Drei Laerer Vereine teilen sich den „Heimat-Preis NRW“ / Verleihung erfolgt beim Neujahrsempfang 
Kolpingsfamilie überzeugt die Jury

Laer -

Die Jury hat den „Heimat-Preis“, mit dem die Landesregierung „herausragendes Engagement“ in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, gesplittet.

Donnerstag, 09.01.2020, 18:00 Uhr
Schon seit Jahren veranstaltet die Laerer Kolpingsfamilie in Kooperation mit einigen anderen örtlichen Vereinen und Organisationen den Martinsumzug im Ewaldidorf.
Schon seit Jahren veranstaltet die Laerer Kolpingsfamilie in Kooperation mit einigen anderen örtlichen Vereinen und Organisationen den Martinsumzug im Ewaldidorf.

Die Freude ist groß und das Geld bereits ausgegeben. Doch die offizielle Ehrung erfolgt erst während des gemeindlichen Neujahrsempfangs am 16. Januar. Dann bekommt die örtliche Kolpingsfamilie den „Heimat-Preis“ verliehen, mit dem die Landesregierung „herausragendes Engagement“ in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Dieser ist mit insgesamt 5000 Euro dotiert, doch da die Jury sich entschieden hat, den Preis zu splitten, waren es nur 2500 Euro. Doch das mindert die Freude der Preisträger über die Auszeichnung keinesfalls.

„Wir sind sehr glücklich über den Preis, ist er doch eine gewisse Anerkennung unserer Arbeit“, erklärt der Teamsprecher der Kolpingsfamilie, Josef Laumann, im Gespräch mit dieser Zeitung. Wer jetzt denkt, die Verantwortlichen der „Großen Familie“ hätten ihre zahlreichen ehrenamtlichen Aktivitäten, wie beispielsweise die Kleidersammlung, die Tannenbaum-Aktion, den Seniorentreff oder die Reisen für Ältere in die Waagschale geworfen, der irrt.

So führt Vorstandsmitglied Roland Höppener, der die Gruppe Familie und Kinder leitet, im Bewerbungsschreiben lediglich den Martinsumzug auf, den die Kolpingsfamilie seit Jahrzehnten federführend im Dorf veranstaltet. Am traditionellen Umzug nehmen jährlich zwischen 300 bis 500 Mitbürger teil.

„Die Legende des St. Martin erinnert an die soziale Verpflichtung der Gesellschaft, auch Schwache und Benachteiligte zu unterstützten. Dabei wird insbesondere den Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter das Prinzip der Nächstenliebe durch das Teilen des Brotes, als Sinnbild für den Mantel des St. Martins nahegebracht“, heißt es in der Antragsbegründung.

Für Teamsprecher Laumann ist zudem ausschlaggebend, dass es sich um eine Gemeinschaftsaktion handelt. So wären beispielsweise die Feuerwehr, das Blasorchester, das DRK, der Reitverein, die Kindergärten, die Pfarrgemeinde, die Gemeindeverwaltung, das Straßenverkehrsamt sowie freiwillige Darsteller und Aufbauhelfer an der Durchführung des Martinsumzugs beteiligt. Das entspräche dem Gedanken des „Heimat-Preises“ der auch das Verbindende, die Gemeinschaft und den Zusammenhalt fördern wolle. Zudem wirke der Martinsbrauch „generations- sowie konfessionsübergreifend“ und habe einen integrativem Charakter.

Argumente, die auch die Jury überzeugt haben dürften, der Kolpingsfamilie den ersten Preis zu verleihen. Auf dem zweiten Platz folgt das Blasorchester, das 1500 Euro bekommen hat. Den dritten Platz belegt die Untergruppe der St.-Georg-Schützen, die sich über 1000 Euro freuen konnte. So organisiert diese schon seit einigen Jahren das Oktoberfest samt Kirmes in Holthausen. Leer aus ging der Heimatverein, der auf den unglücklichen vierten Platz kam.

Die Kolpingsfamilie hat sich übrigens eine Spülmaschine, eine neue Kartoffelreibe und zahlreiche Gläser von ihrem Preisgeld gekauft. „Die 2500 Euro kamen uns schon sehr gut aus“, freut sich Josef Laumann über den willkommenen Geldsegen, der glücklicherweise nicht zweckgebunden gewesen sei.

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