Dem Wetter getrotzt
Pudelnass der Grenze entlang

Laer -

45 Männer, Frauen und Kinder machten sich unter der Leitung von Engelbert Thünte mit dem Heimatverein zum 38. Schnatgang auf. Dabei ging es über Stock und Stein an den Grenzen von Laer entlang. Regen und Wind konnte die Teilnehmer nicht abhalten, die fast 40 Kilometer zurückzulegen. Der Vorstand des Heimatvereins dankte Engelbert Thünte für seinen jahrelangen Einsatz. Im nächsten Jahr werden Dirk Uhlenbrock und Björn Voß die Tour leiten.

Dienstag, 19.03.2019, 16:26 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 16:20 Uhr
Heimatvereinsvorsitzender Karl Wilmer (r.) und Vorstandsmitglied Norbert Niehues (l.) dankten Engelbert Thünte (Mitte) für seinen 36-jährigen Einsatz als Leiter der Schnatgänge des Heimatvereins Laer. Für die kommenden Jahre übernehmen Dirk Uhlenbrock (2.v.l.) und Björn Voß (2.v.r.)  die Regie.
Heimatvereinsvorsitzender Karl Wilmer (r.) und Vorstandsmitglied Norbert Niehues (l.) dankten Engelbert Thünte (Mitte) für seinen 36-jährigen Einsatz als Leiter der Schnatgänge des Heimatvereins Laer. Für die kommenden Jahre übernehmen Dirk Uhlenbrock (2.v.l.) und Björn Voß (2.v.r.)  die Regie. Foto: Klein

Selbst das Sauwetter konnte ihre Stimmung nicht trüben. So marschierten von 6 Uhr in der Frühe – obenrum wetterfest und doch klatschnass, unten genauso nass und dreckig – , dennoch sage und schreibe 45 Männer, Frauen und Jugendliche durch die Landschaft ringsum Laer. Immer entlang der knapp 36 Kilometer langen Ortsgrenze ihrer geliebten Heimat.

„Dieser sogenannte Schnatgang hat bei uns Tradition“, erläuterte Heimatvereinsvorstandsmitglied Norbert Niehues. „Denn früher, als die Orts- oder Kreisgrenzen noch mit dicken Steinen gekennzeichnet, und nicht wie heute kartographisch fotografiert und vermessen wurden, konnte es vorkommen, dass so mancher Bauer – natürlich rein versehentlich – so einen Grenzstein beim Pflügen mal verschob. Den hieß es, dann einmal im Jahr zu kontrollieren und im Fall der Fälle wieder neu zu setzen.

Auf manchen Höfen unterwegs bot man den hartgesottenen wetterfesten Marschierern auch schon mal einen entsprechenden Trunk an. Schließlich dürfen auch Ironmen unterwegs hin und wieder Nahrung aufnehmen. Immerhin war man ja von 6 Uhr früh auf den Beinen.

Gegen 10 Uhr erreichte die inzwischen längst pudelnasse Truppe den Wilmer-Hof in der Bauerschaft Holthausen-Kentrup. Und dort erwartete sie ein ganz besonderes Willkommen. Nicht nur, dass Vorsitzender Karl Wilmer gemeinsam mit Norbert Niehues und weiteren Freunden des Heimatvereins kühle Hochprozentige zum Aufwärmen bereit hielten, auch deftige Landjäger warteten auf die hungrigen Wanderer. Und für einen unter ihnen auch noch ein prall gefüllter Frühstückskorb. Die Belohnung für Engelbert Thünte, der diese „Schnatgang-(Tor)tour“ 38 Jahre lang leitete. Und an diesem Samstag die Führung für die kommenden Jahre an Dirk Uhlenbrock und Björn Voß übertragen durfte.

Nach einer romantisch gestreckten Pause zwischen braven Haflingern, niedlichen Osterlämmern und nervösen Prachtbullen zogen die Marschierer weiter zum Hof von Heinrich Schürmann. Dort – wo früher einmal die Kneipe „Scharbaum“ mit Wurstebrot müde Wanderer anlockte, gab es für diese Truppe leckeren Grünkohl satt. Damit ließen sich auch die Strapazen der letzten Kilometer des ‚Schnatgangs noch aushalten. Es sei denn, man war schon per Handy-Notruf von daheim abgeholt worden.

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