Henrik Langebröker ist Sieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks
Ein Seiler hat Verantwortung

Metelen/Schöppingen -

Henrik Langebröker ist ein wahrer Meister seines Fachs. So hat der 22-Jährige, der aus Metelen stammt, und zurzeit eine Lehre in der Seilerei Hölscher am Standort Schöppingen macht, einen Sieg im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks errungen. Zuvor hatte der junge Mann bereits erfolgreich eine Lehre als Metallbauer in einem Nordwalder Betrieb absolviert.

Sonntag, 08.11.2020, 17:15 Uhr aktualisiert: 15.11.2020, 16:54 Uhr
Thomas Hölscher (l.) ist nicht nur der Chef von Henrik Langebröker, sondern auch sein Patenonkel. Deswegen weiß er, dass der 22-Jährige schon als Jugendlicher wild aufs Radladerfahren war. Zudem hat er dem jungen Mann viel beigebracht.
Thomas Hölscher (l.) ist nicht nur der Chef von Henrik Langebröker, sondern auch sein Patenonkel. Deswegen weiß er, dass der 22-Jährige schon als Jugendlicher wild aufs Radladerfahren war. Zudem hat er dem jungen Mann viel beigebracht. Foto: Neugebauer

Aus dem Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks im Kammerbezirk Münster ist Henrik Langebröker als glücklicher Sieger hervorgegangen. Neben einer Urkunde erhielt der erfolgreiche Absolvent, der bei der Seilerei Hölscher am Standort Schöppingen arbeitet, auch eine Geldprämie. „Diese darf ich nicht etwa für den Kauf eines Mopeds einsetzen, sondern nur für meine berufliche Weiterbildung, etwa für einen Meisterkurs, einen Englischkursus oder für eine zusätzliche betriebswirtschaftliche Ausbildung“, berichtet der junge Mann.

Die kommt dem 22-Jährigen, der aus Metelen stammt, zugute, denn er will sich auch für den Landes- und Bundeswettbewerb im Seilerhandwerk qualifizieren und rechnet sich dabei gute Chancen aus. Voraussetzung zur Teilnahme am Leistungswettbewerb war das Bestehen der Gesellenprüfung mit der Note wenigstens gut. Zudem musste Henrik Langebröker ein Treppengeländerseil anfertigen. Es dauerte ein wenig, bis sich der Metelener für eine Ausbildung im Seilerhandwerk begeistern konnte.

Zuvor hatte er schon eine Lehre als Metallbauer in einem Nordwalder Betrieb absolviert. Doch schon damals zog es ihn immer wieder in die Seilerei der Firma Hölscher. „Er war schon mit 14 Jahren ganz wild auf das Radladerfahren“, erinnert sich Thomas Hölscher, der der Patenonkel von Henrik Langebröker ist. Letztlich entschied sich sein Schützling für eine dreijährige Berufsausbildung als Seiler. Dabei waren zwölf Wochen Blockunterricht im Jahr angesagt. Dieser fand in Münchausen in der Nähe von Hof in Oberfranken statt. Zunächst wohnte der 22-Jährige in einem Jugendheim, später teilte er mit Gleichgesinnten zu dritt eine Ferienwohnung.

„Taue, Trossen und Seile spielen in unserem Leben eine größere Rolle, als viele Leute glauben“, meint Henrik Langebröker, zu den Produkten, mit denen er täglich zu tun hat. Oft genug seien ihre Qualität und Tragfähigkeit entscheidend für die Sicherheit von vielen Menschen. Als Seiler sorge man dafür, ist sich der junge Geselle seiner Verantwortung durchaus bewusst. So sicherten sich viele Gipfelstürmer und Kletterer bei kühnen Bergtouren mit den Seilen ab. Aber auch die Skifahrer und viele Ausflügler in Liften und Gondeln müssten gut gesichert sein.

Vom Schiffstau im Hafen über das tonnenschwere Lastenseil im Kran bis hin zum Fahrstuhlkabel und Abschleppseil im Kofferraum hat Henrik Langebröker in der Firma Hölscher vieles gesehen. Jedes der Seile müsse für seinen Einsatz die entsprechende Festigkeit aufweisen. Es seien schon entsprechende mathematische Berechnungen erforderlich, um Bruchkräfte zu errechnen, erklärt der gewiefte Handwerker.

Je nach Bedarf würden Produkte aus Chemiefasern oder natürlichen Rohstoffen gefertigt. Im Zeichen des Umweltschutzes kämen auch immer mehr natürliche Rohstoffe wie Hanf, Sisal, Jute oder Baumwolle zum Einsatz, erläutert Firmenchef Thomas Hölscher. Die Ware komme zum Teil aus Fernost. Um die verschiedenen Stränge herzustellen, lernte Henrik Langebröker zahlreiche technische Geräte bei seinem Patenonkel in der großen Werkhalle der Hölschers in Schöppingen kennen. Häufig kamen dabei Verseil- und Seilschlagmaschinen zum Einsatz.

Das Spleißen, das Verflechten zweier Tauenden, ist heute für ihn eine leichte Übung. Und der junge Geselle fühlt sich in der Firma mit weiteren 23 Kollegen sehr wohl.

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