Do., 03.05.2018

Mit Bernd Stelter auf Tour Musiker Matthias Fleige als Multitalent gefragt

Mit Bernd Stelter (M.) auf einer Bühne: Matthias Fleige geht mit dem bekannten Entertainer auf Tournee. Die ersten beiden Gastspiele waren ein voller Erfolg.

Mit Bernd Stelter (M.) auf einer Bühne: Matthias Fleige geht mit dem bekannten Entertainer auf Tournee. Die ersten beiden Gastspiele waren ein voller Erfolg. Foto: Michael Hoffsteter

Laer/Stadtallendorf/Köln - 

Der musikalische Ritterschlag kommt für Matthias Fleige vor der Zugabe. Als am Freitag die 600 Zuschauer in der Stadthalle von Stadtallendorf zum Abschlussapplaus aufstehen, dreht Bernd Stelter der jubelnden Menge kurz den Rücken zu, reckt den Daumen und zwinkert Fleige zu. Da wusste er, dass alles gepasst hat.

Von Axel Roll

Der musikalische Ritterschlag kommt für Matthias Fleige vor der Zugabe. Als am Freitag die 600 Zuschauer in der Stadthalle von Stadtallendorf zum Abschlussapplaus aufstehen, dreht Bernd Stelter der jubelnden Menge kurz den Rücken zu, reckt den Daumen und zwinkert Fleige zu. „Da wusste ich, dass alles gepasst hat“, erzählt der 51-jährige Laerer. Er ist seit Freitag Mitglied des zweiköpfigen „Kabuff-Orchesters“, das den bekannten Entertainer bei seinem Programm „Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten“ kreuz und quer durch die Republik begleitet.

Matthias Fleige ist dabei als Multitalent gefragt: E- und Akustikgitarre, Bass, Fußschelle, Trommel, Gesang und ein schauspielerischer Ein-Satz-Einsatz stehen auf seinem persönlichen Ablaufplan. Nach den ersten beiden Gastspielen in Stadtallendorf und Soest weiß der Berufsmusiker: „Musikalisch ist das alles machbar, du musst aber vollkonzentriert sein, um auf den Punkt abzuliefern.“

Mehr als nur Routine

Mit einem Bernd Stelter Musik zu machen, das ist für den Laerer schon ein bisschen mehr als ein Routinejob. Obwohl er jahrelang als Mitglied des „Zimmer-Frei“-Kurorchesters beim WDR viele, viele Prominente zusammen mit Götz Alsmann und Christine Westermann begleitet und kennengelernt hat.

Durch die alten „Zimmer-Frei“-Kontakte kam auch das Engagement für die Stelter-Tournee zustande. Matthias Fleige: „Der damalige Pianist bei ‚Zimmer Frei‘, Bernd Budden, hat mich gefragt, ob ich dabei bin.“ War er natürlich sofort. „Wer kann dazu schon nein sagen?“ Bernd Stelter jedenfalls nicht.

Daumen hoch trotz Lampenfieber

Gemeinsame Proben gab es vor Fleiges Premiere in Stadtallendorf keine. „Bernd Budden hat mir die Noten und einen Live-Mitschnitt des Programms geschickt. Damit habe ich mich zu Hause vorbereitet“, erzählt der Musiker. Ernst wurde es erst am Freitag beim Soundcheck. „Bernd Stelter hatte ich zuvor in der Garderobe getroffen, da haben wir kurz miteinander gesprochen.“ Bei der Sound-Probe fragte der Star, welche Stücke Matthias Fleige mal gemeinsam durchspielen wolle. „Am liebsten alle“, antwortete Fleige. „Machen wir“, so Stelter, „auch wenn das nicht ganz so gut für meine Stimme ist.“

Nervös war Matthias Fleige vor seiner Premiere natürlich trotzdem. „Aber es lief gut.“ Und als dann noch der Daumen seines Bühnenchefs hochging, da war die Welt für den Laerer mehr als in Ordnung.

Musikalisch alle Freiheiten

Klar, musikalisch muss ein Profi mit allen Wassern gewaschen sein. „Bei so einem kleinen Team ist es aber genauso wichtig, dass es menschlich passt“, betont Matthias Fleige. Und wie läuft es so mit Bernd Stelter? „Einfach super.“ Der Gitarrist hat ihn bislang als einen „sehr herzlichen, angenehmen Menschen“ erlebt. Ein bisschen gemütlich sei er, aber eine richtige Rampensau. „Wenn der Vorhang aufgeht, ist er voll da.“ Beim jüngsten Konzert hat er sich mit Matthias Fleige bis drei Sekunden vor dem Auftritt noch Witze erzählt. Musikalisch lasse Stelter seinem Pianisten und dem Gitarristen alle möglichen Freiheiten. „Vom Prinzip her weiß er aber genau, was er will.“

Wer im Münsterland den Namen Bernd Stelter hört, denkt zuerst an den Kölner Karneval und Lieder wie „Ich hab drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär“. „In seinem aktuellen Programm ist er aber viel mehr Liedermacher“, betont Matthias Fleige. „Manche Songs gehen richtig unter die Haut. Die sind echt gut gemacht.“ Dazwischen erzählt der Wahl-Kölner seine amüsanten Geschichten. Matthias Fleige staunt: „Bernd Stelter hat sein Publikum voll im Griff. Es frisst ihm aus der Hand.“ Und ist nachher begeistert, wie die Standing Ovations regelmäßig beweisen.

Nach den beiden Gastspielen am Wochenende in Soest und Stadtallendorf wird es nächste Woche ernst für Matthias Fleige. „Dann werden wir in zahlreichen Städten Ostdeutschlands auftreten.“ Das heißt: Abends nach der Autogrammstunde zurück nach Hause fahren, das ist nicht drin. Gemeinsames Abendessen, Übernachtung im Hotel, am nächsten Morgen weiter zur nächsten Stadthalle. Das zieht für den Laerer eine unangenehme Terminkollision nach sich. „Bei der Kirmes in Laer kann ich nicht dabei sein, das ist schon ein bisschen blöd.“



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5706705?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686834%2F