24-Jähriger zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt
Heiße Ware im Keller versteckt

Laer -

Am 2. März 2017 wurde die Wohnung eines 24-jährigen Vaters aus Laer durchsucht. Bei der Durchsuchung fanden die Polizeibeamten im Keller hochwertige Baumaschinen, Werkzeugkoffer und zwei gelbe Baustrahler im Gesamtwert von knapp 9 000 Euro.

Dienstag, 02.10.2018, 17:30 Uhr aktualisiert: 02.10.2018, 18:00 Uhr
Justitia 
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Der Hinweis kam von einem Nachbarn: Am 2. März 2017 wurde die Wohnung eines 24-jährigen Vaters von vier Kindern durchsucht. Ein Nachbar des Verdächtigen hatte gemeldet, dass sich Diebesgut im Keller der Wohnung befinde. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten in der Wohnung nichts Verdächtiges. Im Keller stellten sie aber, unter Decken versteckt, hochwertige Baumaschinen, Werkzeugkoffer und zwei gelbe Baustrahler im Gesamtwert von knapp 9 000 Euro sicher. Die Baustrahler waren unmittelbar zuvor als gestohlen gemeldet worden.

Die Beute stammte aus Diebstählen in Nordwalde, Altenberge, Steinfurt, Coesfeld und Rosendahl. Dem Angeklagten wurde nicht vorgeworfen, das Diebesgut selbst gestohlen zu haben. Wegen „Begünstigung“ der Diebe wurde er gestern vom Schöffengericht in Rheine zu einem Jahr und drei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

„Trotz Ihres jungen Alters ist Ihr Strafregister erschreckend lang“, sagte die Richterin und verlas zwölf Urteile zwischen 2014 und 2018 wegen Körperverletzung, Diebstahls und anderer Straftaten. Wegen des jetzigen Verfahrens wurden zwei Bewährungen von Freiheitsstrafen von insgesamt einem Jahr und zwei Monaten widerrufen.

Das Strafmaß sitzt der vierfache Familienvater jetzt im offenen Vollzug ab, aus dem er zu seiner Gerichtsverhandlung eigenständig erschien. Er nutzt die Zeit für eine Ausbildung, was ihm zugute kam. Erst vor ein paar Tagen wurde er wegen Fahrens ohne Führerschein zu fünf Monaten Haft verurteilt. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

„Ich habe die Sachen nicht gestohlen“, behauptete der Angeklagte. „Das wird Ihnen auch nicht vorgeworfen“, konterte die Richterin und hielt ihm vor, seinen Keller als Lagerplatz für das Diebesgut zur Verfügung gestellt zu haben.

Sein Anwalt sagte in seinem Plädoyer: „Mein Mandant ahnte, dass es sich um heiße Ware handelte, aber er wusste es nicht.“ Deswegen sah er eine weitere Bewährung als möglich an, insbesondere, da den Geschädigten kein Schaden entstanden sei und die gesamte Beute an die Eigentümer zurückgegangen war.

Die Staatsanwaltschaft und das Schöffengericht sahen es anders. Im letzten Wort des Angeklagten sah die Richterin ein mögliches Geständnis. „Das tut mir sehr leid“, hatte der 24-Jähruge gesagt.

Der Nachbar, der den Angeklagten „anonym“ angezeigt hatte, erschien als Besucher. Die Ladung als Zeuge vor Gericht hatte er nicht erhalten, „weil der Briefzusteller Ihren Briefkasten nicht gefunden hat“, klärte die Richterin ihn auf und vernahm ihn als Zeugen. Er sagte, dass er den Transport in den Keller in der Nacht zum 2. März 2017 nicht gesehen habe. Der direkte Nachbar habe ihm davon erzählt. Er war empört, dass sein Name in die Akte geraten war.

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