Fr., 27.04.2018

30 Jahre Taekwon-Do in Laer „Die Allerersten in der Region“

Vorstand und Trainer auf einen Blick (vl.l.): Sam Willemsen, Stefan Isfording, Thomas Böking, Rolf Harder, Bernard Cohausz, Florian Reisch und Shahruh Nuriddinov.

Vorstand und Trainer auf einen Blick (vl.l.): Sam Willemsen, Stefan Isfording, Thomas Böking, Rolf Harder, Bernard Cohausz, Florian Reisch und Shahruh Nuriddinov.

Laer - 

Vor drei Jahrzehnten gab es im Kreis Steinfurt noch keinen Sportverein, der die koreanische Kampfsportart Taekwon-Do praktizierte. Das änderte sich, als Rolf Harder von Münster nach Laer zog. Der Fachschaftsgründer im TuS Laer ist Cheftrainer und Großmeister. Mit dem 8. Dan trägt er einen der höchsten von zehn möglichen Meistergraden. Am Samstag (28. April) steht ab 10 Uhr die Vereinsmeisterschaft in der Turnhalle am Hofkamp auf dem Programm, bei der interessierte Zuschauer willkommen sind. Ab 16 Uhr wird vereinsintern mit geladenen Gästen das 30-jährige Bestehen der Fachschaft gefeiert.

Von Rainer Nix

Vor drei Jahrzehnten gab es im Kreis Steinfurt noch keinen Sportverein, der die koreanische Kampfsportart Taekwon-Do praktizierte. Das änderte sich, als Rolf Harder von Münster nach Laer zog. Der Fachschaftsgründer im TuS Laer ist Cheftrainer und Großmeister. Mit dem 8. Dan trägt er einen der höchsten von zehn möglichen Meistergraden.

„Wir waren die Allerersten in der Region“, sagt Harder mit berechtigtem Stolz, „die eine Taekwon-Do-Abteilung einrichteten“ und die ist ziemlich erfolgreich. „In unseren Reihen haben wir Vize-Weltmeister, Vize-Europameister und Deutsche Meister“, so der Kampfsportler. Im Gründungsjahr 1988 dauerte es lediglich drei Monate, bis die Mitgliederzahlen bereits die 60er-Marke erreichten, und im Herbst desselben Jahres wurde auch schon die erste Schülerprüfung durchgeführt.

Am heutigen Samstag (28. April) steht ab 10 Uhr die Vereinsmeisterschaft in der Turnhalle am Hofkamp auf dem Programm, bei der interessierte Zuschauer willkommen sind. Ab 16 Uhr wird vereinsintern mit geladenen Gästen das 30-jährige Bestehen der Fachschaft gefeiert.

„Als ich im Jahr 1974 begann, kannten den Kampfsport in Deutschland erst wenige Leute“, erinnert sich Harder. Taekwon-Do ist sozusagen das „koreanische Karate“, es besteht zu 70 Prozent aus Fuß- und zu 30 Prozent aus Handtechniken. „Unsere Kampfentfernung beträgt anderthalb Meter“, beschreibt der Großmeister einen der wesentlichen Unterschiede im Vergleich mit zum Beispiel Judo oder Aikido. „Verglichen mit dem japanischen Judo oder Aikido ist Taekwon-Do eher eine der härteren Kampfsportarten“, erläutert Thomas Böking, Meister 2. Dan und Leiter der Kinder- sowie Jugendabteilung. Es sei eine sehr dynamische Kampfkunst, mit militärischen Wurzeln. Der Begriff setzt sich aus den folgenden sinokoreanischen Silben zusammen: „Tae“ bedeutet Fuß und steht für die Fußtechniken, während „Kwon“ Faust bedeutet und die Hand- und Armtechniken meint. „Do“ heißt wörtlich so viel wie „Weg“ und ist für jeden Asiaten ein Begriff. Es beschreibt die Philosophie, die Spiritualität und die Werte in der Lehre der jeweiligen Kampfkunst.

Die Abteilung des TuS Laer hat Mitglieder im Alter von fünf bis 66 Jahren. Die Jüngsten trainieren bei den „Bonsais“, wo sie langsam und spielerisch an den Sport herangeführt werden. Wenn sie dann schließlich die elementaren Grundtechniken beherrschen, wechseln sie in die Kindergruppe, bis sie im Alter von zirka zwölf Jahren beziehungsweise ab dem grünen Gurt in die Erwachsenengruppe gehen.

Die Bonsai-Gruppe ist die Nachwuchs-Schmiede der Fachschaft und wurde 2013 von Carmen Böking ins Leben gerufen. Heutige nationale und internationale Meister sowie auch Dan-Träger der Fachschaft sind einst als Kinder in diese Gruppe eingestiegen.

Die farbigen Gürtel zeigen den Grad der Reife des Kämpfers. Anfänger tragen den weißen Gurt, danach folgen mit jeweils halber Unterteilung der gelbe, der grüne, der blaue und der braune Gürtel. Den braun-schwarzen Gurt tragen schließlich die Schüler des höchsten der zehn Schülergrade und er markiert den Übergang vom Schüler zum Meister. Im schwarzen Gürtel der Meister vereinigen sich symbolisch alle anderen Farben.

Bernhard Cohausz ist der stellvertretende Fachschaftsleiter und trägt mit dem 5. Dan den Titel des Großmeisters. „Ich bin seit 17 Jahren internationaler Kampfrichter A“, sagt der Unternehmer aus Horstmar. Anfänglich widmete der Burgmannstädter sich noch der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen in der Fachschaft. Heute bildet er die höheren Meistergrade aus.

Die Laerer Taekwon-Do-Sportler sind wettkampfmäßig sehr aktiv. „Wir gehören der IBF (International Budo Federation) an“, erklärt Böking. „Der Verband ist für uns das, was vielleicht der DFB für die Fußballer ist.“ Die Wettkampf-Aktivitäten der Fachschaft haben eine beachtliche Bandbreite. Sie beginnen mit Vereins- und Nachwuchturnieren über nationale Turniere wie die Deutschen Einzelmeisterschaften bis hin zu den ganz großen internationalen Turnieren wie zum Beispiel den German Open Championships, die Europa- und sogar die Weltmeisterschaften.

„Ein ganz großes Highlight war für uns die Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Jahr 2015“, betont Harder. Das Interesse an dieser Sportart wächst zurzeit stetig. „Mittlerweile haben wir einen stolzen Mitgliederstand von 110 Sportlern“, so Harder abschließend.



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