Schulleiterin Ingrid Hajou wird nach fast zehn Jahren in den Ruhestand verabschiedet
Multiprofessionalität ist gefragt

Laer -

Fast zehn Jahre lang hat Ingrid Hajou als Rektorin die Werner-Rolevinck-Schule in Laer geleitet. Am Freitag (31. Januar) wird die 65-Jährige von den Kindern und dem Kollegium in den Ruhestand verabschiedet. In einem Gespräch mit dieser Zeitung blickt sie auf eine „spannende Zeit mit vielen Herausforderungen“ zurück.

Donnerstag, 30.01.2020, 23:59 Uhr aktualisiert: 31.01.2020, 05:03 Uhr
Fast zehn Jahre lang hat Ingrid Hajou die Geschicke der Werner-Rolevinck-Schule geleitet. Am Freitag heutigen wird die 65-Jährige von den Kindern und vom Kollegium in den Ruhestand verabschiedet.
Fast zehn Jahre lang hat Ingrid Hajou die Geschicke der Werner-Rolevinck-Schule geleitet. Am Freitag heutigen wird die 65-Jährige von den Kindern und vom Kollegium in den Ruhestand verabschiedet. Foto: abi

Die nervigen Fahrten von Münster nach Laer und zurück sowie die langwierigen Sitzungen des Schulausschusses wird Ingrid Hajou vermutlich nicht vermissen. Die hat die Rektorin der Werner-Rolevinck-Schule immerhin fast zehn Jahre lang absolviert. Um so glücklicher ist die 65-Jährige, dass diese ihr künftig erspart bleiben. So wird die Schulleiterin am Freitag (31. Januar) in den Ruhestand verabschiedet, was das Kollegium und die Schüler bedauern dürften. Immerhin hat sich die gebürtige Gelsenkirchenerin stets für ihre Belange eingesetzt und darum gekämpft, dass es der einzigen Grundschule vor Ort gut geht.

„Ich kannte das vorher ganz anders“, erinnert sich die Rektorin an ihre vorherige Zeit an der Lindenschule in Halle. Dort habe es gleich mehrere Grundschulen gegeben, die untereinander konkurriert hätten. Kooperationspartner dort sei die AWO – „ein großer Verein mit viel Potenzial“ gewesen.

An die ganz andere Situation in Laer musste sich die Nachfolgerin von Angelika Wiedau-Gottwald erst gewöhnen, als sie im Sommer Schulleiterin wurde. Damit übernahm die zweifache Mutter auch gleichzeitig ein Amt im Vorstand der Initiative für Kinder und Jugendliche in Laer und Holthausen, die mit der Grundschule kooperiert und sich besonders um den Offenen Ganztagsbetrieb kümmert. Da dieses Ehrenamt sehr viel ihrer ohnehin knapp bemessenen Zeit in Anspruch nahm, war die Wahl-Münsteranerin froh, als Norbert Rikels und Margarete Müller den Vorsitz übernahmen.

„Es war eine sehr spannende Zeit mit vielen Herausforderungen“, resümiert Ingrid Hajou, dass die Grundschule und der Offene Ganztag während ihrer Amtszeit weiter zusammenwachsen mussten, was zu einer noch engeren Kooperation mit der Initiative führte. In dieser Zeit hatte es die Rektorin mit vier verschiedenen Geschäftsführerinnen zu tun. So war zunächst Mitbegründerin Inge Behler für die Initiative verantwortlich. Es folgten Anna Tepasse, Elisabeth Weitershagen und Petra Steeger.

Die weiter wachsenden Schülerzahlen schlagen sich auch im Offenen Ganztag nieder, der mit Raumproblemen zu kämpfen hat. So ist zurzeit eine Gruppe der OGS aus Platzmangel im alten Gebäude untergebracht, was die Arbeit nicht unbedingt leichter macht. „Der Anbau soll das Problem lösen“, freut sich die Schulleiterin, die hofft, dass sich die Lage mit der Fertigstellung des Gebäudes für alle entspannt.

Neben der OGS nennt die scheidende Pädagogin auch die Inklusion und die Digitalisierung als besondere Herausforderungen für das Kollegium und sie. In beide neuen Themenbereiche hätte sich die Lehrerschaft langsam hineinarbeiten müssen.

Froh ist die Rektorin über die Unterstützung von Sylvia Beyer, die ihr als Konrektorin seit vier Jahren erfolgreich zur Seite steht und sich mit „viel Herzblut“ der Digitalisierung angenommen hat.. Für die gute technische Ausstattung habe die Gemeinde als Schulträger gesorgt.

Dankbar ist die Schulleiterin auch dem Förderverein, der unter der Regie von Dr. Verena Zimmer immer besonders rührig gewesen sei und den Schülern viele Dinge im musischen Bereich, wie beispielsweise die Teilnahme am „TheaterStarter“-Projekt in Münster ermöglicht habe.

„Die Zusammenarbeit mit den Kitas war sehr gut“, bilanziert die Schulleiterin, dass deren Leitungen stets für einen guten Übergang vom Kindergarten in die Schule gesorgt hätten.

„Man muss multiprofessionell unterwegs sein“, beschreibt Hajou die Entwicklung, die fordere, dass eine Lehrkraft auch Erzieher und vieles mehr sein müsse.

„Ich bin erst einmal froh, dass ich keine Termine mehr habe“, freut sich die Ruheständlerin, die bereits Oma vierer Enkel ist, dass sie nun mehr Zeit für ihre Hobbys Wandern und Rad fahren hat. Zudem singt das „Großstädterkind“ aus dem Ruhrgebiet im Domchor Münster mit, der wöchentlich probt.

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