Dumm gelaufen
Keine 3,10 Euro parat

Laer -

Hätte ein 19 Jahre alter Laerer 3,10 Euro bezahlt, wären dem Hartz IV-Empfänger die Strafzahlung von 60 Euro und eine Arbeitsauflage erspart geblieben. Der wegen Körperverletzung, Diebstahl und Beleidigung vorbestrafte junge Mann stand jetzt wegen Schwarzfahrens vor dem Amtsgericht Steinfurt

Samstag, 20.05.2017, 07:00 Uhr

Hätte ein 19 Jahre alter Laerer 3,10 Euro bezahlt, wären dem Hartz IV-Empfänger die Strafzahlung von 60 Euro und eine Arbeitsauflage erspart geblieben. Der wegen Körperverletzung, Diebstahl und Beleidigung vorbestrafte junge Mann stand jetzt wegen Schwarzfahrens vor dem Amtsgericht Steinfurt.

Der ohne Rechtsbeistand erschienene Angeklagte wurde am 25. Januar um 19.20 Uhr in der Euregio-Bahn von Nordwalde nach Altenberge mit einem falschen Fahrschein erwischt. „Das Ticket habe ich gefunden. Ich hatte kein Geld“, erklärte der Laerer.

Das erhöhte Beförderungsentgelt von 60 Euro war bereits bezahlt. „Das ist schon von uns überwiesen worden. Das kann er nicht wissen“, riefen Vater und Mutter dem Richter zu. Der wiederum entgegnete der Familie, dass ihr Sohn endlich auf eigenen Füßen stehen müsse.

Der Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe teilte mit, dass noch ein Verfahren wegen Raubes gegen den Angeklagten offen sei. „Wir hatten bisher keinen Kontakt mit ihm, schlagen aber eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht vor“, so der Sozialpädagoge weiter.

Der Staatsanwalt forderte als Strafe 30 Stunden gemeinnützige Arbeit. „Es war das erste und letzte Mal“, versicherte der 19-jährige Laerer. Der Richter folgte in seinem Urteil dem Plädoyer des Staatsanwalts: „Die Stunden müssen sie innerhalb von sechs Wochen abgeleistet haben. Sonst geht es für zwei Wochen nach Lünen zum Dauerarrest.“

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