ein Schützenfest veranstalten möchte, alleine aus dem Grund, wieder etwas Licht in den tristen Horstmarer Alltag zu bringen. Anton Mensing wurde damals König der Bruderschaft.

Am morgigen Pfingstsamstag würde normalerweise ein Kranz zu Ehren der gefallenen und verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft am Ehrenmal niedergelegt. Heute, 72 Jahre, nachdem Anton Mensing König geworden war, wird dies nicht stattfinden. „Es wird keine Kranzniederlegung geben. Was aber nicht heißen soll, dass wir die Männer vergessen haben, die für eine größenwahnsinnige Ideologie ihr Leben lassen mussten. Auch unseren, verstorbenen Mitgliedern in den letzten Jahren sei bedacht“, heißt es aus Vorstandskreisen.

Um diese Gedanken, trotz nicht stattfindender Kranzniederlegung, zum Ausdruck zu bringen, wurde bereits die Altstadt geschmückt, und alle Mitglieder sind aufgerufen, ihre Fahnen über das Pfingstwochenende zu hissen.

Ab dem Jahre 1948 ging es aufwärts für das Brauchtum in Reihen der Kathrinen. Besonders erwähnen muss man in diesem Jahr vor allem Wilfried Kölking (König vor 50 Jahren), Alfons Stemping (Scheibenkönig vor 50 Jahren), Helmut Wigger (König vor 25 Jahren) und Markus Dunkel (Scheibenkönig vor 25 Jahren). Ganz besonders zu erwähnen sind die Mitglieder Albert Bröker, Georg Frieling, und Heinz Ruck, die nunmehr seit 50 Jahren im Verein tätig sind. 25 Jahre Mitgliedschaft in der Bruderschaft feiern dieses Jahr Daniel Bogenstahl, Daniel Niehoff und Jens Ringkamp.

„In einer Zeit, welche wir gerade erleben, darf man nicht nur an sich denken. Gerade jetzt denken wir vor allem an die Vereine, die besonders mit den Absagen der Feste zu kämpfen haben. Der Spielmannszug Horstmar und die Stadtkapelle Horstmar haben keine Einnahmen durch die Auftritte bei diversen Schützenfesten. Auch die Veranstaltungsfirmen oder Live-Bands haben schwer zu kämpfen. Die spielenden Kapellen haben auf unsere Absage solidarisch reagiert. Hut ab, das ist nicht selbstverständlich und sei besonders zu erwähnen“, so der Vorstand der Katharinen in einer Mitteilung.

Für die Bruderschaft geht der Alltag auch ohne Schützenfest weiter. So hat man doch einiges zu tun in und um das Vereinshaus. Zurzeit wird der Innenausbau weitergeführt, und auch der neue Technikraum muss noch installiert werden. Bei Interesse sich einzubringen kann man sich gerne an den Vorstand wenden. Unter Einhaltung der Hygienevorgaben der Landesregierung ist jede helfende Hand willkommen. „Wir haben noch die eine oder andere Aktivität für dieses Jahr in unserem Kalender stehen. Ob und wie diese stattfinden werden, wird immer punktuell erörtern“, so der geschäftsführende Vorstand. So findet am Pfingstsonntag noch eine Videokonferenz des Vorstandes statt, wobei bestimmt auch kurz an das „eigentlich“ stattfindende Schützenfest erinnert wird.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7427650?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686831%2F
Nachrichten-Ticker