UNL Laer stößt auch beim zweiten Treffen auf große Resonanz
Unternehmer wollen mitreden

Laer -

Die Unternehmer in Laer und Holthausen wollen mitreden, wenn es um die Gemeinde Laer geht. Das machten sie während ihres zweiten großen Treffens deutlich. Dabei warben sie auch um weitere Mitstreiter, die gewillt sind, sich für die Belange der Gemeinde einzusetzen. Unter den Versammelten herrschte eine große Aufbruchstimmung.

Montag, 17.02.2020, 13:00 Uhr
Sehen positiv in die wirtschaftliche Zukunft (v.l.): Franz-Josef Kühlmann (Chef fk Poultry), Referent Heiner Hoffschroer, Dr. Reinhard Lülff, Klemens Mormann und Felix Hünker (UNL-Schatzmeister)
Sehen positiv in die wirtschaftliche Zukunft (v.l.): Franz-Josef Kühlmann (Chef fk Poultry), Referent Heiner Hoffschroer, Dr. Reinhard Lülff, Klemens Mormann und Felix Hünker (UNL-Schatzmeister) Foto: Rainer NIx

Im Herbst 2019 hat sich der Verein „Unternehmernetzwerk Laer“, kurz UNL genannt, gegründet. Am 15. November haben 15 Gründungsmitglieder die Satzung verabschiedet und kürzlich fand der Verein seine offizielle Anerkennung (wir berichteten). Am Mittwochabend lud der Vorstand zum zweiten großen Netzwerktreffen in die Firma „fk Poultry“ ins Gewerbegebiet ein. Der Verein wirbt weiter für den Beitritt und die Mitarbeit im Vorstand sowie im Beirat, um seine Schlagkraft zu steigern.

Die Resonanz war groß und die Aufbruchstimmung deutlich spürbar. „In Laer und Holthausen herrscht in vielen Dingen Stillstand“, brachte es Vorsitzender Dr. Reinhard Lülff nochmals auf den Punkt. Er und sein Stellvertreter Klemens Mormann begrüßten das Publikum. Ganz großes Thema vor Ort sind die fehlenden Neuansiedlungen von Unternehmen.

Die Motivation der Unternehmer in der Politik ein Wort mitzureden ist groß. Bislang gab es in Laer keine Vertretung von produzierenden Betrieben, Freiberuflern, Händlern und Dienstleistern, die auf die Entwicklung der Gemeinde Einfluss nehmen konnten.

Das UNL konstatiert Laer in den vergangenen 20 Jahren eine schlechte wirtschaftliche Entwicklung. Jetzt reden die Firmenvertreter mit, um das Ewaldi­dorf auch für Gewerbetreibende zu einer „Perle des Münsterlandes“ zu machen.

Die Vorstellungsrunde in Politik und Verwaltung zeigte positive, aber auch frustrierende Ergebnisse. „Obschon das UNL definitiv parteipolitisch neutral agieren will, brodelte die Gerüchteküche. So hieß es, das Netzwerk werde genutzt, um eine Partei und einen Bürgermeister-Kandidaten ins Rathaus zu bringen. Andere Stimmen behaupten, Netzwerk-Mitglieder wollten mit Hilfe des Sprungbrettes UNL politische Karriere machen. Der Vorstand tritt all diesen Behauptungen entschieden entgegen. Es gehe einzig um die Entwicklung des Ortes Laer/Holthausen, nicht um bestimmte Parteien oder politische Interessen.

Auch Gastredner Heiner Hoffschroer, Geschäftsführer des kreisumspannenden Unternehmernetzwerkes „Wirtschaftsvereinigung Steinfurt (WVS)“, ermunterte die Mitglieder des UNL, sich für die Gemeindeentwicklung zu engagieren. „Sonst tut es keiner“, betonte er. Er hob das Potenzial der Gemeinde hervor, die hohe Lebensqualität sowie die gute Verkehrsanbindung, erläuterte aber auch den seiner Ansicht nach entscheidenden Punkt: „Stellen Sie sich doch mal selbst die Frage, ob Sie als Fremder ihr Gewerbe hier ansiedeln würden.“ Die Tatsache, dass die Gemeinde den zweithöchsten Gewerbesteuersatz in NRW verlange, sei für viele Unternehmer abschreckend. „Diese Fixkosten sind anderswo einfach günstiger“, so Hoffschroer. „Der letzte Industriebetrieb“, blickte Lülff zurück, „siedelte sich vor zehn Jahren in Laer an.“ So könne es nicht weitergehen. Das UNL kämpft für neue, mutige Zukunftsvisionen. Im Fokus stehen unbebaute, schnell zugängliche Gewerbeflächen, die Senkung der Gewerbesteuer spätestens ab 2023 und eine stringentere Wirtschaftsförderung.

Der UNL-Vorstand ruft dazu auf, die Ausbildungsbörse der Gemeinde am 17. Mai (Sonntag) zu unterstützen. Darüber hinaus wird im Sommer eine Radtour zu diversen Betrieben organisiert, damit sich die Mitglieder besser kennenlernen und gemeinsam neue Ideen entwickeln. Weiterhin wird an Impulsvorträgen und Schulungen zu zeitrelevanten Themen gearbeitet.

Auch medial steigt das Unternehmernetzwerk voll ein, ein Internet-Auftritt ist online und wird weiter entwickelt, es gibt einen Newsletter und auch in facebook ist das Netzwerk ab 2021 vertreten.

 

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