Betrug
Frau verkauft nicht vorhandene Tickets

LAER/STEINFURT -

Sie wollte an Geld kommen, stattdessen ist eine 23 Jahre alte Frau nun um 900 Euro ärmer. Zu dieser Strafe verurteilte das Amtsgericht Steinfurt die Frau, nachdem sie im Internet betrogen hatte.

Sonntag, 30.07.2017, 00:00 Uhr aktualisiert: 30.07.2017, 15:35 Uhr
Amtsgericht in Steinfurt.
Amtsgericht in Steinfurt. Foto: Mike Oelerich

In sozialen Netzwerken werden nicht nur Informationen untereinander ausgetauscht, sondern mitunter auch Geschäftsbeziehungen angebahnt. Eine 23 Jahre alte Frau hatte von Mai 2015 bis August 2016 fünf Mal über Facebook Tickets für diverse Konzerte und Fußballbundesligaspiele für insgesamt rund 680 Euro angeboten. Allerdings existierten die Eintrittskarten gar nicht.

Das Amtsgericht Steinfurt verurteilte die während des Tatzeitraums in Laer wohnende Angeklagte am Donnerstag wegen Betrugs in fünf Fällen zu einer Geldstrafe in Höhe von 900 Euro.

Außerdem hatte sie 62 Parfümproben bestellt, ebenfalls nicht bezahlt und zurückgeschickt. „Das habe ich mangels Geld noch nicht gemacht“, erklärte die bereits wegen Betrugs verurteilte Hartz IV-Empfängerin. Dieses Betrugsverfahren stellte das Gericht ein. Die Beschuldigte gab an, mittlerweile einen Schuldenberg von rund 5000 Euro angehäuft zu haben.

Eine Gutachterin hatte festgestellt, dass die jetzt in Borghorst wohnende junge Frau wegen einer Persönlichkeitsstörung erheblich vermindert schuldfähig sei.

Der Staatsanwalt plädierte auf eine Gesamtgeldstrafe in Höhe von 1100 Euro. Der Richter verlangte 200 Euro weniger und ermahnte die Täterin: „Das tut Ihnen bestimmt weh. Das soll es auch. Denn wenn wir uns hier wiedersehen sollten, setzt es eine Freiheitsstrafe.“

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