Klasse von Marita Veltrup hat Buch von Angelika Weide illustriert
Ein tolles Gemeinschaftswerk

Laer -

Sie sind Jugendfreundinnen und lieben ihre Heimatgemeinde Laer. Beide mögen zudem Spukgeschichten. Und weil das so ist, hat Angelika Weide jetzt das Buch „Das wöste Möekren“ geschrieben. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Spukgeschichten. Illustriert hat die Werk die Schulklasse von Marita Veltrup. Die Lehrerin hat die Projektwoche dazu genutzt, mit ihren Schülern nach Laer zu kommen, um sich vor Ort umzusehen. Die Früchte der Zusammenarbeit können sich sehen lassen.

Mittwoch, 05.06.2019, 21:26 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 15:56 Uhr
Angelika Weide (r.) und ihre Jugendfreundin Marita Veltrup sind stolz auf das Buch „Das wöste Möekren“. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Spukgeschichten, die die Autorin zusammengetragen hat. Die Schulklasse der Lehrerin aus Laer hat diese dann illustriert.
Angelika Weide (r.) und ihre Jugendfreundin Marita Veltrup sind stolz auf das Buch „Das wöste Möekren“. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Spukgeschichten, die die Autorin zusammengetragen hat. Die Schulklasse der Lehrerin aus Laer hat diese dann illustriert.

Ihre Kindheit und Jugend hat Angelika Weide in Laer verbracht. Heute lebt die Direktorin der Volkshochschule Lengerich in Münster, ist jedoch noch oft in ihrer Heimatgemeinde anzutreffen. So liebt sie die Geschichte des Ewaldidorfes und besonders seine Spukgeschichten. Darüber hat die Autorin, die schon zahlreiche Texte für das Kreisheimatbuch verfasst hat, jetzt ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel „Das wöste Möekren“ und ist bereits im Buchhandel erhältlich. Zudem liegt es bei Kuse vor Ort zum Verkauf aus. Fragen zu dem Werk haben Angelika Weide und ihre Laerer Jugendfreundin Marita Veltrup in einem Interview mit Redakteurin Sabine Niestert beantwortet.

Was hat es mit dem Titel auf sich und worauf dürfen sich die Leser freuen?

Angelika Weide: „Das wöste Möekren“ ist eine Geschichte aus meiner Sammlung von Spukgeschichten, die sich alle in Laer und in den umliegenden Bauerschaften zugetragen haben. Ich führe den Leser über eine bestimmte Route, den Spukenpatt, an die Orte her­an und lasse die Begebenheit und den Spuk vor Ort lebendig werden. „Das wöste Möekren“ spielt zum Beispiel in der Aabauerschaft. Es ist ein niederdeutscher Titel, wöst heißt so viel wie wüst oder wütend und Möekren ist die Bezeichnung für eine ältere Magd.

In welcher Zeit spielen ihre Geschichten überhaupt?

Angelika Weide: Eine genaue Datierung zur Entstehungsgeschichte ist nicht möglich, sie sind ja allesamt immer nur mündlich weitergegeben worden. Das macht den Reiz dieser Geschichten oder sagen wir lieber Sagen eben aus, sie sind zeitlos.

Wie sind Sie an die Geschichten geraten?

Angelika Weide: Diese Geschichten wurden teilweise bei uns in der Nachbarschaft am Borgweg von Generation an Generation, also an uns Kinder weitergegeben. Wir spielten ja gerne in der Borg. Einen anderen Teil bekam ich auf Wanderungen erzählt oder in der Grundschule.

Wo spielen die Geschichten?

Angelika Weide: Die Geschichten spielen zum Beispiel an der Delbergbrücke, in der Borg, am Ewaldibach, an der Aa, im Haus Rollier und am Teich bei Schulze Welling. In kurzen Erläuterungen gebe ich einige Hinweise zu den historischen Hintergründen.

Also handelt es sich um einen kleinen Ortsführer?

Angelika Weide: Ja auch das, auch wenn es kein ausführlicher historischer Abriss ist, gibt es Literaturtipps, die dazu einladen, sich zu vertiefen. In erster Linie ging es mir aber darum, den Laerer Sagenschatz zu sichern und an die nächste Generation weiterzugeben. Es ist ein Buch für Jung und Alt. Für die jüngeren Leser hat mir meine Freundin Marita Veltrup mit ihren Schülern sehr geholfen.

Frau Veltrup, wie sah Ihre Hilfe aus?

Marita Veltrup: Angelika und ich kennen uns schon aus Grundschulzeiten. Wie sie habe ich den Heimatkunde-Unterricht sehr geliebt. Wir sind durch Laer gewandert und die Geschichten zu den Orten waren wunderbar. Jetzt bin ich selbst Lehrerin, übrigens für Erdkunde. Das Fach hat ebenfalls immer mal wieder mit Heimatkunde zu tun und ich liebe Exkursionen. Als Angelika mir dann von dem Buch über Spukgeschichten erzählte, war die Idee geboren, dass Kinder der Schule, an der ich arbeite, der Gesamtschule Münster Mitte, dieses Buch illustrieren könnten. Und da passte es ganz wunderbar, die Projektwoche dafür zu nutzen.

Und wie sind Sie dabei vorgegangen?

Marita Veltrup: Wir haben einen Tag im Haus Rollier verbracht. Die Schüler genossen den wohligen Schauer an einem Platz, der in den Spukgeschichten eine Rolle spielt, ihre Zeichnungen/ Skizzen zu dieser Geschichte zu erstellen. Die Geschichten sind nicht nur für Laerer spannend . . .

Es ist also ein Buch für alle Generationen, das mit schönen Skizzen zu den Orten angereichert ist und sich kurzweilig im Sommer wie im Winter lesen beziehungsweise vorlesen lässt?

Marita Veltrup: Ganz bestimmt. Auch ist es für die Kinder und Jugendlichen aus Laer ein guter Einstieg sich mit den Besonderheiten, sowohl sachlich als auch sagenhaft auseinanderzusetzen.

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