Fr., 15.06.2018

Was ist besser? Gelbe Tonne oder gelber Sack?

Da die gelben Säcke schnell reißen, oft falsch befüllt werden und bei windigem Wetter in der Stadt herumfliegen, sind sie in nicht besonders beliebt.

Da die gelben Säcke schnell reißen, oft falsch befüllt werden und bei windigem Wetter in der Stadt herumfliegen, sind sie in nicht besonders beliebt. Foto: Wilfried Gerharz

Horstmar - 

Überwiegen die Vorteile beim gelben Sack oder ist die Tonne für den Restmüll praktischer? Mit dieser Frage befasste sich der Bau-, Planungs und Umweltausschuss während seiner jüngsten Sitzung. In dieser war Nico Königkrämer von der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt zu Gast, der Informationen zur möglichen Einführung einer gelben Tonne in der Stadt Horstmar gab.

Von Sabine Niestert

Gelbe Tonne oder gelber Sack? Viele Bürger wünschen sich einen festen Behälter für den Restmüll, da die Tüten oftmals von schlechter Qualität sind und reißen. Bei windigem Wetter fliegen sie in der Gegend herum und verschandeln die Stadt. Oder es gibt einen Engpass beim Nachschub an gelben Säcken.

Aber auch die Tonne hat ihre Nachteile. Stopft man den Müll zu fest rein, bleibt der Dreck im Behälter kleben. Dieser muss regelmäßig gereinigt werden und ist bei starkem Wind ebenfalls gefährdet, zu Boden zu gehen.

Die gesamte Problematik war jetzt Thema im Bau-, Planungs- und Umweltausschusses. Zu seiner jüngsten Sitzung hatten das Fachgremium unter der Regie von Ludger Hummert und die Stadtverwaltung Nico Königskrämer von der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt eingeladen, um Informationen aus berufenem Mund zu erhalten.

Wie der Experte berichtete, gilt seit dem 1. Januar 2019 das neue Verpackungsgesetz. Darin ist geregelt, dass die Kommunen gegenüber den Systembetreibern durch einen schriftlichen Verwaltungsakt die Einführung einer gelben Tonne für die Sammlung der Leichtverpackungen (LVP) verlangen können. Die Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST) bietet für alle Städte und Kommunen im Kreis Steinfurt eine Prüfung der juristischen Durchsetzbarkeit an.

Dafür ist es notwendig, einen Beschluss zur Umstellung auf die gelbe Tonne zu fassen, was der Rat bereits während seiner Sitzung am 27. September 2012 getan hat. Schon seinerzeit wurde die Verwaltung beauftragt, die Einführung einer gelben Tonne in den Größen 120 und 240 Liter in die Abstimmungsvereinbarung und LVP-Systembeschreibung aufzunehmen.

Wie der Referent erklärte, sei zu bedenken, dass bei einer Umstellung auf die gelbe Tonne die Fehleinwurfquote aufgrund schwer durchführbarer Kontrollen steigen würde. Zudem benötige ein zusätzlicher Behälter auch mehr Stellflächen. Dass dieses gerade in der beengten Altstadt ein Problem sei, gab Horstmars Bürgermeister zu bedenken. Zudem wollte Robert Wenking wissen, welche Variante die Klimafreundlichste sei. Vor dem Hintergrund der Klimaschutzkonferenz und der Tatsache, dass der Kreis Steinfurt plastikfrei sein wolle, wären die gelben Säcke geradezu kontraproduktiv.

„Die Tonne ist grundsätzlich teurer“, antwortete Nico Königkrämer auf die Frage nach dem Preis. „Die Wertstofftonne wird nur im Wege der Abstimmung beziehungsweise Verhandlung mit den Systembetreibern erreichbar sein, wenn alle 14 Kommunen das wollen“, lautete das abschließende Fazit des Fachmanns.



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