Bruderschaft würdigt Antonius-Kapelle mit einer Festschrift
Wo Himmel und Erde sich berühren

Horstmar -

Corona hat die ursprünglich geplanten Festivitäten zum 250-jähriges Bestehen der Antonius-Kapelle im vergangenen Jahr verhindert. Dafür hat die Antoniusbruderschaft jetzt eine Festschrift herausgegeben, die in Wort und Bild über das kleine Gotteshaus am Schöppinger Berg berichtet. Eine gute Ergänzung dazu ist der Kalender „Mit der Antoniuskapelle durch das Jahr“, der die Andachtsstätte in wundervollen Bildern zeigt. Sie stammen teilweise aus einem Foto-Wettbewerb, zu dem die Antoniusbrüder in 2020 aufgerufen hatte.

Donnerstag, 07.01.2021, 18:18 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 18:20 Uhr
Die Antonius-Kapelle am Schöppinger Berg ist von jeder Seite und zu jeder Jahreszeit schön und ein beliebter Anziehungspunkt.
Die Antonius-Kapelle am Schöppinger Berg ist von jeder Seite und zu jeder Jahreszeit schön und ein beliebter Anziehungspunkt.

Sie ist beliebter denn je und wird immer häufiger angesteuert. Gerade im zurückliegenden Corona-Jahr haben die Besucher das Fürbitten- und Dankebuch vermehrt genutzt, um ihre Sorgen, Anliegen und Gebete vor Gott zu tragen. Zudem ist der Kerzenverbrauch, der in den Vorjahren bei rund 12 000 Stück gelegen hat, rasant angestiegen. Gemeint die die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg, die im vergangenen Jahr 250 Jahre alt geworden ist. Weil dieses besondere Jubiläum pandemiebedingt nicht so gefeiert werden konnte, wie ursprünglich geplant, haben sich die Verantwortlichen der Antoniusbruderschaft einiges einfallen lassen, um das kleine Gotteshaus zu würdigen und erneut in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken.

Traurige Berühmtheit erreichte das Wahrzeichen des Schöppinger Berges, als Anfang 2018 ein Lastkraftwagen in das Gebäude krachte und es damit fast zum Einsturz brachte. Dank des Einsatzes der Antoniusbrüder, zahlreicher Helfer und Fachleute kam es nicht dazu, sodass die sanierte Kapelle inzwischen wieder in neuem Glanz erstrahlt. Auch, wenn der Unfall schrecklich war, hat er bewirkt, dass die Bevölkerung die Andachtsstätte vor den Toren ihrer Stadt um so mehr zu schätzen weiß und sehr viel bewusster wahrnimmt als zuvor.

„Die Antonius-Kapelle war immer da. Sie steht für Stabilität“, schreibt Vorsitzender Heinz Schütte in der Festschrift, die seine Bruderschaft jetzt herausgegeben hat. Natürlich sollte sie eigentlich im Jubiläumsjahr erscheinen, was die Umstände von Corona jedoch verhindert haben. Um so glücklicher zeigen sich die Verantwortlichen, das dokumentarische Werk während eines Pressetermins der Öffentlichkeit vorstellen zu können.

Neben Heinz Schütte nehmen auch sein Stellvertreter Martin Ruck und Pfarrdechant Johannes Büll an dem Gespräch teil. Als Präses der Bruderschaft weiß der Seelsorger um die Gründe, die die Männer 1770 bewegt haben, das kleine Gotteshaus zu errichten. „Die Antoniusbrüder wollten damals mit dem Kapellenbau ein sichtbares Zeichen setzen, einen Ort, wo sich Himmel und Erde berühren und Gott uns spürbar nahe ist“, schreibt der Geistliche in seinem Grußwort. Nach mündlicher Überlieferung legte die Bruderschaft, die 1651 oder 1652 gegründet worden sein soll, ein Versprechen ab, auf dem Schöppinger Berg eine Kapelle zu errichten und zu pflegen, wenn die Pest nicht von Schöppingen nach Horstmar kommt.

Das besondere und dankenswerte Engagement der Runde um Heinz Schütte lobt Bürgermeister Robert Wenking in seinem Grußwort. Wie er schreibt, wenden Generationen von Mitgliedern der Antoniusbruderschaft seit Jahrzehnten mit hoher Einsatzbereitschaft viel Mühe auf, um das Baudenkmal zu pflegen, zu unterhalten und zu sanieren. Zudem sorgen die Männer dafür, dass die Tür der Landkapelle tagtäglich von 8 bis 20 Uhr für jeden Besucher offen steht.

Ob werktags oder am Wochenende, jeweils zwölf Stunden haben vorbeifahrende Autofahrer, Spaziergänger oder Radler die Gelegenheit, am Ort des christlichen Glaubens zu beten, sich im dort ausliegenden Bittbuch zu verewigen und eine Kerze als Licht der Hoffnung und des Trostes zu entzünden. Die Geldspenden und der Erlös aus dem Kerzenverkauf werden zur Erhaltung der Kapelle, für die Mission sowie für Bedürftige im engeren Sinne verwandt.

All` das ist in der reich bebilderten Festschrift zu lesen. Zudem wird in ihr das Leben des Heiligen Antonius und seine Rolle für Horstmar und das Münsterland beschrieben. In einem weiteren Text geht um die Besonderheit des Kapellengebäudes sowie den kunsthistorischen Wert ihrer Exponate.

Seit 1955 führt die Bruderschaft ein Protokollbuch, in dem sie festhält, was sich rund um die Kapelle auf dem Schöppinger Berg ereignet. So fiel 1975 der Beschluss, die Fenster und die Kapelle gegen Einbruch zu sichern. Zudem wurde in dem Jahr die Statue des Heiligen Antonius in der ursprünglichen Fassung restauriert. Seit 1994 wird das kleine Gotteshaus mit Strom versorgt. Im April 2002 wurde der Fuß- und Radweg zur Kapelle, das Antoniuspättken nach langem Warten fertig und im Mai eröffnet.

Seit 1997 leitet Heinz Schütte die Bruderschaft, derer Mitglieder zwischen 27 und 89 Jahren alt sind. „Bei uns sind alle Berufsgruppen vertreten“, freut sich Martin Ruck über die gemischte Gruppe, die sich alle anfallenden Arbeiten brüderlich teilt. Der Vorsitzende – dessen Vorgänger Conrad Wüller und Heinrich Barbier waren – freut sich darüber, dass an der Kapelle nicht nur die Messen zu den großen Prozessionen, sondern auch Mai- sowie Rosenkranzandachten, Jubiläumshochzeiten, Taufen und Abschiede gefeiert werden, was die Verbundenheit mit der Bevölkerung verdeutlicht.

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