So., 29.04.2018

Autor stellt letzten Band seiner Trilogie vor Huckebrink ist mit Bitterschulte fertig

Alfons Huckebrink bei der Lesung seines letzten Bandes der Trilogie um Thomas Bitterschulte.

Alfons Huckebrink bei der Lesung seines letzten Bandes der Trilogie um Thomas Bitterschulte. Foto: Annegret Rose

Laer - 

Es heißt so langsam Abschied nehmen von Thomas Bitterschulte. Autor Alfons Huckebrink ist fertig mit seiner Roman-Trilogie und damit auch mit seiner Kunstfigur.

Von Annegret Rose

Thomas Bitterschulte ist nicht Alfons Huckebrink. Kein Alter Ego? Nein. Aber zwanzig Jahre Leben und Erfahrungen, in denen drei Bände über ihn entstanden sind, hat Huckebrink der Figur Bitterschulte gewidmet. Schriftsteller und Kunstfigur verbinden eine Menge. Das erfuhren die Zuhörer am Freitag bei der Lesung im Alten Speicher in Laer. Trotzdem ist der Autor mit Bitterschulte fertig: Die dritte und letzte Folge der Roman-Trilogie um Bitterschulte aus Emslake, „Wie Thomas Bitterschulte sich an der Kunst verschrieb“, ist erschienen.

Damit die Zuhörer sich orientieren konnten, las Huckebrink jeweils aus dem ersten und zweiten Band etwas Entscheidendes über seinen Thomas Bitterschulte vor, der im Mief der 50er Jahre in Emslake noch die Nachwehen der Nazizeit zu spüren bekam. In der Schule wehte durch Lehrer aus dieser Zeit ein unguter Geist, der das menschliche Miteinander erschwerte.

Huckebrink gelingt es dabei, die Sozialisation seiner Figur mit dem inzwischen bekannten Ambiente der sogenannten Aufbaujahre zu verknüpfen. Eine Variante, die manchen Leser zur Identifikation einlädt. Im zweiten Band macht Bitterschulte konkrete Erfahrungen mit der Politik. Dabei erscheinen die geschilderten Aktionen aus heutiger Sicht und in dem lakonischen Stil von Huckebrink durchaus witzig. Vergleiche zu Prechts Erfahrung mit dem Kommunismus drängen sich auf.

Im dritten Band muss Bitterschulte als Versicherungsagent seinen Lebensunterhalt meistern. Die Kunst kommt ihm dabei in die Quere ebenso wie die Damenwelt. So lernen die Leser Bitterschulte als erfolgreich verführenden Mann kennen. Bitterschultes Ausflug in die Kunst bietet den Lesern den Vorteil, dass sie nach Frankreich geführt werden und Bekanntschaft mit Skulpturen von Rodin machen. „Vielleicht sogar ein Urlaubstipp, denn die Buchten bei Calais sind wirklich zauberhaft“, lächelte Huckebrink am Ende seiner Lesung. Sein Schreibstil, der beschreibend und allwissend ist, ändert sich in diesem Werk. Das letzte Kapitel ist in der Ich-Form verfasst worden. Also doch Alter Ego?

Huckebrink, der Jahrgang 1953 ist und in Emsdetten geboren wurde, gehört zu den umtriebigen Schreibern. Das heißt, dass er neben der Schriftstellerei Seminare für Menschen abhält, die selber schreiben möchten. Außerdem arbeitet er als Literaturkritiker. Auf die Frage, was ihn zum Schreiben bringe, reagiert er zurückhaltend: „Ich weiß es gar nicht, aber es muss eine Lebensäußerung in mir sein, die sich mitteilen will.“



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