Doris Zintl hat den Jugendtreff in Leer von Anfang an mitgeprägt
Sie ist das Gesicht der „JuLe“

Horstmar-Leer -

Doris Zintl ist das Gesicht des Jugendtreffs „JuLe“ an der Burgsteinfurter Straße in Leer. Seit seiner Gründung vor 23 Jahren ist die 58-Jährige an vorderster Front dabei. Nach guter Tradition gibt die dreifache Mutter jedes Jahr einen Tätigkeitsbericht im Ausschuss für Jugend, Sport, Soziales, Kultur und Heimatpflege ab.

Sonntag, 24.01.2021, 16:30 Uhr aktualisiert: 25.01.2021, 15:05 Uhr
Gerne erinnern sich die Teilnehmer an die Foto-Aktion im Rahmen des Rucksackprojektes, die Doris Zintl (hinten l.) in Zusammenarbeit mit, Fotografin Doris Kremer (2.v.l.) und Janina Corporal (2.v.r.) vom „VIP`Z“ in Horstmar begleitet hat.
Gerne erinnern sich die Teilnehmer an die Foto-Aktion im Rahmen des Rucksackprojektes, die Doris Zintl (hinten l.) in Zusammenarbeit mit, Fotografin Doris Kremer (2.v.l.) und Janina Corporal (2.v.r.) vom „VIP`Z“ in Horstmar begleitet hat. Foto: fn

Das Fachgremium zeigt sich stets begeistert davon, wie umfangreich das Angebot für den Nachwuchs vor Ort ist. „Hier finden Kinder und Jugendliche im Kreise Gleichgesinnter eine Heimat“, beschrieb Bürgermeister Robert Wenking anlässlich einer Festivität zum 20-jährigen Bestehen die Funktion der Einrichtung, die nicht zuletzt dank des Engagements von Doris Zintl einen guten Ruf in der Gemeinde genieße.

Die Tochter aus dem Haus Berning an der Burgsteinfurter Straße ist in Sachen Kinder- und Jugendarbeit Seiteneinsteigerin. Sie hat eine Ausbildung zur Augenoptikerin absolviert und viele Jahre in diesem Beruf und als Schmuckverkäuferin in Ochtrup gearbeitet. „Ich habe unendlich viele Fortbildungen absolviert, um mich für den Einsatz für Kinder und Jugendliche zu qualifizieren“, berichtet die engagierte Bürgerin. Ihr Einsatz, seit 1997 zunächst ehrenamtlich, führte zu steigenden Mitgliederzahlen im Treff.

Die Stadt suchte seinerzeit eine feste Kraft, ein Angebot das die Mutter dreier erwachsener Söhne gerne annahm. So wurde aus dem Ehrenamt im Jahr 2000 eine feste Tätigkeit. „Die Arbeit macht unglaublich viel Spaß, denn sie ist sehr abwechslungsreich. Jeder Tag ist anders und die Herausforderungen sind es auch“, erklärt die Jugendtreffleiterin, der ihre gute Vernetzung im Ort zugute kommt. So ist sie Mitglied in der Kfd, bei den Landfrauen und im Sportverein.

Zudem ist ihre Meinung seit elf Jahren als Jugendschöffin, zunächst beim Landgericht in Münster und jetzt beim Jugendschöffengericht in Rheine gefragt. Von 2014 bis 2016 agierte die Leerer Bürgerin als Schiedsfrau der Stadt Horstmar.

Die „JuLe“ ist in den ehemaligen Räumen der Lehrerdienstwohnung an der Astrid-Lindgren-Schule untergebracht. Vor Jahren bestand die Möglichkeit der Erweiterung, da die evangelische Kirchengemeinde ihren Gottesdienstsaal im ehemaligen Gymnastikraum aufgegeben hatte. Seitdem gibt es mehr Platz für Spiel und Sport, was die Besucher sehr begrüßen. Ihr Altersdurchschnitt hat sich im Laufe der Zeit verändert. So wird die Klientel immer jünger.

„Wir haben in den vergangenen fast 21 Jahren schon so viel gemacht, das kann ich gar nicht alles aufführen“, blickt Doris Zintl zurück. Als besonderes Highlight seien ihr auf jeden Fall die drei Fahrten nach Berlin mit tollen Programmen in Erinnerung geblieben. 2008 habe man am „Tag der Deutschen Einheit“ zusammen mit 70 000 Besuchern am Brandenburger Tor gestanden. Die tägliche Arbeit bestehe aber darin, dem Nachwuchs Projektarbeit anzubieten, eine freie Freizeitgestaltung zu ermöglichen, Aktionen zu planen oder einfach mal zu chillen.

Die Teilnehmer erinnern sich noch gerne an die Fotoaktion „Mein Lieblingsplatz in Leer“ oder das Dorfquiz. Zur modernen Ausstattung der Einrichtung gehört das freie WLAN für alle, ein Laptop mit Beamer und ein Spiele-PC. Die Technik wird unter anderem dazu benutzt, um Bewerbungen zu schreiben oder für die Hausaufgaben im Internet zu recherchieren.

Seit Jahren organisiert die JuLe zusammen mit dem Horstmarer Jugendtreff „VIP`Z“ und den Sportvereinen Westfalia Leer und Germania Horstmar den Erlebnissport mit meistens 70 Teilnehmern. Es gibt Kooperationen mit der Kolpingsfamilie (Backen), mit dem Mühlen- und Heimatverein Leer (Generationenprojekt) und mit dem Stadtmarketingverein „HorstmarErleben“ (Kulturrucksack).

Seit fast 18 Jahren kümmert sich Doris Zintl um die Hausaufgabenbetreuung in den Nachmittagsstunden für Grundschüler und seit fünf Jahren leitet sie die Randzeitenbetreuung für Grundschulkinder vor Ort. Die „JuLe“ bietet jedes Jahr wenigstens vier verschiedene Programmpunkte im Rahmen des städtischen Ferienprogramms. Doris Zintl arbeitet im entsprechenden Unterausschuss mit, den ihr Mann Martin leitete.

Die „JuLe“ ist ein eingetragener Verein mit einem Vorstand. Ihm gehören an Josef Rodine (Vorsitzender), Anika Schleß (stellvertretende Vorsitzende) sowie Frank Stix und Heidi Wissing an. „Sie unterstützen mich immer tatkräftig, sei es bei Reparaturarbeiten, beim Weihnachtsmarkt oder beim Flohmarktstand am Dorffest“, freut sich Doris Zintl. Sie bedauert, dass Josef Rodine aus Altersgründen sein Amt als Vorsitzender bis zum Ende des Jahres aufgeben will. Schließlich habe er die Entwicklung der Einrichtung maßgeblich positiv begleitet.

Die Zusammenarbeit mit dem „VIP`Z“ ist Zintl besonders wichtig. So schätzt sie den regelmäßigen Austausch mit ihrer Kollegin Ida Fiebig in Horstmar.

In der jetzigen Coronazeit macht Zintl unter anderem Bastelangebote über verschiedene Internetkanäle. Sie hofft, dass der Treff bald wieder geöffnet werden kann, denn die menschlichen Begegnungen fehlten allen Beteiligten. Das können die Kinder und Jugendlichen bestätigen.

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