Ablehnung
Zu groß für das Dorf

Horstmar -

„Wir schlagen Ihnen vor, den Bauantrag für das Grundstück „Borghof 13“ abzulehnen“, lautete die eindeutige Empfehlung von Bauamtsleiter Stefan Wesker an den Ausschuss für Bauen und Planen. Die Pläne des Investors für die Fläche im Ortskern von Holthausen stießen während der jüngsten Sitzung auf heftige Kritik.

Montag, 04.03.2019, 22:54 Uhr aktualisiert: 04.03.2019, 23:00 Uhr
Die öffentlichen Parkflächen müssten aufgegeben werden, würde der Planer sein Vorhaben realisieren. Die Holthausener Marienkirche steht unter Denkmalschutz.
Die öffentlichen Parkflächen müssten aufgegeben werden, würde der Planer sein Vorhaben realisieren. Die Holthausener Marienkirche steht unter Denkmalschutz. Foto: rgs

Wie Wesker erläuterte, liegt der Gemeinde ein Antrag auf Errichtung eines Mehrfamilienhauses vor. Geplant sei die Bebauung der gesamten Grundstücksfläche. Die beträgt aber nur 300 Quadratmeter. Das Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Kirche soll zwei Geschosse haben, mit Satteldach und großen Dachgauben. „Das ist die Maximierung des Baurechtes“, erläuterte der Bauamtsleiter. Ein Bebauungsplan existiert für das Gebiet nicht.

Da wegen der Gebäudegröße kein Raum für Parkplätze bleibt, plant der Investor Stellflächen unter dem Mehrfamilienhaus. „Diese Stellplätze könnten aber nur angefahren werden, wenn die davor liegenden öffentlichen Parkplätze aufgegeben würden, was die Gemeinde aber nicht will, betonte Stefan Wesker.

Ein weiteres Argument zur Verweigerung des gemeindlichen Einvernehmens für den Bauantrag sei der Denkmalschutz, unter dem die Holthausener Marienkirche steht. Außerdem entspreche das Gebäude in keiner Weise der klassischen Bauweise im Dorfes.

Diese Meinung vertraten auch die zahlreich zur Sitzung erschienenen Anlieger, denen Ausschussvorsitzender Robert Vowinkel (CDU) das Wort erteilte. „Wir möchten unseren Wohnort gestalten, aber nicht verunstalten. Das ist ein reiner, städtebaulich nicht vertretbarer Zweckbau und der Architektenentwurf ist nicht gelungen“, so eine Sprecherin der Borghof-Anlieger. Es gebe in ganz Holthausen kein Haus dieser Art. Es füge sich absolut nicht in die Umgebung ein und passe nicht zur Kirche. Nun hoffen die Anlieger auf weitere Gespräche mit dem Investor und eine zufriedenstellende Lösung für beide Seiten.

Die Bauausschussmitglieder zeigten eben sowenig Verständnis für die vorgelegte Planung. „Das würde den Ortskern optisch zerstören“, brachte es Bernhard Lülff auf den Punkt. Einstimmig verweigerte der Fachausschuss das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag Borghof 13.

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