Geschichtsträchtiger Name für Straße im Baugebiet Grollenburg
Erinnerungen an Graf Max

Horstmar-Leer -

Einen geschichtsträchtigen Namen erhielt die Straße im neuen Baugebiet Grollenburg in Horstmar-Leer: Sie heißt nunmehr Graf-Max-Straße. Der Mühlen- und Heimatverein war an der Namensfindung beteiligt. Der Vorschlag kam von Agnes Robers. Graf Max hieß mit vollem Namen Casper Max Heidenreich Graf Droste zu Vischering. Er war der letzte adlige Bewohner des Hauses Grollenburg.

Sonntag, 31.01.2021, 15:24 Uhr aktualisiert: 31.01.2021, 15:30 Uhr
Graf
Graf Foto: Neugebauer

Der südlichste Teil des Baugebietes Grollenburg im Horstmarer Ortsteil Leer ist erschlossen. Alle Grundstücke sind vergeben. „Es ist eine schöne Wohnlage mit Blick auf den Schöppinger Berg“, erklären Sebastian und Ute Robers ihre Entscheidung, dort zu bauen. Die ganz in der Nähe befindliche Hochspannungsleitung habe sie nicht gestört, ergänzen die Eheleute, dass durch diese keine Gefährdung befürchten.

Kürzlich galt es, der neuen Erschließungsstraße einen Namen zu geben und sie entsprechend zu kennzeichnen. Diese Beschilderung durch die Stadt ist nunmehr erfolgt. Die Straße heißt Graf-Max-Straße. Der Mühlen- und Heimatverein Leer war an der Namensfindung beteiligt. So kam der Vorschlag von Agnes Robers.

Heimatverein

Graf Max hieß mit vollem Namen Casper Max Heidenreich Graf Droste zu Vischering. Er war der letzte adelige Bewohner des Hauses Grollenburg. Im Renteiarchiv Graf Droste zu Vischering in Darfeld gibt es interessante Aufzeichnungen zum Thema. Ihnen zufolge kaufte Erbdroste Clemens Heidenreich Graf Droste zu Vischering im Jahr 1856 das bei Leer gelegene Gut mit 483 Morgen von der verwitweten Freifrau Josefine Droste zu Hülshoff. Dazu gehörten große, noch unkultivierte Heideflächen, die zu Forsten und Wiesen umgewandelt werden sollten.

Tuberkulose

Erbdroste Clemens Heidenreich kaufte das Gut Grollenburg für seinen Stiefbruder Caspar Maximilian Graf Droste zu Vischering (1849-1895). Er wurde in der Familie kurz Max Grollenburg genannt. Der unverheiratete Mann starb mit nur 46 Jahren an Tuberkulose. Um seine schwere Krankheit abzumildern, stellten die Angehörigen ein Kreuz auf. Dieses stand ursprünglich an der Halterner Straße etwa gegenüber der Besitzung von Franz Ahmann.

Als die gesamte Fläche rund um die Grollenburg (auf der Seite des Kindergartens) zur Bebauung freigegeben wurde, musste dieses Kreuz weichen. Die Familie Josef und Maria Prinz nahm es in ihre Obhut. Der untere Teil des Kreuzes war morsch geworden. Das Ehepaar erinnerte sich daran, dass es durch August Bunnefeld renoviert worden war. Ludger Raue sorgte in all den Jahren für den notwendigen Anstrich.

Weil das Grundstück verkauft wurde, hatte das Kreuz keinen Platz mehr. Es fand eine neue Bleibe auf einer Fläche an der Zufahrt von Wennings Stiege zum Kindergarten an der Grollenburg. Bei einem Ortstermin waren Bürgermeister Robert Wenking und sein Stellvertreter Ludger Hummert von dem Kreuz und seinem neuen Standort angetan. Sie regten an, an dem Kreuz ein Schild anzubringen mit näheren Erläuterungen zur Geschichte des Zeichens christlichen Glaubens.

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