Weg mit den Lkw
Keine Lkw auf der Pohlstraße

Laer -

Rita Burdinski gibt in Sachen „Kampf dem Schwerlastverkehr“, der mitten durch Laer fährt, nicht auf. So hat die engagierte Bürgerin jetzt im Ausschuss für Umwelt, Verkehr, Klima- und Landschaftsschutz den Vorschlag gemacht, die Pohlstraße – dabei handelt es sich um eine Gemeindestraße – für den Lkw-Verkehr zu sperren.

Freitag, 02.06.2017, 19:00 Uhr aktualisiert: 07.06.2017, 16:41 Uhr
Weil es sich bei der Pohlstraße um eine Gemeindestraße handelt, haben die Kommunalpolitiker und die Verwaltung dort mehr Handlungsmöglichkeiten als auf der Darfelder Straße.
Weil es sich bei der Pohlstraße um eine Gemeindestraße handelt, haben die Kommunalpolitiker und die Verwaltung dort mehr Handlungsmöglichkeiten als auf der Darfelder Straße. Foto: abi

Die Belastung durch den Schwerlastverkehr, der mitten durch das Ewaldidorf geht, lässt Rita Burdinski keine Ruhe. Deswegen hat sich die Bürgerin – ihrem Motto gemäß „Ich bleibe hartnäckig“ – jetzt an den Ausschuss für Umwelt, Verkehr, Klima- und Landschaftsschutz gewandt, der sich während seiner jüngsten Sitzung mit einer neuen Idee der engagierten Streiterin befasst hat.

So schlug die Kämpferin gegen den Schwerlastverkehr vor, die Pohlstraße für den Lkw-Durchgangsverkehr zu sperren. So könne man den Ortskern entlasten und die schweren Fahrzeuge zwingen, die „Umgehung„ in Richtung Horstmar zu nutzen. Dadurch würde der Weg des Nachwuchses zur Schule und den Kindergärten sicherer und zudem die Fahrbahndecke geschont, sah Rita Burdinski gleich mehrere Vorteile.

Sie habe beobachtet, das einige Lkw aus Richtung Altenberge kommend, die enge Passage an der Kirche vorbei in Richtung Darfeld aufgrund ihrer Größe und Länge mieden und die Pohlstraße als Ausweichmöglichkeit nutzten. Auch Lkw-Fahrer aus Richtung Steinfurt kommend, verhielten sich so. „Die daraus resultierenden Straßenschäden sind für alle gut sichtbar“, betonte Burdinski, die zudem nochmals auf die prekäre Situation an der Pohlstraße zur Einordnung in den Münsterdamm hinwies, die sie als Schulbusfahrerin immer wieder erlebe.

Dort machten parkende Lkw vor der Bäckerei eine Einsichtung in Fahrtrichtung Altenberge nahezu unmöglich. Bei freier Straße aus Richtung Horstmar kommend müsse man sich langsam in den Münsterdamm (Landesstraße 579) vortasten, um sehen zu können, ob die andere Richtung frei sei. Wenn nicht, blockiere man die Straße für eine gewisse Zeit, um sich dann einfädeln zu können. Um dieses Problem zu lösen, schlug die Bürgerin vor, sich mit Straßen NRW in Verbindung zu setzen und abzuklären, ob dort nicht ein Kreisverkehr möglich sei, um gefährliche Situationen zu vermeiden.

Dass ein solcher für die Gemeinde überhaupt nicht infrage käme, machte der Leiter der Fachbereichs 3 „Infrastruktur und Bauen“, Stefan Wesker, deutlich. So verfüge die Kommune nicht über die finanziellen Möglichkeiten, um sich diesen „immensen Aufwand“ zu leisten. Die Spitzenbelastungen auf dem Münsterdamm beständen auch nur morgens und abends zur Rushhour. Ansonsten sehe er dort keine Probleme, betonte der Verwaltungsmitarbeiter, dass die Landstraße 579 nicht als Unfallschwerpunkt gelte. Wenn es so wäre, würde es dort eine Verkehrsschau mit allen beteiligten Behörden geben.

„Wir müssen auch irgendwo bleiben“, mahnte Landwirt Robert Vowinkel von der CDU an, dass die Pohlstraße nicht für die Schlepper der Bauern, die an die siebeneinhalb Tonnen und mehr wögen, gesperrt werden dürfte.

Dass man für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge sowie den Schulbus- und Linienverkehr Ausnahmeregelungen treffen könnte, entgegnete Burdinski. Da seitens des Landes NRW nichts unternommen würde, den Ortskern vor dem Schwerlastverkehr zu schützen, müsse sich die Kommune selbst helfen. Auf der Pohlstraße könne sie etwas unternehmen, da es sich dabei im Gegensatz zur Darfelder Straße um eine Gemeindestraße handele.

Offen für die Anregungen zeigten sich die Ausschussmitglieder, die sich vorstellen konnten, dass man die Pohlstraße für einen bestimmten Zeitraum probeweise für den Schwerlastverkehr sperrt, um zu schauen, welche Wege dieser dann nimmt. Zuvor sei allerdings eine Verkehrszählung erforderlich, um sich ein Bild über das Aufkommen von Lkw und Pkw zu machen. Das könne geschehen, wenn die fünf neuen Geschwindigkeitsmessgeräte eingetroffen sind, die, wie Bürgermeister Peter Maier erklärte, zu 80 Prozent von einem Laerer Unternehmen gesponsert worden sind.

„Ich bleibe am Ball“, versprach Rita Burdinski in dieser Angelegenheit nicht locker zu lassen. Den Vorschlag von Guido Prümer, eine Postkarten-Aktion ähnlich der zur JVA durchzuführen und die Karten an das Land NRW zu schicken, wurde interessiert aufgenommen. Der Grüne regte zudem an, ein Halteverbot vor der Bäckerei für Lkw und Pkw einzurichten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4897276?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686834%2F
Nachrichten-Ticker