Ladenlokal belebt
Augen nicht verschließen

Laer -

Der Künstler Rüdiger Schwahn präsentierte mit seiner Frau Heike Maria parallel zum Weihnachtsmarkt in Laer einen Teil seiner Gemälde. „Bilder, die immer nur Harmonie darstellen, brauche ich nicht“, stellt er entschieden fest, „ich meckere durch meine Kunst.“

Dienstag, 11.12.2018, 20:00 Uhr
Heinke Maria und Rüdiger Schwahn hatten für die Ausstellung bewusst ein leer stehendes Ladenlokal neben der Pfarrkirche genutzt.
Heinke Maria und Rüdiger Schwahn hatten für die Ausstellung bewusst ein leer stehendes Ladenlokal neben der Pfarrkirche genutzt. Foto: Nix

Zu den neusten Werken gehört so zum Beispiel die Darstellung eines Kindes, das hilflos unter Waren steht, die es fast erdrücken. Ein anderes Werk zeigt eine ABC-Schutzmaske, einen Rucksack und einen toten Vogel. Vorboten einer kriegerischen Zeit? „Das wirft die kritische Frage auf, wie man für die Zukunft gerüstet sein sollte“, sagt Schwahn.

Ausstellungsort war ein leer stehendes Ladenlokal direkt neben der Kirche. „Wir haben diesen Platz gewählt, um darauf aufmerksam zu machen, dass immer mehr Läden aus den Innenstädten verschwinden“, erklärt der Künstler. „Irgendwann gibt es hier nur noch Schlafplätze. Die Lebendigkeit des Geschäftslebens geht verloren.“ Er und seine Frau kaufen gezielt regional vor Ort, um Einzelhandelsläden zu unterstützen. Dennoch sieht sich Schwahn nicht als Miesmacher. „Auch ich habe Hoffnung, verschließe aber meine Augen nicht.“

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