Bischoff Johannes Poggenburg hat sakrales Bauwerk vor 90 Jahren geweiht
Kirche wurde mehrmals vergrößert

Horstmar-Leer -

Vor 90 Jahren hat Bischof Johannes Poggenburg die Kirche Ss. Cosmas und Damian in Leer geweiht, nachdem das ursprüngliche sakrale Bauwerk erheblich vergrößert worden war. Der jetzige Zustand der Kirche ist das Ergebnis einer grundlegenden Renovierung im Jahr 2005.

Montag, 14.12.2020, 20:49 Uhr
So sieht die Pfarrkirche in Leer heute aus. Der jetzige Zustand ist das Ergebnis einer grundlegenden Renovierung im Jahr 2005.
So sieht die Pfarrkirche in Leer heute aus. Der jetzige Zustand ist das Ergebnis einer grundlegenden Renovierung im Jahr 2005. Foto: aja

Vor 90 Jahren, am 15. Dezember 1930, wurde die Kirche in Leer durch Bischof Johannes Poggenburg nach erheblicher Vergrößerung des ursprünglichen Gebäudes geweiht. Als Besonderheit überspannen Gewölbegurte aus Stahlbeton den neuen breiten Kirchraum, dessen Nutzung seinerzeit eine Neuheit im Kirchenbau war. Durch den Stahlbeton waren neue, weite Konstruktionen möglich und die Fenster konnten als Lichtpunkte in kleinen Wandfeldern gestaltet werden.

Die Maßnahmen wurden durch den Architekten Albert Feldwisch-Drentrup aus Osnabrück realisiert, der die Ziele des Kirchenbaus der Moderne durch die Aufnahme der Forderungen des Bauhauses Weimar/Dessau verfolgte. Diese sahen die Loslösung vom Historismus, hin zu neuen Baustoffen und Schaffung von Kirchenräumen, die einfach, streng und schmucklos sind mit sparsamer Ausstattung und einem etwas erhöhten Altar als Schwelle zu Gott waren, vor. Der Kirchenraum in Leer entspricht diesen Zielen fast genau.

Der älteste und damit erste Teil der Leerer Kirche wurde um 1200 auf dem Grund und Boden des Fronhofes (Oberhof, von dem aus umliegende Besitzungen verwaltet wurden) Leheri der Abtei Werden errichtet. Danach hat Hermann II. von Katzenelnbogen (von 1173-1203 Bischof von Münster und erster Fürstbischof von Münster) im Rahmen der Verbesserung der Pfarrseelsorge Leer und auch Horstmar von der ‚Taufkirche‘ Schöppingen „abgepfarrt“, die damit selbstständige Pfarren wurden.

Die Kirche Ss. Cosmas und Damian war ursprünglich eine zweijochige Saalkirche mit Westturm und Rechteckchor im Osten. Die Gewölbekappen dieses ehemaligen Kirchenschiffes enthalten eine recht seltene mittelalterliche Gewölbemalerei, von der bei Renovierungsarbeiten 1980 ein Segment restauriert wurde. Sie wird in die Zeit um 1400 datiert.

1828 wurde der damals durch Brand geschädigte Turm, der ein Satteldach zwischen Treppengiebeln hatte, erneuert und mit einem spitzen Pyramidenturmhelm versehen. Nur das Untergeschoss gehört noch zum ersten Turm.

1881 wurde durch Anbau eines neuen neogotischen Chores die Kirche nach Osten hin vergrößert und an der Nordwand eine Sakristei angebaut. Die Einsegnung erfolgte am Patronatsfest 1881. Zu Pfingsten 1882 wurde darin ein neuer Hochaltar, gestiftet von Bernard Schulze Schleithoff, genannt Schulze Greving, errichtet.

Da auch nach dieser Vergrößerung die Kirche bald wieder zu klein war, wurde eine weit reichendere Maßnahme geplant. Dabei entschied man sich für eine Erweiterung nach Süden, im rechten Winkel zur bisherigen Kirche (Architekt Albert Feldwisch-Drentrup, Osnabrück), sodass aus der Ostwest ausgerichteten Kirche eine solche mit Chor im Süden wurde, die so breit ist, wie die alte lang war.

1927 brachte eine große Verlosung notwendige Mittel, Ende 1928 begann man mit den Ausschachtungsarbeiten, und am 15. Dezember 1930 weihte Bischof Poggenburg die neue Kirche. 1979/80 erfolgte eine umfassende Renovierung des Innenraumes. Vor allem der Altarraum wurde neu gestaltet. Der jetzige Zustand ist das Ergebnis der grundlegenden Renovierung im Jahre 2005.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7723412?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686831%2F
Nachrichten-Ticker