Top-Karosseriebauer
Mit Händchen und Herzblut

Laer/Darfeld -

Kai-Simon Eden hat im Classic Center Voss in Darfeld seine Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbauer erfolgreich abgeschlossen. Beim NRW-Wettbewerb wurde der 21-jährige Mann aus Laer zum Landessieger gekürt und am Samstag (3. November) tritt er in Frankfurt zum Bundeswettbewerb mit den besten Karosseriebauern Deutschlands an. „Er wird es gut packen“, sind sich sein Chef und sein Ausbilder sicher.

Mittwoch, 31.10.2018, 17:00 Uhr
Ein Händchen für die Besonderheiten von Oldtimern beweist Kai-Simon Eden (r.) aus Laer: Der 21-jährige Neu-Geselle im Classic Center Voss in Darfeld, hier mit Ausbilder Ulrich Hermansa, ist Landessieger im Karosserie- und Fahrzeugbau und fährt am morgigen Freitag zum Bundeswettbewerb.
Ein Händchen für die Besonderheiten von Oldtimern beweist Kai-Simon Eden (r.) aus Laer: Der 21-jährige Neu-Geselle im Classic Center Voss in Darfeld, hier mit Ausbilder Ulrich Hermansa, ist Landessieger im Karosserie- und Fahrzeugbau und fährt am morgigen Freitag zum Bundeswettbewerb. Foto: Frank Wittenberg

Einfach nur ein Job ist es gewiss nicht, eher so etwas wie eine Beziehung. „So ein Auto bleibt ja über Wochen und Monate hier“, lächelt Kai-Simon Eden. „Damit muss ich mich sehr intensiv befassen.“ Mit handwerklichem Händchen, nicht zuletzt mit Herzblut – und beides bringt der 21-Jährige mit, der im Classic Center Voss in Darfeld seine Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbauer abgeschlossen hat, beim NRW-Wettbewerb zum Landessieger gekürt wurde und am heutigen Samstag in Frankfurt zum Bundeswettbewerb mit den besten Karosseriebauern Deutschlands antreten wird.

Dieser Beruf gestaltet sich anders als der eines Kfz-Mechatronikers. Hier geht es ans Eingemachte – an das Grundgerüst eines Autos, das in der Regel schon einige Jahrzehnte unter den Rädern hat. „Früher wurden die Autos repariert, heute wird eher getauscht“, weiß Ralf Voss, Inhaber des Autohauses und Classic Centers. Bei ihm wird noch repariert, und das heißt oft: Oldtimer werden von Grund auf instand gesetzt, oft ganz neu aufgebaut. „Das bedeutet, dass sehr viele Bleche neu angefertigt und ausgetauscht werden müssen“, erklärt Kai-Simon Eden, während er gerade mit einer Mercedes Pagode beschäftigt ist, neben dem 111er Coupe eines seiner Lieblingsautos.

Ein paar Meter weiter steht ein VW-Bulli T1 auf der Hebebühne, rund 50 Jahre alt, ebenfalls eine Aufgabe für den 21-Jährigen aus Laer und seinen Ausbilder, Karosseriebaumeister Ulrich Hermansa. „Das sind oft Autos mit einer langen Geschichte“, erzählt Ralf Voss. „Familienerbstücke oder mit prominenten Vorbesitzern.“ Meist kommen sie in einem schlechten Zustand ins Classic Center und erstrahlen später in neuem Glanz.

Die Arbeit mit den alten Autos macht für Eden den Reiz aus, nicht zuletzt aber die Tätigkeit mit Metall überhaupt. „Das ist spannend, weil sich damit so viel machen lässt“, lächelt er. Mehrere Praktika hat er im Rahmen seiner Berufswahl absolviert, unter anderem als Tischler und eben auch bei Voss. „Holz oder Metall, die Frage stellte sich dann für mich.“ Die Wahl fiel auf Metall, und hier speziell auf den Karosseriebau.

Am Ende seiner dreieinhalbjährigen Ausbildung hat sich der Laerer als Bester der Handwerkskammer Münster für den Landeswettbewerb in Dortmund qualifiziert. „Wir mussten anhand einer technischen Zeichnung in vier Stunden ein Teil aus Rohmaterialien erstellen“, erzählt Eden. Am Ende stand eine Punktzahl – und für den 21-Jährigen der Landessieg, für den er am vergangenen Wochenende in Aachen von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ausgezeichnet wurde.

Der besondere Lohn ist eine Begabtenförderung, die er für weitere Schulungen oder seine Weiterbildung zum Meister einsetzen kann.

Am morgigen Freitag (2. November) geht es erneut auf Reisen: Diesmal nach Frankfurt, wo am kommenden Samstag (3. November) der Bundeswettbewerb stattfindet. „Die Aufgabe wird sicherlich noch aufwendiger“, vermutet Kai-Simon Eden. Aber er wird es gut packen, da sind sich Ralf Voss und Ulrich Hermansa sicher. „Er bringt die Lust am Beruf mit und ist sehr wissbegierig“, lobt der Ausbilder seinen ehemaligen Azubi. Und der wird seine berufliche Heimat vorerst in Darfeld behalten – sehr zur Freude von Ralf Voss: „Wir sind froh, dass uns so ein guter Mann erhalten bleibt

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