UBG-Ratsherr kritisiert in seiner persönlichen Erklärung die SPD und FDP
Josef Laumann sorgt für Wirbel

Laer -

Mit seiner persönlichen Erklärung während der Ratssitzung hat Josef Laumann für Wirbel gesorgt. In der warf der UBG-Ratsherr der SPD und der FDP vor, für den „jetzigen Zustand in Laer“ verantwortlich zu sein. So hätten die beiden Fraktionen vor der Kommunalwahl in 2014 nicht auf seine Warnung vor Peter Maier gehört und ihn als Bürgermeisterkandidat aufgestellt, obwohl er sehr umstritten gewesen sei.

Donnerstag, 29.08.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 30.08.2019, 16:20 Uhr
Vor der Ratssitzung gab es noch ein Briefing für die Allianz. Dazu hatte Grünen-Fraktionsvorsitzende Elke Schuchtmann-Fehmer (l.) die Abwahlbetreiber gebeten. Eine persönliche Erklärung gab UBG-Ratsherr Josef Laumann (2.v.l.) im Verlauf der Sitzung ab. Darin erhob er heftige Vorwürfe gegen die SPD und die FDP.
Vor der Ratssitzung gab es noch ein Briefing für die Allianz. Dazu hatte Grünen-Fraktionsvorsitzende Elke Schuchtmann-Fehmer (l.) die Abwahlbetreiber gebeten. Eine persönliche Erklärung gab UBG-Ratsherr Josef Laumann (2.v.l.) im Verlauf der Sitzung ab. Darin erhob er heftige Vorwürfe gegen die SPD und die FDP.

Persönliche Erklärungen gehören im Laerer Gemeinderat fast schon zur Tagesordnung. Diese gibt meistens Uwe Veltrup ab. Während der Sitzung am Mittwochabend in der Schulaula war es allerdings nicht der fraktionslose Ratsherr, sondern sein Allianz-Kollege Josef Laumann von der UBG-Fraktion, der sich zu Wort meldete und dabei heftige Kritik an der SPD- und der FDP-Fraktion übte.

So warf er den beiden Parteien vor, für den „jetzigen Zustand in Laer“ verantwortlich zu sein. Schließlich hätte er die Genossen und die Liberalen im Vorfeld der Kommunalwahl 2014 gewarnt und gebeten, ihren Kandidaten Peter Maier hinsichtlich seiner Eignung für das Bürgermeisteramt zu überprüfen. Grund für dieses Ansinnen sei das Ergebnis seiner persönlichen Recherche auf „privater Schiene“ gewesen.

Als Teamsprecher der Kolpingsfamilie suchte er das Gespräch mit einem Bürger von Höchstadt und erklärte ihm die Situation vor Ort. „Wenn ihr in Laer fünf Kandidaten habt, weiß ich, ohne die anderen Kandidaten zu kennen, wenn ich auf keinen Fall wählen würde“, habe sein Gesprächspartner gesagt.

„Ich habe es als meine Pflicht angesehen, der FDP und der SPD diese Antwort weiterzugeben“, berichtete Laumann, der in dieser Angelegenheit den damaligen FDP-Vorsitzenden Martin Beckmann kontaktiert hatte. Dieser habe erklärt, dass Maier aufgrund seiner bisherigen Tätigkeiten und Ausbildung ein „ausgezeichneter Kandidat“ sei, um Laer wirtschaftlich und finanziell nach vorne zu bringen.

Wie der UBG-Ratsherr weiter berichtete, habe er daraufhin einen „bitterbösen Anruf“ vom SPD-Vorsitzenden Norbert Rikels mit Androhung einer gerichtlichen Auseinandersetzung bekommen, falls er seine Informationen an die Öffentlichkeit weitergeben würde.

„Ich habe die Sache dann nicht mehr weiterverfolgt, weil ich mir kein Eigeninteresse vorwerfen lassen wollte“, gibt Laumann zu bedenken, dass er damals die Kandidatur von Anke Sundermeier unterstützt habe. Er bringe die Sache erst jetzt zur Sprache, weil er sich über die Äußerungen von Norbert Rikels geärgert habe. Der Sozialdemokrat hatte im Vorfeld der Ratssitzung gesagt, dass er sehr enttäuscht über das Verhalten des Bürgermeisters sei und ihn nicht mehr für tragbar halte.

Als Beginn der von ihnen befürchteten „Wahlkampfschlacht“ bewerteten die SPD und die FDP im Gespräch mit dieser Zeitung die persönliche Erklärung und die darin enthaltenen Vorwürfe Laumanns. Man habe diesen gebeten, Beweise vorzulegen, denn sonst könne man die Aussagen auch als Rufmord bezeichnen. Doch diese habe Laumann nicht geliefert, berichtete SPD-Fraktionschef Rikels.

Als „Nebelkerzen“, die schon im Vorfeld gezündet worden sind, bezeichnet FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Lendermann die Vorwürfe. Die SPD und die FDP hätten Peter Maier zwar als Kandidaten aufgestellt, doch gewählt hätten ihn letztendlich die Bürger und zwar mit über 60 Prozent der Stimmen. Als Kommunalvertreter dürften die Ratsmitglieder diese Entscheidung den Wählern auch nicht abnehmen, so die Liberale weiter.

Ihre Partei stehe jedenfalls nicht für eine „mediale und durch Abwahlbefürworter angezettelte Hetzjagd“ zur Verfügung. Das sei „menschenverachtend und dem Amt der Person nicht angemessen“. Ähnlich sehen das Norbert Rikels und Annegret und Dieter Mesenbrock von der FBL-Fraktion.

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