Entscheidung verschoben
Verdichtung um jeden Preis?

Laer -

Das Büro Wolters & Partner stellte im jüngsten Ausschuss für Bauen und Planung ein überarbeitetes Konzept für das Gebiet „Cösters Kamp“ vor. Das stieß aber bei Anliegern und Ausschussmitgliedern auf Kritik. Knackpunkt war die erhöhte Zahl von Mehrfamilienhäusern. Prinzipiell wird an dieser Stelle der Bau von Wohnungen gewünscht, aber keine Häuser in dieser Größe und Höhe, so der Tenor in der Ausschusssitzung.

Freitag, 08.03.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 15:50 Uhr

Wohnraum wird immer knapper – und das nicht nur in größeren Städten, sondern auch in kleinen Gemeinden. Abhilfe schaffen könnte die Schließung von Baulücken in Ortskernen und Wohngebieten. Doch wie viel Verdichtung verträgt eine Kommune, ohne das typische Ortsbild und ihren Charakter zu verlieren? Diese Frage stellt sich in Laer auch bei der Planung für das Gebiet „Cösters Kamp“.

Die rund 7000 Quadratmeter große Fläche zwischen Löchtefeldstiege, Engem Steinweg, Am Bach und Darfelder Straße befindet sich in Privateigentum und sollte schon mehrmals städtebaulich überplant werden. Gescheitert sind die Vorhaben bisher an den unterschiedlichen Vorstellungen von Eigentümer und Anliegern.

Nun stellte das Büro Wolters & Partner im Ausschuss für Bauen und Planung ein überarbeitetes Konzept vor. Das stieß aber bei Anliegern und Ausschussmitgliedern auf Kritik. Knackpunkt war die erhöhte Zahl von Mehrfamilienhäusern. Prinzipiell wird an dieser Stelle der Bau von Wohnungen gewünscht, aber keine Häuser in dieser Größe und Höhe, so der Tenor in der Ausschusssitzung, die ohne den Bürgermeister stattfand. So hatte sich Peter Maier aus familiären Gründen entschuldigen lassen.

Laut Stadtplaner Carsten Lang sieht das Konzept in zwei Teilbereichen des Cösters Kamp Mehrfamilienhäuser mit maximal sechs Wohneinheiten vor. In drei weiteren Bereichen sollen nur Gebäude mit maximal zwei Wohneinheiten entstehen. Die Anzahl der Gebäude sei bisher nicht genau festgelegt: „Es könnten circa fünf Mehrfamilienhäuser und circa acht Einfamilienhäuser gebaut werden. Das ist aber nur ein Angebotsplan, die Baufenster können auch anders unterteilt werden“. Die Firsthöhen liegen im Konzept bei 8,5 bis 10,5 Metern.

Im zentralen Bereich des Wohngebietes sollen öffentliche Parkplätze als Stellplätze für Besucher entstehen. „Die neue Planung bedeutet eine stärkere Verdichtung als vorher, aber das kann man im Ortskern vertreten“, so Carsten Lang.

Das sehen die Anlieger des Cösters Kamp allerdings anders. Sie kritisieren die „massive Planänderung“ und sehen ihre Interessen nicht ausreichend berücksichtigt. „Wohnraum schaffen macht Sinn und wir wollen das Vorhaben auch nicht boykottieren, aber der Charakter des gesamten Gebietes wird durch die Planung verändert“, betont Anlieger-Sprecherin Christiane Gruber.

Auch Ausschussmitglieder bemängelten die fehlende Anpassung an das Umfeld. „Ich vermisse die Harmonie zur umliegenden Bebauung. Außerdem sind durch die Dachneigung Staffelgeschosse möglich, was optisch einer Dreigeschossigkeit gleichkommt“, meinte Bernhard Lülff.

Die SPD und die Grünen plädierten ebenfalls für eine Überarbeitung des Plankonzeptes. „Wir werden die Entscheidung verschieben. Alle Beteiligten sollten zunächst Gespräche führen und einen Konsens suchen“, so Ausschussvorsitzender Robert Vowinkel.

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