Abschied von Regina Raue
„Das ist eine sanfte Ausgewöhnung“

Laer/Horstmar -

Die Leiterin des Henrich-Valck-Kindergartens in Laer, Regina Raue aus Horstmar, gibt nach fast 20 Jahren an der Spitze der Einrichtung die Leitung an Annegret Krafeld aus Schöppingen ab. Die beiden Erzieherinnen kennen sich schon seit Jahren und waren stets ein gutes Team.

Donnerstag, 20.07.2017, 20:00 Uhr
Sie kennen sich schon seit Jahren und verstehen sich gut: Am heutigen Freitag gibt Regina Raue (r.), die gerne singt und Gitarre spielt, die Leitung des Henrich-Valck-Kindergartens an Annegret Krafeld ab.
Sie kennen sich schon seit Jahren und verstehen sich gut: Am heutigen Freitag gibt Regina Raue (r.), die gerne singt und Gitarre spielt, die Leitung des Henrich-Valck-Kindergartens an Annegret Krafeld ab.

Demnächst kann sie ausschlafen, länger mit den drei Enkeln spielen und ihr Zuhause in Horstmar mehr genießen. Am heutigen Freitag (21. Juli) endet eine 37-jährige Kindergartenphase für Regina Raue. Die meiste Zeit davon hat die frisch gebackene 63-Jährige im Henrich-Valck-Kindergarten in Laer verbracht, den sie seit seiner Eröffnung im September 1998 leitet. Stets zur Seite stand ihr dabei Annegret Krafeld aus Schöppingen, die ihre Nachfolge antritt.

Die beiden Frauen kennen sich schon seit Jahren und können sich noch gut an ihr jeweiliges Vorstellungsgespräch im Wohnzimmer von Ruth Höner erinnern, die damals dem Kirchenvorstand im Ewaldidorf angehörte und für den seinerzeit gerade verstorbenen Pfarrer Josef Dufhues einsprang.

Da sich der zwei­gruppige Kindergarten in Trägerschaft der Stiftung Marienhospital Laer befindet, hat die Kirchengemeinde Heilige Brüder Ewaldi immer ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Belange der Einrichtung am Kolpingweg geht. Dort haben die beiden Frauen in den vergangenen fast 20 Jahren zahlreiche Umbrüche miterlebt und -gestaltet. So gab es anfangs noch keine U-3-Kinder, keine Übermittag-Betreuung und keine Integrationskinder. Auch das Familienzentrum „MeiLa“ existierte seinerzeit noch nicht.

Fast über ein Jahr arbeiteten die Erzieherinnen in einem Provisorium. So waren die erste Gruppe während der Bauzeit des neuen Kindergartens im Turnraum des Bartholomäus-Kindergartens und die zweite im Turmraum des Ewaldi-Kindergartens untergebracht. „Das war schon anstrengend“, erinnert sich Regina Raue. Um so mehr haben sie und ihre Kolleginnen die Zeit nach dem Umzug genossen. Im schmucken Neubau mit der modernen Ausstattung konnte das Team Aufbauarbeit leisten, was eine spannende Herausforderung für alle Beteiligten war.

„Mir haben die Migrantenkinder immer besonders am Herzen gelegen“, betont Regina Raue, die stets den Internationalen Kochnachmittag des Familienzentrums in der Küche der Werner-Rolevinck-Schule an vorderster Front mit Helferinnen gestaltet hat. Willkommen sind den insgesamt acht Mitarbeiterinnen auch die drei Flüchtlingskinder, die zur Zeit die Einrichtung besuchen. Die 45 Mädchen und Jungen halten die Erzieherinnen gut auf Trab.

Und weil der Job gerade der Kindergartenleiterin einiges abverlangt, hat Regina Raue sich entschieden, früher aufzuhören. Schon seit einem Jahr arbeitet die Mutter zweier erwachsener Töchter mit halber Stundenzahl. „Das ist eine sanfte Ausgewöhnung“, meint die gebürtige Schöppingerin, die von einem Bauernhof stammt und es genießt, für ihre Hobbys mehr Zeit zu haben. Dazu gehören beispielsweise das Singen – sie ist im Chor „Madame Klang“ aktiv – und das Reisen. Bereits im September will sie in Israel pilgern.

Während Regina Rauesich über ihre neu gewonnene Freizeit und Freiheit freuen kann, bereitet sich Annegret Krafeld auf ihre neue Arbeit als Kindergartenleiterin vor, die viel Büroarbeit mit sich bringt. Doch dank der guten Einweisung ihrer langjährigen Weggefährtin dürfte die gebürtige Horstmarerin, die Mutter zweier Kinder ist, schnell im noch ungewohnten Stoff stehen.

„Regina ist ja nicht aus der Welt“, stellt die neue Kindergartenleiterin erleichtert fest, dass sie diese im Notfall auch mal fragen kann. Immerhin kennt sich das befreundete Duo bereits seit dem Jahr 1991. Damals absolvierte Annegret Krafeld ihr Anerkennungsjahr im St.-Josef-Kindergarten in Horstmar. Dort war Regina Raue zu dem Zeitpunkt als Erzieherin tätig. Aus dieser Begegnung entwickelte sich nicht nur eine erfolgreiche Kollegalität, sondern eine wahre Freundschaft, die zum guten Klima im Heinrich-Valck-Kindergarten beigetragen hat.

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