Di., 26.06.2018

Eine neue Lösung Pflegekräfte ziehen ins Marienhospital

Neues Leben wird ins leer stehende Laerer Marienhospital kommen. So sollen dort im Herbst 50 ausländische Pflegekräfte einziehen, die das Universitätsklinikum Münster in Brasilien, Kolumbien und Italien angeworben hat.

Neues Leben wird ins leer stehende Laerer Marienhospital kommen. So sollen dort im Herbst 50 ausländische Pflegekräfte einziehen, die das Universitätsklinikum Münster in Brasilien, Kolumbien und Italien angeworben hat. Foto: abi

Laer - 

Auf der Suche nach einem neuen Investor, der bereit ist, das Konzept zur Nachnutzung des Marienhospitals in Laer umzusetzen, ist das Kuratorium. Seine Mitglieder sind froh, für die Zwischenzeit eine neue Lösung gefunden zu haben. So hat das Universitätsklinikum Münster das leer stehende Krankenhausgebäude gemietet, um zirka 50 seiner ausländischen neuen Pflegekräfte dort unterzubringen.

Von Sabine Niestert

Zunächst war es für das Kuratorium Stiftung Marienhospital ein Schock, doch inzwischen blicken Pfarrer Andreas Ullrich als Vorsitzender des Gremiums und seine Mitstreiter wieder optimistisch in die Zukunft. Die Nachricht, dass Unternehmer Rainer Feldmann nicht mehr daran interessiert ist, in die Nachnutzung des Marienhospitals vor Ort zu investieren, traf die Verantwortlichen zu einem Zeitpunkt, an dem die Gespräche und Pläne schon recht weit gediehen waren.

„Wir sind dem Investor sehr entgegengekommen“, erklärt Kuratoriumsmitglied Norbert Rikels, der sich enttäuscht über seinen Ausstieg zeigt. Weitere Kommentare über den Rückzug der Feldmann Bau GmbH sind den Entscheidungsträgern aber nicht zu entlocken. Man wolle schließlich keine „schmutzige Wäsche waschen“ und die Sache nicht „unnötig breit treten“, heißt es in der Runde.

„Doch, wo der liebe Gott eine Tür schließt, öffnet sich ein Fenster“, schmunzelt der Geistliche, dass ihm die neue Chance, die sich für die Nutzung des ehemaligen Krankenhauses im Ewaldidorf inzwischen ergeben hat, durchaus gefällt. „Das UKM Münster wird Mieter“, teilt Pfarrer Ullrich nach einer Sitzung des Kuratoriums in einem Gespräch mit dieser Zeitung mit. Dieses suche händeringend nach Wohnraum für seine neuen Pflegekräfte, die es wegen des personellen Notstands aus Brasilien, Kolumbien und Italien angeworben hat. Und da es neben dem Pflegenotstand in der Stadt Münster auch eine massive Wohnungsmisere gibt, sollen die neuen Mitarbeiter des Universitätsklinikums erst einmal ins seit April leerstehende Laerer Krankenhausgebäude ziehen.

„Die Zimmer sind bestens ausgestattet und vor wenigen Jahren erst renoviert worden“, beschreibt der Pastor die Bedingungen im Marienhospital für die künftigen Bewohner als gut geeignet. „Das sind gut ausgebildete Fachkräfte, die eine Bereicherung für Laer sind“, zeigt sich Pfarrer Ullrich überzeugt.

„Für uns ist es eine wichtige Aufgabe, die Menschen hier zu integrieren“, sieht Norbert Rikels sich und seine übrigen Ratskollegen als Politiker gefordert. „Das ist eine Win-Win-Situation“, meint sein Kuratoriumskollege Jochen Korves. So hätten sie Zeit in aller Ruhe nach einem neuen Investor zu suchen, der bereit ist, das Konzept zur Nachnutzung des Marienhospitals umzusetzen, und die Verantwortlichen des UKM verschafften sich Luft, nach einer dauerhaften Lösung für ihre neuen Pflegekräfte aus dem Ausland zu suchen. So solle auf Dauer auch in Münster neuer Wohnraum geschaffen werden.

Doch bis es soweit ist, werden die Krankenschwestern und -pfleger erst einmal in Laer leben. Da die Schnellbuslinie S 70 direkt vor der Tür hält, gibt es eine gute Anbindung für sie zu ihrem neuen Arbeitsplatz. Für die Nachtdienst hätten, solle ein Shuttle-Service eingerichtet werden, erklärt Pfarrer Ullrich, die Pläne des UKM .

Alles weitere müsse sich finden, gibt der Geistliche zu bedenken, dass beide Seiten mit dieser Lösung Neuland betreten. Er rechnet damit, dass die ersten der rund 50 vereinbarten neuen Bürger von Laer nach und nach im Herbst in ihre neue Heimat kommen.

Für die Kuratoriumsmitglieder ist klar, das Laer ein liebenswerter Ort ist, was die Pflegekräfte vielleicht veranlasse, auf Dauer in der Gemeinde zu bleiben. „Sie sind eine Bereicherung für die Kommune und werden das Durchschnittsalter heben“, erklärt Kuratoriumsmitglied Marion Rikels, die sich wie ihre Kollegen auf den Zuzug freut.

Eine freudige Nachricht hat das Kuratorium noch für die Verantwortlichen des Laerer Blasorchesters. So soll den Musikern während der Umbauzeit an der Grundschule der Pavillon zur Verfügung gestellt werden, in dem früher die Ergotherapie untergebracht war.



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