Laer
Ringen und Raufen stärken

Laer -

Im Bewegungskindergarten St. Bartholomäus in Laer lernen die Mädchen und Jungen im Rahmen eines Projektes, sich selbst zu behaupten. Dabei ringen und raufen die Teilnehmer miteinander. Einrichtungsleiter Thomas Maihaus fördert den spielerischen Prozess, bei dem der Fairness-Gedanke zählt.

Donnerstag, 18.05.2017, 18:00 Uhr

„Nein, lassen Sie das“, rufen die Mädchen und Jungen des Bewegungskindergarten St. Bartholomäus energisch. Zur Bekräftigung treten sie gegen einen Boxsack. So lernen schon die Kleinen, Erwachsenen Grenzen zu setzen. Das „Sie“ ist dabei ganz wichtig, denn es schafft bereits verbal eine Distanz.

„Ringen und Raufen“ stehen auf dem Programm der Kita. Das Projekt mit acht 45-Minuten-Einheiten stärkt wichtige Persönlichkeitsmerkmale, die früh ausgebildet werden sollten. „Indem wir die Kinder darin unterstützen, ihre Fähigkeit zu entwickeln, sich in Situationen zu behaupten, stärken wir ihr Selbstvertrauen und erhöhen ihr Selbstbewusstsein“, erklärt Kindergartenleiter Thomas Maihaus. Für die Mädchen und Jungen ist es ein spielerischer Prozess.

Ringen, so Maihaus, gehöre zu den ältesten Sportarten der Welt und sei ein Grundpfeiler der olympischen Spiele. Da der Fairness-Gedanke groß geschrieben wird, lernen die Kinder von Anfang an, nach festen Regeln zu „kämpfen“ ohne sich dabei zu verletzen. „Sie sollen verstehen, dass eine Sportart wie das Ringen auch integrativen Charakter hat“, so der Einrichtungsleiter.

Durch das gegenseitige Kräftemessen bekommen Kinder Respekt voreinander und kulturelle Barrieren werden meist spielerisch überwunden. Denn Herkunft kennt im Sport und in der Bewegung keine Grenzen.

Die Kinder haben sichtlich Spaß an den Übungen. Das Tauziehen gegen Maihaus wird mit Ausdauer und Engagement betrieben, das „Kerzenziehen“, bei denen ein Teilnehmer aus dem Kreis der anderen herausgezogen wird, und all die anderen Disziplinen fordern die Mädchen und Jungen ebenfalls. Sich sportlich zu messen ist schließlich gerade den Jungen ein natürliches Bedürfnis. Zudem können Kinder mit überschüssiger Energie diese zielgerichtet kanalisieren.

Keine Angst zu haben, Stellung zu beziehen und die eigene Meinung zu äußern, sei aktives Verhalten und maßgeblich für die individuelle Persönlichkeitsentwicklung, erklärt Maihaus. Deshalb lernen die Kinder in St. Bartholomäus, Grenzen zu setzen und auf deren Einhaltung zu bestehen. Sie trainieren „Stopp“ zu zeigen, zu sagen und zu meinen, die eigenen Stärken zu erkennen und sich „groß“ zu machen. Übungen für die Stimme, die Mimik, die Gestik und die Körpersprache nehmen daher großen Raum ein. Zum Schluss bekommen die Kinder eine Urkunde, die bestätigt, dass sie sich entsprechend weiter entwickelt haben.

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