Schulentlassfeier wird erstmals im Freien gefeiert
Erster Jahrgang der Sekundarschule Horstmar/Schöppingen verlässt die Schule

Schöppingen -

Wenn Paulchen Panther, Wilhelm Busch und Mahatma Gandhi während einer Veranstaltung zitiert werden, dann muss es schon etwas Besonderes sein. Das war es am Freitagnachmittag auch. Gleich eine Doppel-Premiere feierten Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste auf dem Schulhof der Sekundarschule Horstmar/Schöppingen.

Sonntag, 21.06.2020, 16:02 Uhr aktualisiert: 22.06.2020, 17:08 Uhr

 

Die Jugendlichen gehörten dem ersten Jahrgang der vor sechs Jahren neu gegründeten Sekundarschule an und erstmals wurde die Entlassfeier im Freien begangen. „Die Stimmung war gut. Es freut mich für die Kinder“, sagte Schulleiter Hubertus Drude nach der rund zweieinhalbstündigen Veranstaltung.

Blick auf die Wetter-App

Erst am Dienstag hatte Drude den Schulhof als Ort festgelegt. Der Blick auf die Wetter-App sollte sich auszahlen. Auch die Schüler hatten sich damit arrangiert, nicht im großen Rahmen feiern zu können. „Besser als gar nichts“, fanden Marie Hannig und Samuel Eißing. Die beiden schlossen nicht aus, abends noch im kleineren Klassenkreis feiern zu wollen.

Der Jahrgang in Zahlen

Von den 106 Schülerinnen und Schülern erreichten 81 den Mittleren Schulabschluss, 50 davon mit dem Qualifikationsvermerk für die gymnasiale Oberstufe. Jahrgangsbeste waren mit Hauptschulabschluss Lea Rhode und Christoph Borgert (Durchschnitt 2,8) und mit Mittlerem Schulabschluss Emma Zörner (1,1), Lars Kemper (1,3), Rebecca Bertulies (1,4) und Annika Fier (1,4). Eine duale Ausbildung streben 29 Schüler an, die Berufsfachschule 1 sechs Schüler, die Berufsfachschule 2 elf Schüler, Fachabitur/Höhere Handelsschule/schulische Ausbildung 40 Schüler, Vollabitur 19 Schüler und Freiwilliges Soziales Jahr/Bundesfreiwilligendienst ein Schüler.

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Letztlich fand die Feier in einem würdigen Rahmen statt. Nur eins war gewöhnungsbedürftig. Die Plexiglasscheiben, die für die Zeugnisübergabe auf vier Tischen aufgestellt wurden. So gab es keinen direkten Kontakt zwischen Lehrern und Schülern. „Ich würde dich so gerne drücken“, sagte eine Lehrerin zu einer Schülerin. Die Emotionen wurden durch die Corona-Beschränkungen unterdrückt.

Es kam eher das Gefühl auf, an einem Bankschalter zu stehen. Statt schnöden Mammons gab‘s das lang ersehnte Zeugnis und eine gebundene Ausgabe des Grundgesetzes obendrauf.

Emotionen werden unterdrückt

Der Schulpflegschaftsvorsitzende Karsten Möhle ging auf das Motto des Abschlussjahrgangs, mit Abstand die Besten, ein. „Die Besten zu sein, ist allerdings auch ein Versprechen für die Zukunft.“ Dass die 106 Jugendlichen scheinbar gut gerüstet sind, zeigte sich an der Rede der Schülersprecher Rebecca Bertulies und Lars Kemper. Statt ihr Leid über die Lehrer zu klagen, stellten sie ihre persönliche Entwicklung in den Mittelpunkt.

„Ich habe mit meinen Mitschülerinnen und Mitschülern die Schule gerne besucht, weil die Schule uns einen Rahmen gegeben hat, uns mit unseren Freunden zu treffen, um uns sozial weiterzuentwickeln zu können“, sagte Lars Kemper. Die Schule sei so nicht nur ein reines Bildungsinstitut gewesen, „sondern bekam eine zentrale Rolle, die nahezu in allen Bereichen unseres Lebens einen Einfluss hatte und unsere heutige Persönlichkeit maßgeblich mitgestaltet hat“, so Kemper weiter.

Tugenden wie Fleiß und Ehrgeiz sollen nach wie vor unerlässliche Wegbegleiter und hoch aktuell sein.

Robert Wenking, Bürgermeister von Horstmar

Auf Charakter-Eigenschaften ging Horstmars Bürgermeister Robert Wenking ein: „Tugenden wie Fleiß und Ehrgeiz sollen nach wie vor unerlässliche Wegbegleiter und hoch aktuell sein.“ Fleiß und Ehrgeiz könnte man entfalten, „ohne ethische Grundsätze eines humanistischen Weltbildes außer Acht lassen zu müssen“. Es gehe im Berufsleben um mehr, als der Verdienst zur Befriedigung materieller Bedürfnisse. „Wir leben nicht, um zu arbeiten. Sondern wir arbeiten, um zu leben.“

Jugendliche singen Schlager-Klassiker

Und feiern können die Jugendlichen offensichtlich, wie sich an der Berlin-Fahrt gezeigt hat. Doch da konnte auch Schulleiter Drude mithalten. Er animierte in der Hauptstadt die Jugend nicht nur zum Mitsingen von Schlager-Klassikern, sondern entpuppte sich auch als fast eleganter Tänzer.

„Wir könnten jetzt feiern. Doch das dürfen wir leider nicht“, sagte Drude zum Schluss. Was blieb war ein einfaches „Tschüss“.

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