Neuer Städteatlas über Horstmar
Auf den Spuren der Burgmannen

Horstmar -

Gleich zweimal hat das Corona-Virus die öffentliche Vorstellung des neuen Städteatlas von Dr. Peter Ilisch verhindert. Ursprünglich wollte der Historiker sein Werk am 10. März im Kaminraum des Pfarrzentrums Borchorster Hofes einem breitem Publikum präsentieren. Dazu hatten die Historische Kommission für Westfalen, das Institut für vergleichende Stadtgeschichte und die Stadt Horstmar eingeladen, den Termin wegen des ersten Lockdowns aber wieder absagen müssen. Auch der zweite Anlauf am 23. November scheiterte coronabedingt.

Sonntag, 29.11.2020, 15:50 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 16:30 Uhr
Dr. Peter Illisch wurde 1947 in Billerbeck geboren. Er studierte Geschichte und Volkskunde in Münster und wurde 1974 mit einer Arbeit zur Münzgeschichte Westfalens promoviert. Von 1979 bis 2012 war der Autor am heutigen LWL-Landesmuseum für Kunst und Kultur in Münster als Historiker und Numismatiker tätig.
Dr. Peter Illisch wurde 1947 in Billerbeck geboren. Er studierte Geschichte und Volkskunde in Münster und wurde 1974 mit einer Arbeit zur Münzgeschichte Westfalens promoviert. Von 1979 bis 2012 war der Autor am heutigen LWL-Landesmuseum für Kunst und Kultur in Münster als Historiker und Numismatiker tätig. Foto: LWL/B. Beyer.

 

Damit das Atlasblatt dennoch bekannt wird, sandte der Herausgeber eine Pressemitteilung an diese Zeitung. Wie aus ihr hervorgeht, veröffentlicht die Historische Kommission für Westfalen seit mehr als vier Jahrzehnten den Historischen Atlas westfälischer Städte und seinen Vorgänger, den Westfälischen Städteatlas. Laut der Kommissionsvorsitzenden Prof. Dr. Mechthild Black-Veltrup, die zugleich Leiterin des Landesarchivs in Münster ist, sind bereits über 90 und damit mehr als die Hälfte der westfälischen Städte im Rahmen der guten Kooperation mit dem Institut für vergleichende Stadtgeschichte bearbeitet worden.

Dank der Arbeit von Peter Ilisch gehört die Stadt Horstmar nun auch dazu. Der Autor ist schon länger von ihrer spannenden Geschichte und ihren Burgmannen fasziniert. „Nach dem Untergang der Edelherren wurde aus der von ihnen angelegten Burgmannssiedlung eine überdurchschnittlich befestigte, fürstbischöfliche Kleinstadt mit vielen Sonderrechten für die Burgmannen“, begründet der Verfasser, der zudem auf die überregionale Bedeutung von Horstmar hinweist, die von den Fürstbischöfen von Münster gerne als Residenz genutzt wurde, bis die Landesburg dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer fiel, sein Interesse.

Das, aber beispielsweise auch die Rolle der Edelherren, die im 12. und 13. Jahrhundert nicht nur die Stellung im westlichen Münsterland mit ihrer Burg Horstmar ausbauten und auch in der Reichspolitik aktiv waren, findet in der Dokumentation ebenfalls Erwähnung. Ihr herausragendster Vertreter ist Bernhard III. von Horstmar, genannt „der Gute“, der ein gesuchter Diplomat mit besten internationalen Beziehungen war, dessen Geschichte besonders den älteren Bürgern bekannt sein dürfte.

„Mit dem Städteatlas haben wir eine zeitgemäße, anschaulich bebilderte Stadtgeschichte erhalten“, freut Bürgermeister Robert Wenking sich über die Veröffentlichung. Er dankt dem Autor und den beiden Institutionen für ihren gemeinsamen Einsatz im Interesse der Stadt. Stadtgeschichte könne bisweilen ein trockener Stoff sein, aber wenn sie so anschaulich aufbereitet würde, wie in diesem Fall, mache die Beschäftigung damit richtig Spaß.

Der Städteatlas ist eine Mappe in handlichem Format. in der ein Heft mit einer reichlich bebilderten Stadtgeschichte und mehrere gefaltete Karte liegen. „Wichtigste Karte ist dabei immer das neugezeichnete Urkataster, also eine zeitgemäße Wiedergabe der ersten genauen Vermessung der Stadt, im Fall Horstmar von 1828“, heißt es in der Presseverlautbarung. Alte und topographische Karten ergänzten das Bild, zudem mehrere thematische Karten wie etwa zu den Einkommensklassen der Hausbesitzer oder zur Verwaltungsgliederung des fürstbischöflichen Amtes Horstmar um 1500.

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