Wenking befürchtet eine Spaltung
Bürgermeister lässt den Stein entfernen

Horstmar -

Bürgermeister Robert Wenking will den Stein auf dem Städtischen Friedhof, der in den vergangenen Wochen zu einer kontroversen Diskussion in der Burgmannstadt und zahlreichen Leserbriefen in dieser Zeitung geführt hat, Anfang nächster Woche entfernen lassen. Das kündigte er am Freitag in einem Gespräch mit den WN an. Wie Wenking erklärte, befürchtet er, dass die Diskussion in eine falsche Richtung läuft und die Bürgerschaft spaltet.

Freitag, 31.07.2020, 20:29 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 20:50 Uhr

„Der Stein mit dem auferstandenen Christus und dem Buch des Lebens wird Anfang kommender Woche entfernt“, kündigt Bürgermeister Robert Wenking in einem Gespräch mit den WN an. Die öffentliche Diskussion laufe in eine „falsche Richtung“, begründet der Verwaltungschef seine Entscheidung. So sei der Stein trotz der Herausmeißelung des Namens mit den Verbrechen an den Menschen jüdischen Glaubens in Horstmar in Verbindung gebracht worden.

„Ich habe die große Sorge, dass durch den angekündigten Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (wir berichteten) die Diskussion um dieses Thema auch im Rat weiterhin in eine völlig falsche Richtung gelenkt wird“, erklärt der Bürgermeister. Teilinhalte einiger Leserbriefe ließen darauf schließen, dass die Diskussionen gerade von Bündnis 90/Die Grünen nicht, wie angekündigt, sachlich geführt würden, so Wenking weiter.

Aufgrund der Bedeutsamkeit des Themas und der „unzweifelhaft eindeutigen Haltung“ zur Erinnerungskultur der Stadt Horstmar möchte der Bürgermeister das im Rat unter allen Umständen genauso vermeiden wie eine Spaltung der Bürgerschaft. „Das ist der Stein nicht wert,“ betont Wenking abschließend.

Die öffentliche Diskussion hatte ein Bericht von Anna-Maria Vossenberg ins Rollen gebracht. So hatte die Mitbegründerin der „Initiative Stolpersteine“ über die Geschichte des Steins auf dem Städtischen Friedhof aufgeklärt.

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