Fr., 20.04.2018

Internationale Begegnung am Herd Kochen ist weiblich

Viel Spaß hatten die Teilnehmer des ersten Kochabends „Über den Tellerrand . . .“ beim Zubereiten des Abendessens in der Küche des evangelischen Gemeindezentrums an der Matthäuskirche.

Viel Spaß hatten die Teilnehmer des ersten Kochabends „Über den Tellerrand . . .“ beim Zubereiten des Abendessens in der Küche des evangelischen Gemeindezentrums an der Matthäuskirche. Foto: abi

Laer - 

Erfolgreich ist die Premiere des Kochprojektes „Über den Tellerrand . . .“ verlaufen, zu der die Kommune Laer, die evangelische Kirchengemeinde und der örtliche Dorfmarketingverein eingeladen hatten. Die Teilnehmer – die Frauen waren eindeutig in der Überzahl – trafen sich in der Küche des evangelischen Gemeindehauses an der Matthäuskirche. Dort hatten eine Frau aus Syrien und ihre Tochter am Herd das Sagen.

Von Sabine Niestert

Die syrische Küche ist vielfältig, pikant, raffiniert und schmackhaft. Das erfuhren die Teilnehmer des ersten gemeinsamen Kochabends unter dem Motto „Über den Tellerrand . . .“ Zu diesem hatten die Kommune Laer, die evangelische Kirchengemeinde und der örtliche Dorfmarketingverein in die Küche des Gemeindezentrums an die Matthäuskirche eingeladen.

Zur dortigen Premiere begrüßten Projektkoordinatorin Franziska Lengers und Hausherrin Pfarrerin Dagmar Spelsburg-Sühling die gemischte Runde, in der die Frauen eindeutig in der Überzahl waren, was die Gastgeber allerdings nicht überraschte. So scheint das Thema Kochen noch immer primär ein weibliches zu sein, was auch in Syrien der Fall sein dürfte.

Aus diesem Land kommt die Frau, die an diesem Abend das Sagen am Herd hatte, und Nsren Marawi heißt. Unterstützt wurde diese von ihrer Tochter Majd Dahman. Von den beiden Frauen erfuhren die Teilnehmer, das Molokhia gerne zu großen Familienfesten gereicht wird. „Es handelt sich um eine Art Spinat“, erklärte Franziska Lengers im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Pflanze heißt auf Deutsch „Langkapselige Jute“. Frische Molokhia muss erst verlesen (Stiele entfernen), gewaschen und dann getrocknet werden. Anschließend werden die Blätter mit einem Wiegemesser sehr fein gehackt. Dazu gab es an diesem Abend Reis mit in Knoblauch gerösteten Pinienkernen und Hähnchen, das in vegetarischem Fett zubereitet wurde.

Zum Nachtisch bereitete sich die Gruppe Griesbrei mit Sahne und Pinienkernen zu. „Man muss es probieren. Es ist ein Erlebnis“ schilderte die Projektkoordinatorin einen Tag später ihre Eindrücke vom ersten internationalen Kochabend, der auch dazu dienen soll, das Verständnis für die jeweils andere Nation und die Neugierde aufeinander zu wecken.

Während der Premiere scheint das durchaus gelungen zu sein. So herrschte lockere und ausgelassene Stimmung unter den Teilnehmern, die nach dem Essen noch lange zusammensaßen und sich Bilder aus Syrien anschauten. Allerdings handelte es sich dabei nicht um Kriegsfotos, sondern um Aufnahmen aus friedlichen Zeiten.

„Ich freue mich besonders darüber, dass wir auch jüngere Menschen mit unserem Angebot ansprechen konnten“, erklärte Franziska Lengers, die sich schon auf den nächsten Kochabend freut. Der ist für den für den 17. Mai (Donnerstag) geplant. Los geht es wieder um 18.30 Uhr in den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde. Acht weitere Veranstaltungen dieser Art folgen dann noch.

Interessierte können sich beim Dorfmarketingverein Laer unter Telefon 0 25 54/91 06 10 anmelden.



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