Die vier Leerer Schützenvereine schauen auf 2020 zurück und wagen einen Ausblick auf 2021
Ein Jahr des Verzichts

HOrstmar-Leer -

Ein Jahr es Verzichts liegt hinter den vier Schützenvereinen im Horstmarer Ortsteil Leer. Bedingt durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Lockdowns mussten die Alster, die Dörfer, die Ostendorfer und die Halterner nicht nur ihre Schützenfeste, sondern auch einige der gemeinsamen Veranstaltungen absagen. Die Vorsitzenden und ihre Mitstreiter hoffen nun, dass es im neuen Jahr besser wird.

Dienstag, 05.01.2021, 17:06 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 17:10 Uhr
Die Laienspielschar des Schützenvereins Leer-Dorf musste schweren Herzens ihre für 2020 geplanten Aufführungen absagen. Die Akteure werden erst im nächsten Jahr wieder in der Öffentlichkeit auftreten.
Die Laienspielschar des Schützenvereins Leer-Dorf musste schweren Herzens ihre für 2020 geplanten Aufführungen absagen. Die Akteure werden erst im nächsten Jahr wieder in der Öffentlichkeit auftreten.

Die Gemütlichkeit und Geselligkeit zu pflegen, sind nicht die einzigen Ziele, die sich die vier Schützenvereine des Horstmarer Ortsteiles Leer auf ihre Fahnen geschrieben haben. Treffend werden ihre Aufgaben im Festbuch der Halterner Schützen aufgeführt. Dieses wurde anlässlich des 400-jährigen Bestehens im Jahr 2012 herausgegeben. „Der Schützenverein ist einerseits ein Ort des Miteinanders, andererseits aber auch ein Ort des Mithandelns und der Mitverantwortung“, heißt es in dem Dokument.

In seiner Satzung hat der Schützenverein Alst verankert, dass die Pflege der Geselligkeit sein Zweck ist. Die Geselligkeit und das Kulturleben zu pflegen, heißt es in der Satzung der Ostendörfer. Ähnlich lautende Regelungen gibt es auch bei den Dörfern.

Rückblickend betrachtet bedauern die Vorsitzenden der Leerer Schützenvereine, dass die Pflege der Geselligkeit und des Miteinanders im zurückliegenden Jahr coronabedingt zu kurz gekommen ist. So mussten alle Schützenfeste abgesagt werden. Auch die gemeinsamen Veranstaltungen, wie beispielsweise das Dorffest oder „4x4“, fielen der Pandemie zum Opfer.

Auf verschiedene Art und Weise haben die Vorstände sich bemüht, mit ihren Mitgliedern in Kontakt zu bleiben. Dabei wurden einerseits soziale Medien wie Whats­App oder Facebook genutzt, außerdem gab es Weihnachts- und Neujahrsgrüße für alle Schützen per Post. An alle 340 Mitglieder verteilten beispielsweise die Dörfer ihre schriftlichen Botschaften.

Im Februar 2020 konnten die Schützen noch ihr Karnevalsfest genießen. Danach begann der Lockdown, der alle Veranstaltungen verbot. Die Jahreshauptversammlung wurde per Videokonferenz abgehalten. „Das hat gut geklappt. Wir haben damit viel Lob geerntet. Ein Generationenproblem mit der neuen Technik hat es nicht gegeben. Die jüngere Generation war den Älteren behilflich“, berichtet Frank Hölscher. Der Vorsitzende der Dörfer kann sich diese Art der Jahreshauptversammlung durchaus auch im neuen Jahr vorstellen. „Wir entscheiden das situationsbedingt“, erklärt er hinsichtlich des Veranstaltungsprogramms in 2021.

Stark getroffen hat der Lockdown die vereinseigene Laienspielschar. Diese wollte das plattdeutsche Stück „Melk me tot lesste moal“ aufführen. „Wir hatten bereits die Bühne im Saal des Gasthofes Vissing/Wegmann aufgebaut, die Requisiten eingekauft und im Vorfeld die Eintrittskarten verkauft“, blickt Spielleiterin Petra Wegmann bedauernd zurück, dass alle Vorbereitungen umsonst waren. Die Akteure werden erst wieder im Jahr 2022 mit einem Theaterstück an die Öffentlichkeit treten, kündigt sie an.

Der Schützenverein Leer-Ostendorf mit seinen 300 Mitgliedern hat aus der Not eine Tugend gemacht. Er hat die sonst üblichen Schützenbändchen an seine Mitglieder veräußert. Der Reinerlös in Höhe von insgesamt 500 Euro kam der „JuLe“ und der katholischen Kirchengemeinde zugute. „Wir haben schon mal die Termine für 2021 festgezurrt und hoffen, dass die Veranstaltungen stattfinden können“, berichtet Christian Löbbering. Wie der Vorsitzende weiter erklärt, ist das Schützenfest der Ostendörfer für den 18. Juli geplant ist.

Hingegen müssen die Schützen Leer-Haltern auch in diesem Jahr auf ein Schützenfest verzichten. „Wir wollen den Zweijahresrhythmus einhalten und erst wieder in 2022 feiern“, begründet Vorsitzender Frank Berning die Entscheidung. Sie beschert dem aktuellen Schützenkönigspaar Jonas und Stephanie Viefhues eine insgesamt vierjährige Amtszeit. Der 200 Mitglieder zählende Schützenverein hat sich für dieses Jahr die Renovierung von Bavings Kapelle vorgenommen.

Der Schützenverein Alst mit seinen 250 Mitgliedern war der erste, der im vergangenen Jahr sein Schützenfest coronabedingt schweren Herzens absagen musste. Üblicherweise wird dieses immer Anfang Mai gefeiert. Der Vorstand hatte die Schützen gebeten, an den Schützenfesttagen die Fahnen herauszuhängen und von den privaten Feiern Videos zu machen und über WhatsApp zu veröffentlichen. „Davon wurde rege Gebrauch gemacht und wir hatten eine wunderbare Übersicht über das Geschehen in der Alst“, freut sich Vorsitzender Michael Telgmann, der sich auch gerne an die Aktion zum Nikolausfest erinnert, bei der jedes Kind eine gut gefüllte Tüte erhielt. Bezüglich der Planungen für 2021 will man in der Alst erst die Pandemie-Entwicklung abwarten.

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