Ratsmehrheit stimmt dem Abwahlantrag gegen Bürgermeister Peter Maier zu
Allianz hat ihr erstes Ziel erreicht

Laer -

Ohne Bürgermeister Peter Maier – er hatte sich krank gemeldet – ist am Mittwochabend die mit Spannung erwartete Ratssitzung in der Schulaula über die Bühne gegangen. Dabei setzte sich die Allianz mit ihrem Abwahlantrag gegen den Bürgermeister mit 14 Stimmen durch. SPD, FDP und FBL stimmten dagegen, waren jedoch ohne eine Chance. Die Ratsmehrheit stimmte auch dem Wahltermin am 10. November zu. Dann können die Bürger entscheiden, ob sie Peter Maier als Bürgermeister behalten wollen oder ob er gehen soll.

Mittwoch, 28.08.2019, 20:27 Uhr aktualisiert: 30.08.2019, 16:08 Uhr
Gespannt verfolgen die zahlreichen Besucher in der Schulaula die Abstimmung über den Abwahlantrag der Allianz gegen Bürgermeister Peter Maier, der sich krank gemeldet hat. Auf der Bühne haben der Rat und der Verwaltungsvorstand Platz genommen.
Gespannt verfolgen die zahlreichen Besucher in der Schulaula die Abstimmung über den Abwahlantrag der Allianz gegen Bürgermeister Peter Maier, der sich krank gemeldet hat. Auf der Bühne haben der Rat und der Verwaltungsvorstand Platz genommen. Foto: Fotos: abi

Die Entscheidung, die Ratssitzung in die Aula der Werner-Rolevinck-Schule zu verlegen, erweist sich als goldrichtig. Dort drängen sich am Mittwochabend über 100 Bürger dicht an dicht. Sie wollen wissen, wie es mit Laers Bürgermeister weitergeht. Setzt die Allianz – bestehend aus CDU, Grünen, UBG sowie den beiden fraktionslosen Ratsherren Uwe Veltrup und Palitha Löher – sich mit ihrem Antrag durch, der die Abwahl von Peter Maier fordert, oder kommt die erforderliche Mehrheit von 14 Ja-Stimmen für dieses Vorhaben nun doch nicht zustande? Die Spannung steigt auf allen Seiten.

Um auf Nummer sicher zu gehen, trifft sich die Allianz kurz vor Sitzungsbeginn noch zu einem letzten Briefing. Halten alle Wort und votieren für den Abwahlantrag oder hat sich über die lange Zeit der Sommerferien möglicherweise eine neue Stimmungslage ergeben? Oder fehlt vielleicht jemand krankheitsbedingt? Das wäre fatal, denn 14 Stimmen müssen es sein, um die Abwahl in den Stil zu stoßen.

Nur kurze Zeit später ist alles klar: Die namentliche Abstimmung, bei der jedes Ratsmitglied einzeln aufgerufen wird, ergibt das erwartete und von den Antragstellern erhoffte Ergebnis, das von den Besuchern mit einem Applaus quittiert wird. Gegen die sechs Nein-Stimmen der SPD, FDP und FBL setzen sich die Bürgermeister-Gegner mit ihren 14 Stimmen durch und die Wahl der Bürger am 10. November (Sonntag) ist ausgemachte Sache. Diese können dann per Kreuzchen auf dem Stimmzettel entscheiden, ob sie Peter Maier als Bürgermeister behalten wollen oder ob er gehen soll.

Bei der SPD und der FDP – die beiden Fraktionen haben den Franken zur Kommunalwahl 2014 als ihren Kandidaten ins Rennen geschickt – hat sich in der Sommerpause nichts geändert. Die beiden Parteien lehnen das Abwahlverfahren nach wie vor ab. Zwar halten die Genossen den Bürgermeister inzwischen genauso wie die Allianz für untragbar, doch sie würden ihn lieber noch bis zur Wahl in 2020 gewähren lassen.

„Über 60 Prozent der Wähler und Wählerinnen von Laer haben Herrn Maier bei der letzten Bürgermeisterwahl gewählt und genau dieser Wählerwille ist von uns Kommunalpolitikern auch zu respektieren“, gibt FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Lendermann auf Anfrage dieser Zeitung zu bedenken. Natürlich habe der Bürgermeister einiges falsch gemacht, aber sachlich und wirtschaftlich habe er vieles für die Gemeinde erreicht, meint die Liberale.

Ähnlich sehen das Annegret und Dieter Mesenbrock von der FBL-Fraktion. Diese hält Peter Maier nach wie vor die Stange. Der hat sich übrigens, wie Sitzungsleiter Gerrit Thiemann auf Anfrage aus dem Plenum mitteilt, bis Freitag krank gemeldet. Deswegen teilen Margret Müller und er sich als seine Stellvertreter die Regie über die Gemeinderatssitzung.

Erleichtert und hocherfreut zeigen sich während einer Sitzungsunterbrechung die Antragsteller, die froh sind, ihr erstes Ziel in Sachen „Abwahl Maier“ erreicht zu haben. „Wir sind auf dem Weg zu einem neuen Bürgrmeister“, kommentiert UBG-Fraktionschef Dr. Reinhard Nippert das Abstimmungsergebnis.

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