Fr., 08.06.2018

Ersten Entwurf vorgestellt „Bester Kompromiss“

Dieses Luftbild zeigt in Weiß, wo der Neubau entstehen soll. An der Seite zum Schulhof befindet sich der Haupteingang.

Dieses Luftbild zeigt in Weiß, wo der Neubau entstehen soll. An der Seite zum Schulhof befindet sich der Haupteingang.

Laer - 

Das Architekturbüro Jacobs aus Laer hat einen ersten Entwurf für den Neubau der Offenen Ganztagsschule an der östlichen Seite des Grundschulgebäudes in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Bau und Planung sowie Jugend, Sport, Schule und Bildung vorgestellt. „Es ist das Ziel, einen möglichst kompakten Baukörper zu schaffen. Ich schlage einen relativ kleinen, zweigeschossigen Winkel mit Dachterrasse vor“, erläuterte Diplom-Ingenieur Jörn Jacobs.

Von Regina Schmidt

Die Offene Ganztagsschule an der Werner-Rolevinck-Schule benötigt dringend mehr Platz und neue Räumlichkeiten. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Fraglich ist nur, wie groß und wie teuer das Projekt tatsächlich werden darf. Vorgesehen ist ein Neubau an der östlichen Seite des Grundschulgebäudes, zur Straße an der Sporthalle. Das Architekturbüro Jacobs aus Laer hat einen ersten Entwurf für den Anbau erstellt, der in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Bau und Planung sowie Jugend, Sport, Schule und Bildung präsentiert wurde.

„Es ist das Ziel, einen möglichst kompakten Baukörper zu schaffen. Ich schlage einen relativ kleinen, zweigeschossigen Winkel mit Dachterrasse vor“, erläuterte Diplom-Ingenieur Jörn Jacobs. Beide Geschosse sollen eine Fläche von rund 470 Quadratmetern haben. Herzstück des Erdgeschosses ist der 120 Quadratmeter große Speiseraum. „Er ist für 120 Kinder ausgelegt und zum Pausenhof hin offen“, so der Planer.

An der Seite zum Schulhof befindet sich auch der Haupteingang des OGS-Gebäudes mit einem 52 Quadratmeter großen Foyer. Von den vier vorgesehenen Gruppenräumen für die Kinder liegt nur einer im Erdgeschoss und drei im Obergeschoss. Alle Gruppenräume bieten rund 70 Quadratmeter Platz und haben einen Nebenraum von etwa 30 Quadratmetern Größe. Ein großer Werkraum samt Lager liegt neben dem Gruppenraum im Erdgeschoss, ebenso das Büro der OGS-Leitung.

Die Küche mit Vorratsraum und Anlieferungsbereich grenzt an die Mensa. Am Ende des Winkels liegt ein Raum zur Lagerung der Spielgeräte. Mit Blick auf die Inklusion behinderter Schülerinnen und Schüler ist ein Aufzug eingeplant.

Das Obergeschoss ist hauptsächlich den Gruppenräumen vorbehalten. Zudem gibt es einen großzügigen Spielbereich. Eine Besonderheit ist die als „Außenklasse“ nutzbare Dachterrasse. Sie dient optional auch als Rettungsbalkon.

Für die äußere Gestaltung schlägt Jörn Jacobs roten Klinker als Kontrast zum bestehenden Gebäude vor. Die Energieversorgung soll mittels Gastherme und Solaranlage auf dem Dach erfolgen. Für die Innenräume sieht der Plan Fußbodenheizung vor. Die Gesamtkosten des Neubaus veranschlagt Jörn Jacobs mit 1,4 Millionen Euro.

Den Baubeginn peilt er ambitioniert für März 2019 an, fertig soll der Neubau ein Jahr später sein. „Ich habe versucht, die Vorschläge der Ratsmitglieder und die Wünsche der Schule in der Planung umzusetzen“, betonte der Experte. Allerdings sei der Kostenrahmen mit maximal 1,5 Millionen Euro für ein Projekt dieser Größe sehr eng gesteckt.

Unterschiedlich bewerteten die Fraktionen das Konzept des Architekturbüros. „Da die Kinderzahl der OGS steigt, ist der Speisesaal schon jetzt zu eng bemessen“, monierte Norbert Rikels (SPD. Außerdem fehle ein Personalraum. „Wir befürchten zu hohe Kosten und dann fehlt das Geld für die notwendige Sanierung der Grundschule. Das geht auch preisgünstiger als 1,5 Millionen“, so der Sozialdemokrat.

„Ich sehe den Entwurf der Ratsmitglieder in diesem Konzept nicht einmal ansatzweise umgesetzt“, kritisierte Markus Koch (CDU). Anders die Bewertung von Elke Schuchtmann-Fehmer: „Das Konzept hat eine klare Struktur und macht einen guten Eindruck. Es ist ja nur ein erster Entwurf und Details können immer noch geändert werden.“

Eindeutig mit der Planung einverstanden erklärte sich die UBG: „Die Ideen finden unsere Zustimmung und auch die der pädagogischen Kräfte“, betonte Dr. Reinhardt Nippert. Als „besten Kompromiss“ in Absprache mit der Schulleitung bezeichnete Dieter Mesenbrock (FBL) den von Jacobs vorgelegten Entwurf. Deshalb solle man mit der Umsetzung nicht länger warten.

Elisabeth Weitershagen, Leiterin der Initiative für Kinder und Jugendliche, regte an, die Lage von Gruppenraum und Mensa im Erdgeschoss zu tauschen: „Es wäre sinnvoll, wenn der Gruppenraum zum Schulhof liegt, so dass die Betreuer die Kinder immer im Blick halten können.“

Jörn Jacobs zeigte sich offen für Änderungen und signalisierte gegenüber allen Beteiligten Gesprächsbereitschaft. Der überarbeitete Plan für den OGS-Neubau soll dann in der nächsten Sitzung des Bauausschusses beraten werden.



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