Pfarrgemeinden zur päpstlichen Absage von Segnungen homosexueller Paare
Katholiken bekennen Farbe

Horstmar/Laer -

Die Empörung über das Nein der Glaubenskongregation zur Segnung homosexueller Paare ist groß. Auch die beiden Kirchengemeinden St. Gertrudis in Horstmar und Heilige Brüder Ewaldi in Laer erklären sich nicht damit einverstanden. Der Horstmarer Pfarreirat hat kurz nach Verlautbarung des Papstes eine Erklärung dazu abgegeben. Die Pfarrgemeinde in Laer schließt sich der Meinung von Bischof Felix Genn an.

Dienstag, 30.03.2021, 18:23 Uhr aktualisiert: 30.03.2021, 18:30 Uhr
Die beiden katholischen Kirchengemeinden in Horstmar und
Die beiden katholischen Kirchengemeinden in Horstmar und Foto: IMAGO/Maskot

Das Nein der Glaubenskongregation zu Segnungen homosexueller Partnerschaften zeigt, dass der Vatikan zwischen wertschätzender Seelsorge, traditioneller Lehre und Angst vor Kirchenspaltung schwankt. Eindeutiger sind die Meinungen dazu der katholischen Kirchengemeinden in Horstmar und Laer.

Die Vorgabe der Glaubenskongregation zur Absage von Segensfeiern von homosexuellen Partnerschaften verletze unzählige Menschen, auch in der Horstmarer Pfarrei zutiefst.

„Wir haben im Vorstand des Pfarreirates darüber gesprochen und unterstützen die bundesweite Initiative, die vom Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose und von Pfarrer Mönkebüscher aus Hamm ausgeht. Mit dieser Initiative soll dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz in Deutschland, Bischof Georg Bätzing, unsere Unterstützung, beziehungsweise ein Stimmungsbild gezeigt werden“, führen Pfarreiratsvorstand von St. Gertrudis, Pfarrdechant Johannes Büll, die Vorsitzende Jutta Göcking, Ania Blaszczyk und Pia Hellenkamp aus. Sie haben bereits kurz nach Verlautbarung des Papstes eine Erklärung dazu abgegeben: „Angesichts der Absage der Glaubenskongregation, homosexuelle Partnerschaften zu segnen, erheben wir unsere Stimme und sagen: Wir werden Menschen, die sich auf eine verbindliche Partnerschaft einlassen, auch in Zukunft begleiten und ihre Beziehung segnen. Wir verweigern eine Segensfeier nicht. Wir tun dies in unserer Verantwortung als Seelsorgerinnen und Seelsorger, die Menschen in wichtigen Momenten ihres Lebens den Segen zusagen, den Gott allein schenkt. Wir respektieren und schätzen ihre Liebe und glauben darüber hinaus, dass der Segen Gottes mit ihnen ist.

Theologische Argumente und Erkenntnisgewinne sind zur Genüge ausgetauscht. Wir nehmen nicht hin, dass eine ausgrenzende und veraltete Sexualmoral auf dem Rücken von Minderheiten ausgetragen wird und unsere Arbeit in der Seelsorge untergräbt. Wir werden in unserer Pfarrei keine Menschen ausgrenzen oder gar den Segen Gottes für einzelne Gruppen verweigern!“

Aufgrund dieses Bekenntnisses zu homosexuellen Paaren sei Pfarrdechant Johannes Büll bereits mehrmals aus der Gemeinde angesprochen worden. „Es gab eine Menge guter Gespräche und viel positive Resonanz.“

Andreas Ulrich, leitender Pfarrer von Heilige Brüder Ewaldi, weist auf Nachfrage dieser Zeitung darauf hin, dass seine Pfarrgemeinde die Ansicht von Bischoff Felix Genn teile, der es für notwendig hält, die Lehre der Kirche im Dialog mit der Lebenswirklichkeit der Menschen und den Einsichten der Humanwissenschaften weiter zu entwickeln.

Genn sei es wichtig, dass homosexuelle Menschen angenommen und begleitet werden. In dieser Frage werde es im Bistum Münster keine Konsequenzen oder Sanktionen gegen Priester geben, die sich so verhalten, wie sie es aufgrund ihres seelsorglichen Auftrags und ihres Gewissens im Dienst an den Menschen für richtig halten, hebt der Bischof hervor.

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