Mi., 15.08.2018

Hinter den TV-Kulissen Trabbel hinter den Kulissen

Für den elfjährigen Josef Scheipers aus Laer erfüllt sich ein Traum, als er Ulli Potofski als Co-Kommentator assistieren darf.

Für den elfjährigen Josef Scheipers aus Laer erfüllt sich ein Traum, als er Ulli Potofski als Co-Kommentator assistieren darf.

Laer - 

Für den elfjährigen Josef Scheipers erfüllte sich jetzt ein Traum. So durfte der Junge aus Laer einen Arbeitstag bei Ulli Potofski als Fußballkommentator miterleben. Zu verdanken hat er dies dem Urgestein schlechthin im deutschen Sportfernsehen, das am vergangenen Wochenende beim Derby als Live-Kommnetator für den Bezahlsender „Sky“ ran musste und Josef ins Schlepptau nahm.

Nicht nur die Fans des VfL Bochum waren nachdem gewonnenen Revierduell beim MSV Duisburg mit 2:0 (0:0) überaus glücklich, sondern auch Josef Scheipers (11) strahlte auf dem Rasen der 31 500 Zuschauer fassenden Arena über das ganze Gesicht. Sein Traum, einen Arbeitstag bei Ulli Potofski als Fußballkommentator mitzuerleben, hatte sich erfüllt. Zu verdanken hat er dies dem Urgestein schlechthin im deutschen Sportfernsehen, der am letzten Wochenende beim Derby als Live-Kommentator für den Bezahlsender „Sky“ ran musste und Josef ins Schlepptau nahm.

Beide kennen sich schon einige Jahre, seitdem der vollauf fußballverrückte Junge gemeinsam mit der gebürtigen Gelsenkirchener Sportreporterlegende im Rahmen der Bundesliga-Berichterstattung, das erste Mal als Gespann im Fernsehen vor der Kamera auftauchte. Damals 2012 mit einer witzigen Reportage über seine Familie und deren Laerer-Fußball-Fankeller. Übrigens wurde bekanntermaßen bei den weiteren Besuchen Potofski‘s sogar eine einstündige Liveübertragung des „Sky“-Bundesligamagazins im Ewaldidorf produziert.

So kam es nun, dass der Laerer Nachwuchskicker diesmal im Stadion mit eigenen Augen ganz genau sehen durfte, was dem Fan ansonsten verborgen bleibt: Das Drumherum hinter dem TV-Übertragungsrummel eines Fußballspiels, ehe sein Kommentator Ulli, auf dem Bildschirm vor der Wohnzimmercouch erscheint. Ein echter Perspektivwechsel.

Als für die Zuschauer die Stadiontore noch verschlossen sind, geht‘s schon lang vor dem Anstoß im TV Compound mit der Ablaufbesprechung los. Im Redaktions-Begleitbus und heimlichen Basislager der Produktion, tummeln sich Sendungsleiterin und Führungsteam der 60 Kollegen von Ton, Licht, Kamera, Kabelhilfe, Regie, und und und.

Erstaunt ist der Nachwuchskicker bereits beim gemeinsamen Gang durch den mit gewaltigem Kabelwirrwarr verbundenem Fuhrpark, um ins leere Stadion für erste Ton- und Kameratests zu gelangen.

Anschließend sitzen die beiden im Medienraum, indem die Trainer über die aktuellen Aufstellungen ausgequetscht werden – dabei füllen sich langsam die Ränge über ihnen. Josef ist mit dem Fernsehpulk hautnah dabei, als im Vorlauf der ersten Schalte, direkt vor der lärmenden Duisburger Fankurve, den Balljungs und Duisburger Maskottchen Ennatz das Licht der Kamera angeht und Potofski die ersten treffsicheren Interviews mit den Trainern führt, bevor der Ballt rollt.

Mehr noch: Josef wird obendrein Ballträger und darf vor vollen Rängen, das offizielle Spielgerät vom Spielertunnel auf den Mittelpunkt des Spielfeldes bringen. Blitzschnell muss es danach auf die Pressetribüne gehen, wo es dann richtig zur Sache geht. Mit Anpfiff verfolgen die beiden Sitznachbarn das Spiel, wobei der 66-Jährige natürlich am Mikrofon mit bekannter Stimme begeisternd kommentiert und Josef quasi als Co-Kommentator fungieren könnte.

Doch damit nicht genug. Nach der Halbzeit dann ein exklusiver Blick hinter die aufwendigen TV-Kulissen, in das riesige graue Ungetüm auf zehn Rädern unter der Nordtribüne. Im Inneren des Regiewagens hört er Ulli‘s sympathische Stimme – drei Bildmischer, ein Regisseur sitzen vor einer Flut an Bildschirmen und hunderten Knöpfen, wie bei Raumschiff Enterprise. Faszinierend: Obwohl in Sekunden entschieden wird, was die Fans Zuhause vom Spiel sehen und was nicht, wird Josef noch ganz nebenbei das ein oder andere erklärt. Er ist absolut erstaunt, mit welchem Aufwand dabei einzelne Situationen des Spiels, in spannende Bilder umgesetzt werden. Die Regie hat für die Schrifteinblendungen auch einen direkten Draht zur „Sky“-Sendezentrale in München, in dessen Redaktion Josef unlängst witzigerweise ebenfalls vorbeischaute.

Nach dem Schlusspfiff fangen die zwei noch auf dem Platz vor dem Spielertunnel Stimmen für die Nachberichterstattung der Partie ein. Schließlich ist man sogar noch als Zeuge bei der Abschlusspressekonferenz dabei.

Natürlich bleibt bei all dem auch genügend Zeit miteinander über Fußball und andere Dinge zu plaudern. Und eins ist klar: Er fühlt sich bei all dem richtig pudelwohl – ein absolut unvergesslicher Tag für Josef, dem netten Kerl Ulli Potofski im direkten Zusammenspiel einmal dankend über die Schulter schauen zu dürfen.



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