Do., 26.04.2018

Appelle fruchten nicht Welzen-Erfahrung wirkt nach

Laer - 

Den Appellen der SPD, der FDP und der FBL (Freie Bürger für Laer und Holthausen), das künftige Baugebiet im Ewaldidorf in einem Zug und nicht sukzessive in drei Schritten auszubauen, folgte die Ratsmehrheit von CDU, Grünen und UBG während der Sitzung am Mittwochabend nicht.

Von Sabine Niestert

Vielmehr erinnerte der fraktionslose Ratsherr Uwe Veltrup, der für einen „stetigen, soliden und nachhaltigen“ Ausbau plädierte, an die schlechte Erfahrung, die man seinerzeit im Welzen gemacht habe. Die Vermarktung dieses Baugebietes sei damals so schleppend verlaufen, dass der Investor daran gescheitert sei. Und das, obwohl zahlreiche Bürger im Vorfeld ihr Interesse an einem Grundstück dort bekundet hätten. „Jeder darf Fehler machen, doch man sollte aus ihnen lernen“, begründete Veltrup seine Forderung nach einer namentlichen Abstimmung in dieser Sache.

Dass man das Baugebiet nicht mit dem Welzen vergleichen könne, entgegnete Markus Krabbe. Der Freidemokrat forderte den Rat auf, „Gas zu geben“ und den Ausbau „in einem Rutsch“ vorzunehmen, um Zeit und Geld zu sparen.

„Die Grundstücke werden weggehen wie warme Semmeln“, zeigte sich der Liberale überzeugt.

„Wir wollten erst den Abschnitt III und dann den Abschnitt IV entwickeln“, betonte Ausschuss-Vorsitzender Robert Vowinkel, dass der entsprechende Beschluss im Bauausschuss am 14. März einstimmig gefasst worden sei (wir berichteten).

„Das Verkehrsgutachten muss aktualisiert werden“, forderte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Elke Schuchtmann-Fehmer. Bei einem sukzessiven Ausbau könne man sehen, wie sich die Verkehrsströme weiter entwickeln würden.

Vor den möglichen Folgen, die eine Entwicklung in zwei Abschnitten habe, warnte Norbert Rikels. Dadurch verliere die Gemeinde viel Zeit und Geld. Immerhin hätten sich bei der Verwaltung mittlerweile 60 Interessierte für einen Kauf gemeldet. Deswegen sei es dringend erforderlich, das Planungsverfahren über die gesamte Fläche durchzuführen, erklärte der Sozialdemokrat. Ähnlich sahen das die FDP und die FPL, die davor warnten, dass Bauwillige abwandern könnten, wenn sich das Verfahren zu lange hinziehe.

Dass nur die gemeinsame Bebauungsplanung der Flächen Freisenbrock III und Freisenbrock IV für die Gemeinde „wirtschaftlich optimal“ sei, hatte Bürgermeister Peter Maier im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Dorfentwicklung, Tourismus und Marketing, der sich während seiner Sitzung am 16. April mit der Thematik beschäftigt hatte, erklärt. Deshalb schlug er dem Rat am Mittwoch vor, einen einzigen Bebauungsplan für das gesamte Gelände aufzustellen. Um die aktuelle Nachfrage zu befriedigen, sei eine zügige Erschließung des gesamten Gebietes nötig, lautete sein Argument.

Anders sahen das die CDU, die Grünen, die UBG und Uwe Veltrup, die dagegen votierten. Sie sprachen sich mit 13 Stimmen bei sieben Gegenstimmen – dazu gehörte auch die des Bürgermeisters – dafür aus, zunächst nur einen Bebauungsplan für das Gebiet „Freisenbrock III“ aufzustellen.



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