Erfolgreiches Duo
Liebenswert unterhaltsame Krimi-Lesung

Laer -

Sandra Lüpkes und Jürgen Kehrer waren im Rahmen des Laerer Kulturprogramms im „Waldschlösschen“ zu Gast. Dort boten sie den Besuchern eine spannende und unterhaltsame Krimi-Lesung, die den Titel „Gefährliche Liebschaften“ bot.

Sonntag, 14.05.2017, 16:14 Uhr aktualisiert: 17.05.2017, 10:30 Uhr
Sandra Lüpkes und Jürgen Kehrer waren am Freitagabend zu Gast im „Waldschlösschen“
Sandra Lüpkes und Jürgen Kehrer waren am Freitagabend zu Gast im „Waldschlösschen“ Foto: Annegret Rose

Wenn man so gut verheiratet ist, wie Sandra Lüpkes und Jürgen Kehrer, dann sinniert man schon mal darüber, wie es eigentlich dazu gekommen ist und ob es noch hält? Am Freitagabend wartete das Laerer Waldschlösschen mit einem besonderen Leckerbissen auf. Während draußen das Reh durch den Wald lief, wurde es drinnen leise, damit sich das ganz fiese Gruseln entfalten konnte. „Gefährliche Liebschaften“, kündigte Bürgermeister Peter Maier die Veranstaltung erwartungsfroh an.

Das Publikum ließ sich bestens gelaunt mitreißen, zumal viele Fans anwesend waren. „Wir hatten mal wieder so viele Anmeldungen“, informierte Gudrun Homann, „sodass wir uns freuen, hier im Waldschlösschen mit seinem Vorteil der guten Versorgung zu sein.“

Zunächst sang Sandra Lüpkes mit heller, klarer Stimme ein Lied über diejenigen, die sich fragen, wer wohl mit wem und was? Das passte zur Einstimmung in die heiter gespannte Atmosphäre. Kehrer erzählte selbstironisch, es sei schon manchmal komisch, dass sein Protagonist bekannter sei als er. „Aber wir sind zufrieden“, versicherte der Autor mit Blick auf seine Frau, „wir leben ja auch von ihm.“

Mehr als 50 Filme sind bisher abgedreht und 19 Romane geschrieben worden. Die letzten vier Drehbücher zur Wilsberg-Reihe sind eine Gemeinschaftsproduktion des erfolgreichen Duos. Sandra Lüpkes hat auf Juist gelebt, wurde dort vom Stipendiaten Jürgen Kehrer entdeckt und nach Münster entführt. Ihrer lachenden Erzählung nach schien sie mit dieser Entwicklung, die nach Gievenbeck führte, sehr einverstanden zu sein. Von dort kam die erste Kurzgeschichte über einen Wolfgang Wagner, der Kröten rettet, und dafür sogar einen Detektiv einspannt. Sie wurde von Jürgen Kehrer gelesen.

Sandra Lüpkes reagierte mit einem Lied auf die Fragen nach ihrer Inselheimat. „Ich sitze hier und frage mich. . .“  Denn so schön es dort sei, immer ist irgendetwas spannender in der Welt und wartet gerade. So sei Fernweh ein Teil ihres Lebens gewesen. Die kreative Autorin hat nicht nur Krimis geschrieben, sondern auch heitere Inselromane über eine fiktive Insel. Als Sängerin weiß sie nicht nur mit Tönen umzugehen, sondern als Musikerin auch mit einer Säge, der sie ein schauriges Weinen entlockt. Ihre Heldin, Profilerin Wencke Tydmers, ist stark nachgefragt. Das Ehepaar scheint Gefallen daran gefunden zu haben, mit weiteren Krimiautoren unter Zeitvorgaben (Acht Leichen zum Dessert) Geschichten zu produzieren.

Liebenswert unterhaltsam war die Lesung beider. Sie erzählten eine hanebüchene Geschichte von Professor Ottokar, der vernarrt war in den zärtlichen Ausdruck „Schatz“. Sie stammt von Sandra Lüpkes. Dass Sehnsucht nicht platonisch sei, verriet sie den Zuhörern im letzten Lied und eine gute Figur oftmals ein lästiges Muss in einer Beziehung, berichtete sie unernst in der letzten Geschichte, die beide wieder gemeinsam lasen. Mit dem roten Faden, was stört den einen, was verletzt den anderen, behielten sie das Thema „Gefährliche Liebschaften“ in Beziehungen im Auge. Und, gar nicht uneigennützig wünschen sich die Fans, dass die beiden sich weiterhin so rege und produktiv im Auge behalten.

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