Gisela Werenbeck bildet sich zur Literatur- und Lesepädagogin weiter
Neue Lust auf Bücher vermitteln

Laer -

Neue Lust auf Bücher will Gisela Werenbeck vermitteln. Um sich weitere Kompetenzen zu erschließen, absolviert die Laererin zurzeit eine Weiterbildung bei der Akademie der kulturellen Bildung in Remscheid. Ziel: Ein Zertifikat, das sie als Literatur- und Lesepädagogin ausweist. Der Prozess dauert rund zwei Jahre und ist durch diverse Module gekennzeichnet, die in bestimmten Zeitabständen auf dem Programm stehen.

Freitag, 04.10.2019, 17:28 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 17:30 Uhr
Zu Hause hat Gisela Werenbeck eine gut sortierte Bibliothek, aus der sie sich gern bedient.
Zu Hause hat Gisela Werenbeck eine gut sortierte Bibliothek, aus der sie sich gern bedient. Foto: Nix

„Der Trend geht zum Zweitbuch“ – dieser Gag ist nicht mehr der neuste, macht jedoch noch immer eines deutlich: Die Bereitschaft, sich mit Literatur auseinanderzusetzen, ist besonders bei der jüngeren Generationen ein wenig aus der Mode gekommen.

Doch ein Buch in die Hand zu nehmen, es zu lesen und sich mit den Inhalten zu beschäftigen, gehört auch heute noch zum Bildungsprozess dazu. Davon ist jedenfalls Gisela Werenbeck aus Laer überzeugt. Weg vom „Simsen“ und hin zu sinnerfassendem Verständnis von Literatur ist ein Ziel, auf dass hinzuarbeiten sich lohnt, meint sie.

„Ich möchte jungen Menschen zeigen, dass es fernab von elektronischen Medien mitreißend geschriebene Bücher gibt, die sehr gut unterhalten oder auch helfen können“, sagt die Laererin. Lange Zeit arbeitete Werenbeck in einer Buchhandlung und ist – selbstredend – literaturaffin. „Ich bin noch jemand, der ganz klassisch übers Lesen etwas vermitteln möchte.

Um sich weitere Kompetenzen zu erschließen, absolviert die Laererin zurzeit eine Weiterbildung bei der Akademie der kulturellen Bildung in Remscheid. Ziel: Ein Zertifikat, das sie als Literatur- und Lesepädagogin ausweist. Der Prozess dauert rund zwei Jahre und ist durch diverse Module gekennzeichnet, die in bestimmten Zeitabständen auf dem Programm stehen. Der Fachbereich Literatur & Sprache entwickelt und vermittelt Methoden, Kindern und Jugendlichen die Welt der Literatur als kulturelle Ausdrucksform und als Mittel für ein erfülltes Leben zu öffnen. Das Seminarangebot ist breit gefächert und gibt tiefere Einblicke in die Bereiche Literacy, Sprach-, Lese-, Schreibförderung sowie Erzähldidaktik. Die Teilbereiche münden in der Qualifizierung „Literaturpädagogik“ in einem Gesamtkonzept. Entsprechende Informationen sind auf der Akademie-Homepage zu finden.

„Mein Wunsch ist, Kinder und Jugendliche zu fördern, die noch nicht so viel Kontakt mit Literatur hatten“, erläutert Werenbeck. Sie möchte verdeutlichen, wie bereichernd es sein kann, sich Vorlesen zu lassen, selbst die Nase in Bücher zu stecken und sich darin zu vertiefen. „Ich bin überzeugt dass es möglich ist, junge Menschen an Literatur heranzuführen und sie nachhaltig zu begeistern“, sagt die Bücherfreundin. Ihr „Traum“ wäre, mit dem Köfferchen loszugehen, um in Schulen Lehrer und Kinder über Neuerscheinungen zu informieren. Auf Elternabenden möchte sie Literatur zu bestimmten Themen vorstellen und Ähnliches.

„Was mich immer wieder irritiert“, so Werenbeck, ist, dass viele Schulkinder nicht mehr sinnerfassend lesen können“. Gründe sieht sie unter anderem darin, dass die Kids mit ihren Smartphones nur noch „Kurznachrichten“ übermitteln. Dabei werden kryptische Abkürzungen verwendet, die sich von Nicht-Eingeweihten kaum übersetzen lassen.

„Die Seminare geben mir sehr viel“, bekennt die Absolventin, dass nicht nur ihr Wissen und die Fertigkeiten wüchsen, sondern dass auch der Austausch mit anderen Teilnehmern sehr fruchtbar sei.

Das Berufsbild des Literaturpädagogen ist, obwohl nicht neu, erst wenig bekannt. „Wir alle, die wir an der Weiterbildung teilnehmen möchten daran arbeiten, dass unsere Kompetenzen nicht nur auf ehrenamtlichem Sektor anerkannt werden, sondern auch eine berufliche Existenz ermöglichen. Besonders für die vielen jungen Seminarteilnehmer wünscht sie sich das.

Mehr Infos finden sich unter www.kulturellebildung.de

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