Mi., 11.04.2018

Stadt erteilt Public Viewing-Veranstaltern Absage Steinfurter müssen zu Hause jubeln

Public Viewing, wie hier bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren, wird es bei der WM in Russland in der Borghorster Innenstadt nicht geben.

Public Viewing, wie hier bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren, wird es bei der WM in Russland in der Borghorster Innenstadt nicht geben. Foto: Axel Roll

Borghorst - 

Stand Mittwoch wird es während der Fußball-Weltmeisterschaft in Steinfurt kein öffentliches Public Viewing geben. Christian Iker und Alessandro Polla, die in den Vorjahren bei WM und EM auf dem Roten Platz in Borghorst eine Großleinwand aufgebaut hatten, würden gerne wieder, bekommen von der Stadt aber keine Erlaubnis.

Von Axel Roll

Die beiden Veranstalter wollten im Unterschied zu den früheren Events ein Zelt auf dem Neuen Markt für das Rudelgucken stellen. Das Rathaus lehnte jetzt ab. „Für fünf Wochen gehen dabei rund 30 Parkplätze verloren“, nennt Johannes Schencking als zuständiger Fachdienstleiter den Grund für diese „hausintern abgestimmte“ Entscheidung.

Nach diesem Nein aus der Verwaltung hatten sich Iker und Polla Gedanken über einen Alternativ-Standort gemacht. „Uns ist aber kein weiterer geeigneter Platz eingefallen“, bedauert Christian Iker. Das Ausweichen auf ein Gewerbegebiet ist für ihn keine Lösung. „So eine Veranstaltung gehört zentral in den Ort. Sonst kommt doch kein Mensch“, ist Iker überzeugt.

Die Entscheidung für ein Zelt hatte mehrere Gründe. „Der größte Vorteil ist, dass wir vom Wetter unabhängig sind“, argumentiert der Veranstalter. So sei bei der letzten WM die öffentliche Live-Übertragung des legendären Spiels Deutschland gegen Brasilien buchstäblich ins Wasser gefallen. In Borghorst hatte es wie aus Eimern geschüttet. Christian Iker: „Im Zelt wäre uns das nicht passiert.“ Bei hochsommerlicher Hitze sei es im Gegenzug kein Problem, die Seitenverkleidungen oder sogar das Zeltdach zu öffnen.

Außerdem würde das Auf- und Abbauen rund um die Leinwand entfallen. Christian Iker: „Wir würden abends das Zelt abschließen und fertig.“ Auf dem Roten Platz musste immer wieder für den Wochenmarkt und andere Veranstaltungen umgeräumt werden.

Das Veranstalter-Duo hatte für das Fünf-Wochen-Event schon eine Indoor-Leinwand gekauft – bevor eine Entscheidung der Verwaltung vorlag. „Uns ist schon klar, dass das unser unternehmerisches Risiko ist. Ärgerlich ist es trotzdem“, betont Christian Iker. Er hat die Neuanschaffung auch schon wieder bei Ebay annonciert.

Eigentlich waren Polla und Iker optimistisch, dass es mit dem Zelt-Marathon auf dem Neuen Markt klappen würde. Ein halbes Jahr lang hätten sie häufiger mit Stadt, Polizei und Feuerwehr zusammengesessen. Und bei diesen Treffen sei der Neue Markt immer wieder vom Prinzip her als machbar eingestuft worden. Die Antragsteller loben in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten.

Das Konzept von Iker und Polla sah ein Zelt in der Größe von 15 mal 30 Metern vor. Maximal 700 Personen sollten Platz darin finden, ein Großteil auf einer Stehplatzfläche, ein Teil aber auch an Bierzeltgarnituren. Die rund sieben Quadratmeter große Leinwand sollte auf eine Bühne gestellt werden. Vor jeder Übertragung wäre ein Imbisswagen vor dem Zelt auf- und nach Veranstaltungsende wieder abgebaut worden.

Public Viewing in Zelten ist durchaus nicht ungewöhnlich, wie Christian Iker betont. Er hatte sich Anregungen in Nordhorn geholt, wo Veranstaltungen dieser Art mit Erfolg durchgeführt worden seien.



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