Bewährungsstrafe für mehrfach vorbestraften Handwerker (45)
Dachdeckeraufzug nicht bezahlt und nicht zurückgegeben

Horstmar -

Seit fast neun Monaten wartet ein 32 Jahre alter Horstmarer nicht nur auf die Rückgabe seines Dachdeckeraufzugs, sondern auch auf die ausstehenden Mietzahlungen dieses teuren Baugeräts.

Am Donnerstag stand der Mieter vor dem Amtsgericht Steinfurt. Der 45 Jahre alte selbstständige Dachdecker aus Bergneustadt in der Nähe von Köln hatte am 3. Januar über ein Online-Kleinanzeigen-Portal den Aufzugsanhänger gemietet.

Donnerstag, 24.09.2020, 18:30 Uhr

Seit fast neun Monaten wartet ein 32 Jahre alter Horstmarer nicht nur auf die Rückgabe seines Dachdeckeraufzugs, sondern auch auf die ausstehenden Mietzahlungen dieses teuren Baugeräts.

Am Donnerstag stand der Mieter vor dem Amtsgericht Steinfurt. Der 45 Jahre alte selbstständige Dachdecker aus Bergneustadt in der Nähe von Köln hatte am 3. Januar über ein Online-Kleinanzeigen-Portal den Aufzugsanhänger gemietet. Bis heute hatte der mehrfach wegen Betrugs vorbestrafte Vater eines zehn Jahre alten Sohnes den Mietzins in Höhe von 100 Euro täglich nicht bezahlt und den 3700 Euro teuren Aufzug auch nicht zurückgegeben. „Ich habe mich wohl mit einer Baustelle in Gelsenkirchen übernommen. Die war zu groß für mich. Außerdem stehen noch 9000 Euro vom Bauherrn aus“, begründete der Angeklagte seine Versäumnisse. Als die Richterin ihn fragte, weshalb er sich bei dem Eigentümer des Baugeräts aus Horstmar seit beinahe acht Monaten nicht mehr gemeldet habe, antwortete der klamme Handwerker mit Schulterzucken: „Ich habe vieles falsch gemacht. Aber ich wollte den Dachdeckeraufzug nie behalten.“

Der betrogene Horstmarer sagte aus, dass er noch bis zum 5. Februar zum Angeklagten Kontakt gehabt hätte. „Er hat den Aufzug zunächst für eine Woche gemietet und dann um zehn Tage verlängert. Aber Geld hat er dafür nie bezahlt.“ Am 4. Januar sei der 45-Jährige auf seinem Betriebsgelände aufgetaucht. „Als ich den Mietvertrag aus meiner Wohnung holen wollte und wieder zurückkam, war der Angeklagte samt Anhänger verschwunden.“ Der Dachdecker versicherte dem Gericht, dass der Aufzug noch in der Nähe der Baustelle stehen und er ihn bei nächster Gelegenheit zurückbringen würde.

Die Staatsanwältin plädierte wegen Veruntreuung und Unterschlagung auf eine Freiheitsstrafe in Höhe von acht Monaten, die zu Bewährung auf vier Jahre ausgesetzt werden sollte. Darüber hinaus forderte sie 250 gemeinnützige Arbeitsstunden. Die Richterin verurteilte den Dachdecker letztendlich zu einer viermonatigen Gefängnisstrafe mit drei Jahren Bewährung und 100 Arbeitsstunden, die der Täter binnen acht Monaten ableisten muss.

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