Mo., 18.06.2018

Perspektiven der Kirchengemeinde Gemeinsam auf neuen Wegen

In Kleingruppen machten sich die Teilnehmer des Zukunftstages der Pfarrei Heilige Brüder Ewaldi Gedanken über die Entwicklung in Laer und Holthausen.

In Kleingruppen machten sich die Teilnehmer des Zukunftstages der Pfarrei Heilige Brüder Ewaldi Gedanken über die Entwicklung in Laer und Holthausen. Foto: Heinrich Lindenbaum

Laer - 

Ihre Wünsche und Anregungen für die weitere Entwicklung der Kirchengemeinde Heilige Brüder Ewaldi erarbeiteten während des Zukunftstages die Besucher in Kleingruppen. Dabei wurde deutlich, dass die Pfarrei neue Wege gehen und offen für Veränderungen sein muss. Der Pfarreirat und die Steuerungsgruppe versprachen, die Vorschläge der Besucher intensiv zu beraten.

Von Heinrich Lindenbaum

„Wir sind in unserer Kirchengemeinde für das Säen, das Wachsen und das Aufblühen unserer Gemeinde verantwortlich“, erklärte Pfarrer Andreas Ullrich im Gottesdienst, mit dem der Zukunftstag der Pfarrei Heilige Brüder Ewaldi am Sonntagvormittag in der Bartholomäuskirche begann. Vieles wachse bereits, aber manchmal sei es noch so klein, dass man es leicht übersehe. Für das Wachstum seien Ruhe und Geduld das Wichtigste. „Wir sind für die äußeren Bedingungen zuständig, denn der Boden muss locker sein, um darauf zu wachsen“, beschrieb der Seelsorger die Voraussetzungen für ein fruchtbares Gedeihen.

Im April dieses Jahres hatten die Vereine Samen für Sonnenblumen bekommen. Diese sollten ausgesät und gepflegt werden. Während des Gottesdienstes wurden die Sonnenblumen vor dem Altar aufgestellt.

„In unserer Gemeinde wächst schon viel, aber es muss sich was verändern. Einiges müssen wir beiseite lassen und müssen tiefer gehen. Nicht bei dem Negativen stehen bleiben, das wäre sträflich“, forderte der Geistliche die Gemeindemitglieder auf, sich gemeinsam auf den Weg zu machen.

„Wie sieht die Zukunft der Pfarrei aus?“ „Was leitet uns und was ist unser Auftrag als Kirche in Laer, Holthausen und der Beerlage?“ Diese Fragen stellten die Verantwortlichen des Pfarreirates den zahlreich erschienenen Besuchern anschließend im Pfarrsaal.

Palitha Löher und Elmar Lengers stellten fest, dass 40 Prozent der Bewohner von Laer unter 21 Jahre alt sind. Da es in der Gemeinde keine weiterführende Schule mehr gäbe, kehrten einige der Jugendlichen ihr deswegen schon frühzeitig den Rücken. Das gelte auch für viele Senioren, da es keine Alteneinrichtungen vor Ort gäbe. „In der religiösen Praxis müssen wir vielleicht besondere Ideen entwickeln, die es woanders noch nicht gibt“, meinten Löher und Lengers als mögliche Reaktion auf diese Situation.

Der Text der sonntäglichen Lesung wurde zum Anlass genommen, in sechs Gruppen hieraus Wünsche und Forderungen als Vision für die Zukunft der Kirchengemeinde herzuleiten. Die Wünsche, wie „Anreize geben, sich in der Gemeinde zu beteiligen“, „andere Gottesdienstformen oder Gottesdienste an anderen Orten“, lauteten einige Anregungen „Die Kirche muss am Puls der Zeit sein, denn das Bedürfnis, sich ändern zu wollen, bewegt die Menschen“, hieß eine andere Forderung.

Die Frage „Wie können wir speziell Jugendliche und junge Erwachsene begeistern und mitnehmen“, wird noch kontrovers diskutiert werden müssen. Wichtig sei es auch, still liegendes Potenzial zu nutzen, um die anstehenden Aufgaben zu meistern.

„Das, was wir in unserer Kirchengemeinde nach wie vor brauchen, sind unsere zwei Kirchen, das Pfarrzentrum und das Pfarrheim und unsere drei Kindergärten“, brachte Pfarrer Ullrich die „Immobilienfrage“ auf den Punkt. Ob die Pfarrei für die kirchliche Jugendarbeit noch einen Mitarbeiter einstellen könne, müsse die Zukunft zeigen“, äußerte der Geistliche die Hoffnung, damit die kirchlichen Angebote junger Menschen abdecken zu können.

„Wir werden im Pfarreirat und in der Steuerungsgruppe Ihre Anregungen und Wünsche aufnehmen, diskutieren und intensiv weiterarbeiten. Wir sind auf einem guten Weg, es passiert auch schon einiges“, versprachen Ruth Feldhaus-Hermes und Clemens Hullermann, das Vorstands-Duo des Pfarreirates, einen Entwurf des Pastoralplanes bei einer weiteren Gemeindeversammlung zur Diskussion zu stellen.



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